Zur aktuellen Lage am Silbermarkt „Ich bin seit über 30 Jahren in diesem Geschäft tätig und habe einen derart schnellen Anstieg des Silberpreises bislang nicht erlebt. Die Auswirkungen zeigen sich bereits deutlich am Markt: Verfügbarkeit und Nachbeschaffung werden spürbar schwieriger, insbesondere bei zusammenpassenden Teilen und gutem Erhaltungszustand.

Für Sammler und Nutzer hochwertiger Tafelkultur bedeutet das: Wer noch ergänzen oder Lücken schließen möchte, sollte dies zeitnah prüfen, da spätere Nachkäufe erfahrungsgemäß mit höherem Aufwand und deutlich steigenden Preisen verbunden sind. Gleichzeitig gewinnt in diesem Zusammenhang der alte dänische Begriff „Erbsilber“ neue Aktualität - als Ausdruck für langlebige, werthaltige Bestände, die nicht nur genutzt, sondern über Generationen weitergegeben werden.“

Galerie Tablett Silber 812,5 Arolsen 1820

Ovales, zweihenkliges Galerie-Tablett auf vier Löwenpatzenfüßen. Silber 13 Lot / 812,5. Arolsen (Hessen), um 1820/30.

Preis auf Anfrage
Art.Nr. 0748
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Galerie Tablett Silber 812,5 Arolsen 1820

Empire Galerie-Tablett Silber 13 Loth 812,5 Bad Arolsen 1820/30. Hessen

Ovales, zweihenkliges Galerie-Tablett auf vier Löwenpatzenfüßen. Silber 13 Lot / 812,5. Arolsen (Hessen), um 1820/30.

Maße: Breite: 52 cm — mit Henkeln: 59 cm — Tiefe: 38,2 cm — Höhe am Henkel: 8 cm — Gewicht: 2.537 g.

Beschreibung
Der ovale Korpus ruht auf vier kräftigen Löwenpatzenfüßen, die aus reich ziseliertem Akanthuswerk herauswachsen — sichtbar in der Detailaufnahme. Der umlaufende Rand zeigt einen gravierten Palmetten- und Blattfries, der von einem feinen Perlstab nach innen abgeschlossen wird. Die seitlichen Bügelhenkel sind figürlich gearbeitet: Sie zeigen geriefelte, kannelierte Schäfte mit Blattwerk-Abschlüssen oben und unten, klassizistisch streng in der Form, dabei von hoher Detailqualität. Die Wandung unterhalb des Randes ist mit Rollwerk und Akanthusvoluten besetzt. Die Spiegelfläche ist glatt und ungraviert. Das Gesamtbild ist das eines repräsentativen Empire-Tafelstücks von erheblichem Gewicht und Größe.

Stil: Frühklassizismus / Empire. Charakteristische Gestaltungselemente der deutschen Silberschmiedekunst des frühen 19. Jahrhunderts: Palmetten-Fries, Löwentatzen, Akanthusdekor, Bügelhenkel.

Punzen: Arolser Beschauzeichen (A mit Waldecker Stern), Meisterzeichen FLD Schreibschrift für Friedrich Ludwig I. Andreas Drube (1798-1876) Silber 13 Loth (Feingehalt 13 Lot / 812,5).

Friedrich Ludwig I. Andreas Drube, Silber- und Goldarbeiter, geboren 7. September 1798 in Arolsen, gestorben 17. August 1876, Goldschmiede der ehemaligen Residenzstadt Arolsen im Fürstentum Waldeck. Drube stellte seine Arbeiten in der Regel 13lötig her und versah sie mit dem Arolser Beschauzeichen — dem Buchstaben A mit oberhalb gesetztem Waldecker Stern — sowie seinem Meisterzeichen. Feingehalt 13 Lot entspricht 812,5/1000 Silber.

Literatur: Kirchenbuch Bad Arolsen, Beerdigungen 1860–1902, S. 98. — Scheffler, Hessen,

Zustand: Sehr gut. Altersgemäße, gleichmäßige Patina. Keine Beschädigungen.

Historischer Kontext: Arolsen war Haupt- und Residenzstadt des Fürstentums Waldeck und Pyrmont. Die Waldecker Goldschmiede waren in ihrer Tätigkeit eng an die Aufträge des fürstlichen Hauses und seiner Hofhaltung gebunden. Drube arbeitete nachweislich für Mitglieder des Waldecker Fürstenhauses und fertigte für diese Auftraggeber qualitativ hochwertige Silberarbeiten in eigener Schmiedearbeit.

Der Silberfeingehalt auf in Deutschland ausgeführten Silberobjekten wurde bis 1868 in Lot(h) angegeben. Üblich waren Arbeiten aus 12 Lot = 750/1000 und 13 Lot = 812,5/1000. Da die Städte den Mindestfeingehalt festlegten, garantierten so die jeweiligen Stadtmarken für den Feingehalt, im Norden überwiegend 12 Lot und im Süden überwiegend 13 Lot. Sehr betuchte Auftraggeber wie Mitglieder des Hofes oder Adels ließen sich hingegen auch Stücke mit einem Feingehalt von 14 Lot = 875/1000 oder gar 15 Lot = 937,4/1000 anfertigen. Ab 1868 werden ebenso die Feingehaltsmarken 750 und 800 eingeführt, ab 1888 gilt ein Mindestfeingehalt von 800/1000 wie auch die Stempelung mit Halbmond und Krone für Silberwaren des deutschen Reiches. Diese Silberstempel gelten bis heute.

Weiterführende Literatur:
Literatur: Bernt Zeitzschel, Die Gold- und Silberschmiede im oestlichen Schleswig-Holstein
Literatur Reiner Neuhaus und Ekkehard Schmidberger: Kasseler Silber aus Barock, Empire und Gründerzeit
Literatur Ernst-Ludwig Richter : Altes Silber imitiert kopiert gefälscht
Literatur Baumstark, Reinhold, Helmut Seling und Lorenz Seelig: Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas. Hirmer Verlag, München 1994
Literatur Manfred Meinz: Schönes altes Silber. Keysers Handbuch für Sammler u. Liebhaber. 2. Auflage. Gütersloh 1987.
Karl Hernmarck: Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450-1830, München 1978.
Literatur Helmut Seling: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529 – 1868. Meister Marken Werke, München 2007.

Literatur: Irmscher, Günter: Das Kölner Goldschmiedehandwerk 1550-1800. Eine Sozial- und Werkgeschichte. Regensburg 2005.
Literatur: Bemmann, Hildegund: Rheinisches Tafelsilber. Silbernes Prunk- und Tafelgerät des nördlichen Rheinlandes von 1550-1800. Rheinbach-Merzbach 1992.
Literatur: Meta Patas: 400 Jahre Gold – und Silberschmiedekunst in Düsseldorf Ausstellung vom 8.11 bis 2.12 1977 SW: Goldschmiedekunst Silberschmiedekunst Düsseldorf

Galerie Tablett Silber 812,5 Arolsen 1820

Empire Galerie-Tablett Silber 13 Loth 812,5 Arolsen 1820/30. Hessen

Ovales, zweihenkliges Galerie-Tablett auf vier Löwenpatzenfüßen. Silber 13 Lot / 812,5. Arolsen (Hessen), um 1820/30.

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