Zur aktuellen Lage am Silbermarkt „Ich bin seit über 30 Jahren in diesem Geschäft tätig und habe einen derart schnellen Anstieg des Silberpreises bislang nicht erlebt. Die Auswirkungen zeigen sich bereits deutlich am Markt: Verfügbarkeit und Nachbeschaffung werden spürbar schwieriger, insbesondere bei zusammenpassenden Teilen und gutem Erhaltungszustand.

Für Sammler und Nutzer hochwertiger Tafelkultur bedeutet das: Wer noch ergänzen oder Lücken schließen möchte, sollte dies zeitnah prüfen, da spätere Nachkäufe erfahrungsgemäß mit höherem Aufwand und deutlich steigenden Preisen verbunden sind. Gleichzeitig gewinnt in diesem Zusammenhang der alte dänische Begriff „Erbsilber“ neue Aktualität - als Ausdruck für langlebige, werthaltige Bestände, die nicht nur genutzt, sondern über Generationen weitergegeben werden.“

Glatter Silberbecher, Deutsch 1790

Preis auf Anfrage
Art.Nr. 0750
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Glatter Silberbecher, Deutsch 1790

Glatter Silberbecher, teilvergoldet — Deutsch, um 1780–1810

Spät Barocker Silber Becher 12 Loth Deutsch um 1780-1810
Meisterzeichen: HSN im viereck
Beschauzeichen: keins, Deutsch um 1780-1810 Silber 12 Lot, teilvergoldet
Maße: Höhe 8,3 cm, Durchmesser oben ca. 7,3 cm,
– 1 Inch = 2,54 cm –
Gewicht ca. 141 g.

Zustand: altersgemäß sehr gut

Glatter Silberbecher, teilvergoldet — Deutsch, um 1780–1810

Glatter, zylindrisch leicht konischer Silberbecher des späten 18. Jahrhunderts auf schmalem, schlicht profiliertem Standring. Die Wandung ist vollständig ungeziert und ohne Gravur; der nach außen umgelegte Mündungsrand wird durch einen feinen Doppelsteg akzentuiert. Das Innere ist vollständig vergoldet – eine für Trinkgefäße dieser Zeit typische, funktional bedingte Ausführung, da Gold nicht oxidiert und gegenüber säurehaltigen Getränken beständig ist.

Die Proportionen sind ausgewogen, die Formensprache klar und zurückhaltend. Die Oberfläche zeigt eine gleichmäßige, altersgemäße Patina ohne erkennbare Beschädigungen oder spätere Eingriffe. Die Qualität des Stückes manifestiert sich in der Reinheit der Form, der sorgfältigen handwerklichen Ausführung und der Materialgüte. Der Gesamteindruck entspricht einem solide handwerklich ausgeführten Gebrauchsstück gehobener Qualität.

Material: Silber 12 Lot (= 750/1000), teilvergoldet (Innenspiegel).
Maße: Höhe: 8,3 cm — Durchmesser oben: ca. 7,3 cm — Gewicht: ca. 141 g.
Marken: Meisterzeichen: HSN im Viereck. Beschauzeichen: keines nachweisbar. Die fehlende Beschau erschwert eine präzise regionale Zuweisung; das Meisterzeichen HSN verweist auf einen ostdeutschen oder mittelostdeutschen Goldschmied. Die Datierung ergibt sich stilistisch aus der glatten, ornamentlosen Formensprache des späten 18. bis frühen 19. Jahrhunderts.

Stil: Spätbarock / Übergang zum Klassizismus. Die vollständig glatte, auf jede Zier verzichtende Wandung ist charakteristisch für die deutsche Silberschmiedekunst um 1780–1810, die in dieser Zeit zunehmend dem klassizistischen Formideal der Reduktion und Klarheit folgte.

Zustand: Altersgemäß sehr gut. Gleichmäßige Patina. Keine Beschädigungen, keine Reparaturen erkennbar.

Der Silberfeingehalt auf in Deutschland ausgeführten Silberobjekten wurde bis 1868 in Lot(h) angegeben. Üblich waren Arbeiten aus 12 Lot = 750/1000 und 13 Lot = 812,5/1000. Da die Städte den Mindestfeingehalt festlegten, garantierten so die jeweiligen Stadtmarken für den Feingehalt, im Norden überwiegend 12 Lot und im Süden überwiegend 13 Lot. Sehr betuchte Auftraggeber wie Mitglieder des Hofes oder Adels ließen sich hingegen auch Stücke mit einem Feingehalt von 14 Lot = 875/1000 oder gar 15 Lot = 937,4/1000 anfertigen. Ab 1868 werden ebenso die Feingehaltsmarken 750 und 800 eingeführt, ab 1888 gilt ein Mindestfeingehalt von 800/1000 wie auch die Stempelung mit Halbmond und Krone für Silberwaren des deutschen Reiches. Diese Silberstempel gelten bis heute.

Bayerisches Nationalmuseum, Archiv zur Augsburger Goldschmiedekunst

Literatur — Deutsches Silber 1650–1850
Literatur: Jackson, Charles James: An Illustrated History of English Plate, Ecclesiastical and Secular. 2 Bde. London: Country Life / B.T. Batsford, 1911.
Literatur: Jackson, Charles James: English Goldsmiths and Their Marks. London: Macmillan, 1921 (2. Aufl.).
Literatur: Rosenberg, Marc: Der Goldschmiede Merkzeichen. 4 Bde. Frankfurt am Main: Frankfurter Verlags-Anstalt, 1922–1928.
Literatur: Sponsel, Jean Louis: Das Grüne Gewölbe zu Dresden. 4 Bde. Leipzig: Karl W. Hiersemann, 1925–1932.
Literatur: Hintze, Erwin: Schlesische Goldschmiede. Breslau: Priebatsch, 1928.
Literatur: Czichak, Ernst: Schlesische Goldschmiedekunst. Breslau: Woywod, 1901.
Literatur: Hintze, Erwin: Die Breslauer Goldschmiede. Eine archivalische Studie. Breslau: Priebatsch, 1906.
Literatur: Seling, Helmut (Hrsg.): Jugendstil. Der Weg ins 20. Jahrhundert. Heidelberg / München: Keyser, 1959
Literatur: Bott, Gerhard (Hrsg.): Kunsthandwerk um 1900. Jugendstil, Art Nouveau, Modern Style, Nieuwe Kunst. Darmstadt: Hessisches Landesmuseum, 1965.
Literatur: Oman, Charles: German Silver. London: HMSO / Victoria and Albert Museum, 1963.
Literatur: Brunner, Herbert: Alte Tafelsilber. Ein Handbuch für Sammler und Liebhaber. München: Bruckmann, 1964.
Literatur: Neuhaus, Gerhard: Silber. Arbeiten deutscher Goldschmiede des 17. und 18. Jahrhunderts. München: Klinkhardt & Biermann, 1964.
Literatur: Scheffler, Wolfgang: Goldschmiede Niedersachsens. Daten, Werke, Zeichen. 2 Bde. Berlin: de Gruyter, 1965.
Literatur: Steingraber, Erich (Hrsg.): Alte Goldschmiedekunst. München: Bruckmann, 1966.
Literatur: Grünwald, Michael: Augsburger Silber des 17. und 18. Jahrhunderts. Augsburg: Städtische Kunstsammlungen, 1968.
Literatur: Claasen, Hermann: Goldschmiedekunst. Ein Überblick über die Geschichte der Edelmetallkunst. Düsseldorf: Werner, 1968.
Literatur: Kohlhaussen, Heinrich: Nürnberger Goldschmiedekunst des Mittelalters und der Dürerzeit 1240–1540. Berlin: Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, 1968.
Literatur: Brunner, Herbert: Schatzkammer der Residenz München. München: Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, 1970.
Literatur: Grimme, Ernst Günther: Goldschmiedekunst im Mittelalter. Form und Bedeutung des Reliquiars von 800 bis 1500. Köln: DuMont, 1972.
Literatur: Scheffler, Wolfgang: Goldschmiede Rheinland-Westfalens. Daten, Werke, Zeichen. 2 Bde. Berlin / New York: de Gruyter, 1973.
Literatur: Leistikow, Dankwart: Deutsche Goldschmiedekunst des Mittelalters und der Neuzeit. Berlin: Kunstverlag, 1975.
Literatur: Scheffler, Wolfgang: Goldschmiede Hessens. Daten, Werke, Zeichen. Berlin / New York: de Gruyter, 1976.
Literatur: Hayward, J.F.: Virtuoso Goldsmiths and the Triumph of Mannerism 1540–1620. London: Sotheby Parke Bernet, 1976.
Literatur: Hernmarck, Carl: The Art of the European Silversmith 1430–1830. 2 Bde. London: Sotheby Parke Bernet, 1977.
Literatur: Hernmarck, Karl: Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450–1830. München: C.H. Beck, 1978.
Literatur: Seling, Helmut: Die Kunst der Augsburger Goldschmiede 1529–1868. 3 Bde. München: C.H. Beck, 1980.
Literatur: Sundrabs, Jürgen: Silberschmiedekunst in Norddeutschland. Bestände und Merkzeichen. Hamburg: Museum für Kunst und Gewerbe, 1982.
Literatur: Richter, Ernst-Ludwig: Altes Silber — imitiert, kopiert, gefälscht. 1983.
Literatur: Tardy: International Hallmarks on Silver. Paris: Tardy, 1985.
Literatur: Schliemann, Erich: Die Goldschmiede Hamburgs. 3 Bde. Hamburg: Selbstverlag, 1985.
Literatur: Meinz, Manfred: Schönes altes Silber. Keysers Handbuch für Sammler und Liebhaber. 2. Aufl. Gütersloh: Keyser, 1987.
Literatur: Sänger, Reinhard W.: Das deutsche Silber-Besteck. Biedermeier, Historismus, Jugendstil 1805–1918. Stuttgart: Arnoldsche Art Publishers, 1991.
Literatur: Baumstark, Reinhold / Seling, Helmut / Seelig, Lorenz: Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas. München: Hirmer, 1994.
Literatur: Neuhaus, Reiner / Schmidberger, Ekkehard: Kasseler Silber aus Barock, Empire und Gründerzeit. Eurasburg: Edition Minerva, 1998.
Literatur: Seling, Helmut: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529–1868. Meister, Marken, Werke. München: C.H. Beck, 2007.
Literatur: Koeppe, Wolfram: Extravagant Inventions. The Princely Furniture of the Roentgens. New York: Metropolitan Museum of Art, 2012.

Glatter Silberbecher, Deutsch 1790

Spät Barocker Silber Becher 12 Loth Deutsch um 1780-1810
Meisterzeichen: HSN im viereck

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