Jakob Weiss, Gewürzschale Silber 13 Lot, Wien ca.1840
Biedermeier Doppel-Salzgefäß mit Weinlaubdekor — Jakob Weiß, k.k. Hoflieferant, Wien, um 1833–1850
Doppel-Salzgefäß in Schiffchenform, (Weihrauchschiffchen) Silber 13 Lot, Wien ca.1840
Jakob Weiß (Weiss), Wien, ab 1833 Weihrauchschiffchen, Gewürzgefäß, Silber teilvergoldet
Meister und Hoflieferanten-Status: Jakob Weiß (Weiss), Wien, ab 1833 nachweisbar tätig. Schaffensperiode vornehmlich 1833–1850er Jahre.
Bedeutung als k.k. Hoflieferant: Die Meistermarke mit dem kaiserlichen Doppeladler weist Jakob Weiß als k.k. Hoflieferanten aus — ein kaiserliches Privileg, das nur ausgewählten Goldschmieden und Händlern der österreichisch-ungarischen Monarchie verliehen wurde. Ein k.k. Hoflieferant hatte das Recht, Waren und Dienstleistungen direkt an den kaiserlichen Hof in Wien zu liefern und durfte das Wappen mit dem kaiserlichen Doppeladler öffentlich führen. Dieser Status garantierte: Höchste handwerkliche Qualität unter strenger Kontrolle. Zugang zu wohlhabender, aristokratischer und bürgerlicher Kundschaft. Bevorzugte Stellung im Zunftsystem der Wiener Goldschmiede
Das vorliegende Stück ist eine typische Arbeit der Wiener Biedermeierzeit aus der Werkstatt eines Hoflieferanten, stilistisch um 1840.
Objektbeschreibung: Doppel-Salzgefäß in Schiffchenform, (Weihrauchschiffchen) Silber 13 Lot (812,5/1000), mit durchbrochenem Fuß und plastisch ausgearbeitetem Weinlaub- und Traubendekor. Profilierter Rundfuß mit durchbrochenem Trauben- und Laubdekor in naturalistischer Ausführung. Kugelförmiger Mittelteil mit umlaufendem Laubdekor, der sich nach oben in schiffchenförmiges Gefäß verjüngt. Zwei separat gearbeitete Deckel mit appliziertem Weinlaub und naturalistisch ziselierten Trauben. Innenvergoldung vollständig erhalten.
Punzierung:
Meistermarke: Doppeladler (kaiserlich-österreichischer Adler) mit Initialen „IW“ (Jakob Weiß) in ovaler Kartusche.
[Bedeutung der Doppeladler-Marke: Der Doppeladler ist Bestandteil der Namensmarke von Jakob Weiß und dokumentiert seinen Status als k.k. Hoflieferant. Diese Kombination aus kaiserlichem Symbol und Meisterinitialen ist charakteristisch für privilegierte Wiener Goldschmiede der Biedermeierzeit.]
Feingehalt: Silber 13 Lot (812,5/1000)
Wiener Beschauzeichen (Radlermarke): Nicht vorhanden — möglicherweise für Export, als Teil eines Reisesets oder als Hoflieferantenarbeit ohne städtische Beschau gefertigt.
Maße: Höhe: 5,3 cm — Breite: 8,5 cm — Tiefe: 5,8 cm — Durchmesser Fuß: 5,0 cm — Gewicht: 84 g
Zustand: Sehr gut. Originale Feuervergoldung nahezu vollständig erhalten. Alle Teile original und funktionsfähig. Ziselierung scharf und detailliert, keine Beschädigungen oder Reparaturen.
- Stilistische Einordnung:
- Das Salzgefäß verkörpert die für Wiener Hoflieferanten-Arbeiten typische Qualität:
- Naturalistisches, aber diszipliniertes Weinlaub-Dekor (Weintraube als Fruchtbarkeitssymbol)
- Höchste handwerkliche Ausführung mit durchbrochener Arbeit und präziser Ziselierung
- Feuervergoldung als Zeichen exklusiver Qualität
- Praktische Funktion verbunden mit gediegener Eleganz
Die aufwändige Ausführung und der Hoflieferanten-Status lassen auf einen wohlhabenden bürgerlichen oder adeligen Auftraggeber aus dem Umfeld des Wiener Hofes schließen.
Anmerkung zur Funktion: Die geringe Größe (5,3 cm Höhe) schließt eine liturgische Verwendung als Weihrauchschiffchen aus (typische Größe: 12–16 cm). Es handelt sich um ein luxuriöses Gewürzgefäß oder Saliere in Form eines Weihrauchschiffchens. Die Innenvergoldung schützte das Silber vor der Zersetzung durch Salz.
Historischer Kontext: In der Biedermeierzeit (ca. 1815–1848) nahm die Zahl der Goldschmiedemeister in Wien rasch zu; um 1830/1850 gab es 342 bürgerliche Goldschmiede in Wien. Nur wenige von ihnen erhielten das kaiserliche Privileg als Hoflieferant. Vergleichbare Stücke aus Hoflieferanten-Werkstätten befinden sich in den Sammlungen des MAK Wien und des Wiener Hofburg-Silbermuseums.
Literatur — Wiener Silber und Punzierung, chronologisch:
Literatur: Knies, Karl: Die Punzirung des Goldes und Silbers in Österreich. Historisch-technische Darstellung. Wien: Gerold, 1896.
Literatur: Rosenberg, Marc: Der Goldschmiede Merkzeichen. 4 Bde. Berlin: Frankfurter Verlags-Anstalt, 1922–1928. (Band 4: Punzierung im Ausland, inkl. Österreich)
Literatur: Reitzner, Viktor von: Alt Wien. Lexikon für Österreichische und Süddeutsche Kunst und Kunstgewerbe. Edelmetalle. Wien, 1952.
Literatur: Bielz, Julius: Die sächsische Goldschmiedekunst Siebenbürgens. Bukarest: Staatsverlag für Literatur und Kunst, 1957.
Literatur: Neuwirth, Waltraud: Lexikon Wiener Gold- und Silberschmiede und ihre Punzen. 1867–1922. 2 Bde. Wien: Selbstverlag, 1976. ISBN 3-900282-00-5.
Literatur: Beke, László: Sodronyzománcos ötvösművek [Drahtschmelz-Goldschmiedearbeiten]. Budapest: Corvina, 1980.
Literatur: Lanz, Erich / Schmid, Rudolf / Strahalm, Gert: Silber der Österreich-ungarischen Monarchie. Graz: Edition Strahalm, 1987.
Literatur: Rohrwasser, Alfred: Österreichs Punzen. Edelmetall-Punzierung in Österreich von 1524 bis 1987. 2. Auflage. Perchtoldsdorf: Selbstverlag, 1987.
Literatur: Rohrwasser, Alfred: Österreichs Punzen. Edelmetall-Punzierung in Österreich von 1524 bis 1987. 2. Auflage. Perchtoldsdorf, 1987.
Literatur: Neuwirth, Waltraud: Markenlexikon für Kunstgewerbe, Band 5, Silber 1: Wiener Gold- und Silberschmiede, Punzen 1781–1822. Wien: Selbstverlag.
Literatur: Neuwirth, Waltraud: Markenlexikon für Kunstgewerbe, Band 6, Silber 2: Wiener Gold- und Silberschmiede, Punzen 1822–1850. Wien: Selbstverlag.
Literatur: Neuwirth, Waltraud: Lexikon Wiener Gold- und Silberschmiede 1867–1922. 2. Auflage. Wien: Selbstverlag.
Literatur: Neuwirth, Waltraud: Wiener Silber 1780–1866. Klassizismus, Biedermeier, Historismus; Band 1: Schnupftabakdosen. Wien: Selbstverlag.
Literatur: Neuwirth, Waltraud: Wiener Silber 1780–1866. Klassizismus, Biedermeier, Historismus; Band 2: Zuckerstreuer, Zuckerdosen, Zuckervasen, Zuckerzangen. Wien: Selbstverlag.
Online Sammlung des Museum für Angewandte Kunst MAK Wien: https://www.mak.at/sammlung/mak-sammlung_online
Jakob Weiss, Gewürzschale Silber 13 Lot, Wien ca.1840
Biedermeier Doppel-Salzgefäß mit Weinlaubdekor — Jakob Weiß, k.k. Hoflieferant, Wien, um 1833–1850
Doppel-Salzgefäß in Schiffchenform, (Weihrauchschiffchen) Silber 13 Lot, Wien ca.1840
Jakob Weiß (Weiss), Wien, ab 1833 Weihrauchschiffchen, Gewürzgefäß, Silber teilvergoldet
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