Herbert Zeitner Silber 835 Weinkuehler Berlin ca 1930,
ART DECO CHAMPAGNE KÜHLER
Entwurf & Ausführung: Herbert Zeitner, Berlin, 1930 er Jahre
Silber 835, Teilvergoldung
Champagne-, Weinkuehler fuer zwei Flaschen. Ovale Form. Abgesetzte ausgestellte Muendung. Rillendekor. Hammerschlagdekor.
Marken auf der Wandung: Schriftmarke Zeitner, HZ (ligiert) im Kreis, 835.
Masse: Hoehe 22,5 cm. 2 208 g.
– 1 Inch (Zoll) = 2,54 Zentimeter –
Zustand: sehr gut, Hammerschlagdekor, teilvergoldet, Vergoldung leicht berieben
Prof. Herbert Zeitner (1900-1988).- Ab 1924 Lehrer der Vereinigten Staatsschulen f. freie und angewandte Kunst Berlin.
1939 Leiter eines Meisterateliers für Goldschmiede an der Preussischen Akademie der Künste. Zahlreiche Aufträge. Arbeitete von 1948 bis 1980 in Lüneburg.
Courage zum Dekor‹
»Zeitner hat sich nie beschränken wollen, hat immer aus seiner ›Courage zum Dekor‹ heraus gearbeitet. Er kann eine silberne Dose von der Klarheit dänischer oder schwedischer Gefäße treiben und dann eine goldene Rose auf den Deckel setzen, die verblüfft wie der Schluss eines Gedichtes von Heinrich Heine. Die Rose oder das Figürchen gibt er gleichsam gratis dazu für Menschen, die lachen können. In Zeitners Seele steht der fröhliche Gestalter neben dem auf die Zwecke gerichteten Formgeber. Er ist stets bemüht, der Gefahr zur Sterilität, die dem Konstruktivismus innewohnt, zu entrinnen. Er hat sich zeit seines Lebens nicht auf die reine Form beschränken wollen, obwohl er sie beherrscht, und so hat er sich niemals mit einer eindeutig klassifizierbaren Form zufriedengegeben wie etwa sein Hanauer Mitschüler Wilhelm Wagenfeld, der den erfolgreichen Weg zum Industrie-Gestalter gegangen ist.« (H. W. Hegemann, Dem Goldschmiedemeister Herbert Zeitner, in: Kunst und Handwerk 4, 1960, S. 27)
Vertreten in der Sammlung:
Museum Kunstpalest Düsseldorf, Dreiteiliges Teeservice 1929, 900er-Silber, getrieben, Hammerschlagdekor, Griffe u. Knäufe aus Elfenbein
1925 Mostra Internazionale delle Arti Decorative, Monza
1933 Chicago
Ausstellung „Liebesringe“ der Deutschen Gesellschaft für Goldschmiedekunst im Haus der Kunst in Berlin
1955 Kunsthandwerk-Studio 13 in Frankfurt, außerdem Ausstellungen in Göteborg, Toronto, New York, New Orleans
1960 Herbert Zeitner und sein Kreis, Deutsches Goldschmiedehaus Hanau Teilnahme an einer Messe in Florenz mit 36 Arbeiten
Ausstellung: Im Jahr 2010 wäre Prof. Herbert Zeitner 110 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass wurde das Gesamtwerk dieses international anerkannten Goldschmiedemeisters anhand von exemplarischen Arbeiten in zwei aufeinander folgenden Ausstellungen, allerdings mit jeweils unterschiedlichem Träger und verschiedener konzeptioneller Ausrichtung – in Hanau und in Lüneburg – präsentiert.
– Schmuckentwürfe für Fritz Lang`s Film ATLANTIS – Fritz Langs Stummfilmklassiker “Metropolis” (1927). Die nahezu komplette Version des Films wurde erstmals auf der Berlinale 2010 wieder gezeigt.
LITERATUR:
W. Riezler, Das deutsche Kunstgewerbe im Jahr der großen Pariser Ausstellung. Bilder von der Deutschen Abteilung der Internationalen Kunstgewerbeausstellung in Monza 1925 / Bücher der Form Nr. 4 (Berlin 1926) Abb. S. 45 (Figuren aus Bücher der Form Nr.4 (Berlin 1926) Abb. Seite 45 Figuren aus Silber)
Katalog Deutsches Kunstgewerbe 1927. Mostra internazionale delle Arti decorative di Monza. Sezione Germanica (Monza 1927) S. 22 Abb. S. 29 (Gerät aus Messing und Figur)
Deutsche Kunst und Dekoration 61 (1927/28) Abb. S. 215, 216 (Figuren und Gerät aus Messing) Deutsche Goldschmiede-Zeitung 35 (1932) Abb.S. 90, 466 (Becher aus Silber)
Deutsche Goldschmiede-Zeitung 37 (1934) 175. Taf. 28.
Deutsche Goldschmiede-Zeitung 38 (1935) 239 (Meister der deutschen Goldschmiedekunst: Herbert Zeitner) Abb. nach S. 246 u. im Kunstteil S. 41 ff.
(Schale aus Silber, Schmuck, Städte-teller von Bodo Kampmann)
Deutsche Goldschmiede-Zeitung 41 (1938) S.394 (Arbeiten aus der Werkstatt von Herbert Zeitner) Abb. S. 85 (Leuchterbüste »Luziabraut«), S. 86 ff. (Lehrlingsarbeiten aus der Werkstatt Zeitner), S. 88 (Dose aus Silber)
Kunst und Handwerk 2 (1958) Nr.2 Abb. S.34., 35. (Brosche, Kaminplatte, Schale, Silberteller
Kunst und Handwerk 4 (1960) Nr.7/8 Abb. S.22-28.
AMATE – Der Goldschmied Herbert Zeitner. Verlag der Kunst, Dresden 2010.
„Amate (lat.: „liebet!), so lautet der Titel einer Arbeit des 1900 in Coburg geborenen Gold- und Silberschmiedes Herbert Zeitner, dessen Werk heute in vielen international renommierten Sammlungen vertreten ist. Zeitner arbeitete in fast allen Bereichen der Gold- und Silberschmiedekunst. Er schuf Vasen, Kannen, Kelche, Schalen, Kreuze, Tafelgeschirr, die ganze Bandbreite des Schmucks sowie Arbeiten für Städte und öffentliche Institutionen. Das Buch spannt einen inhaltlichen Bogen von Zeitners Lehrjahren an der Hanauer Zeichenakademie (1914–1921) über seine Arbeit als Lehrer und Professor für Goldschmiedekunst an den Vereinigten Schulen für freie und angewandte Kunst in Berlin bis hin zu den durch eine zunehmende Abstraktion gekennzeichneten, späten Arbeiten der 1960er- und 70er-Jahre.“
Katalog Metallkunst der Moderne, Bröhan IV, S. 580 ff., Sammlung Broehan IV., Broehan Museum 1990.
weiterführende Literatur:
Bröhan Museum (Hrsg.): Metallkunst der Moderne. Bestandskataloge des Bröhan Museums VI. Berlin 2001
Rosenberg, Marc: Der Goldschmiede Merkzeichen. Band I-IV, Frankfurt am Main 1922.
Tardy: International hallmarks on silver. Paris 1985.
Herbert Zeitner Silber 835 Weinkuehler Berlin ca 1930.
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