Meissen Porzellan Suppenteller Muster Peitschenhieb HvdV
Tiefer Teller, Suppenteller,
Muster: „Peitschenhieb“ in Kobaltblau
Entwurf: Henry van de Velde 1903, whiplash – Peitschenhieb in Kobaltblau
Ausfuehrung: Koenigliche Porzellan-Manufaktur Meissen, Meissen um 1905-10,
Masse: Durchmesser 26,5 cm, Hoehe 3,5 cm
Marken: Knaufschwerter, zwei Schleifstriche, Kuenstlersignet eingepresst H. v d V, Malermarke 51 oder 14, Meissen um 1905-10
Zustand: sehr gut, Flugasche oder oxidierter Eisen-Punkt
Deutsche Fotothek Dresden, Terrine, eine Sauciere und ein Suppenteller
Im Artikel GOODLIFE MAGAZIN abgebildet 2025.08
Henry van de Velde – Suppenteller „Peitschenhieb“, Meissen, um 1905–1910
Der tiefe Teller / Suppenteller im Dekor „Peitschenhieb“ nach einem Entwurf von Henry van de Velde (1863–1957) gehört zu den charakteristischen Bestandteilen des berühmten Jugendstilservices, das van de Velde 1903 für die Meissener Porzellanmanufaktur entwarf. Dieses Service zählt zu den bedeutenden Beispielen der Reformbewegung im deutschen Kunstgewerbe um 1900 und markiert einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der modernen Formgestaltung.
Das Dekor „Peitschenhieb“ (Whiplash) ist eines der prägendsten Motive des Jugendstils. Die dynamisch geschwungene Linie symbolisiert Bewegung, organisches Wachstum und die Abkehr von den historistischen Ornamenten des 19. Jahrhunderts. In van de Veldes Entwürfen folgt das Ornament konsequent der Form des Gefäßes und verstärkt dessen plastische Wirkung. Besonders in der Ausführung mit kobaltblauem Dekor entsteht ein eleganter Kontrast zur weißen Porzellanoberfläche, wodurch die rhythmische Linienführung besonders deutlich hervortritt.
Van de Velde verstand Gestaltung als Einheit von Form, Funktion und Ornament. Auch bei einem einfachen Gebrauchsgegenstand wie dem Suppenteller zeigt sich dieses Prinzip: Die klar proportionierte Form wird durch das fließende Dekor belebt, ohne die Funktion des Objekts zu überlagern. Damit wird selbst ein alltägliches Tafelgerät zu einem Beispiel der neuen modernen Gestaltungsidee.
Die Königliche Porzellan-Manufaktur Meissen, eine der ältesten Porzellanmanufakturen Europas, öffnete sich um die Jahrhundertwende bewusst den Ideen moderner Künstler. Mit Gestaltern wie Henry van de Velde gelang es, die traditionsreiche Porzellankunst mit den Ideen der künstlerischen Reformbewegung und der frühen Moderne zu verbinden.
Objektangaben
Henry van de Velde – Suppenteller „Peitschenhieb“, Entwurf 1903
Ausführung: Königliche Porzellan-Manufaktur Meissen, um 1905–1910
Material: Porzellan mit kobaltblauem Dekor
Durchmesser: 26,5 cm, Höhe 3,5 cm
Marken: Meissener Knaufschwerter, eingepresstes Künstlersignet „H. v. d. V.“, Malermarke 51 oder 14
Zustand: sehr gut, mit kleinem Brandpunkt (Flugasche / oxidierter Eisenpunkt)
Der Teller steht exemplarisch für die Verbindung von Jugendstilästhetik, moderner Formgestaltung und der traditionsreichen Meissener Porzellankunst und dokumentiert den gestalterischen Aufbruch des deutschen Kunstgewerbes an der Schwelle zur Moderne.
Literatur: Radikal schön – Jugendstil und Symbolismus: Die Sammlung Ferdinand Wolfgang Neess. Katalog. Hg.: Peter Forster, Sabine Panchaud, Wiesbaden 2019, Abbildung Seite 76, Katalog Nr. K 121 Seite 558:

Literatur: Föhl, Thomas und Neumann, Antje: Raumkunst und Kunsthandwerk. Henry van de Velde.
Ein Werkverzeichnis in sechs Bänden. Band III Keramik. Klassik Stiftung Weimar / E.A. Seemann Verlag 2016, Katalog Nr. III.2.1.9 auf Seite 398 ff.
Literatur: Hughes, Graham, Modern Silver Through the World 1880-1967. Crown Publishers 1967. Seite 155-158. Henry van de Velde Silberbesteck Modell Nr.I.
Literatur: Bestandskatalog Bd. V/2 des Broehan Museums Berlin 1996
Literatur: Just, Johannes: Meissener Jugendstil / Porzellan. Leipzig 1983, Katalog Nr. 89 ff.
Literatur: Thomas Föhl und Sabine Walter, Leidenschaft Funktion und Schönheit – Henry van de Velde – und sein Beitrag zur Europäischen Moderne,
Literatur: Daenens, Lieven, Design museum Gent; History and collections (2007) Porseleinen serviesonderdelen van Henry van de Velde (1863-1957), voor Meissener Porzellanmanufaktur, 1903-1904, Seite 78. Sauciere, Brötchenteller, Eßteller in Kobalt Blau
Für Möbel: Seite 76 ff. Seiete 79. Eetkamer van padoek uit de woning De Craene-Van Mons in Brussel, van Henry van de Velde (1863-1957) ca.1898
Literatur: Jugendstil in Dresden, Aufbruch in die Moderne, Ausstellungskatalog Staatliche Kunstsammlungen Dresden 1999,
Meissener Jugendstilmuster auf der Seite:
S.238 Hentschel, Krokus 1, S.243 Hentschel Flügelmuster,
S.244 Theodeor Grust, Kleeblatt; Henry van de Velde HvdV, Peitschenhieb und R. Riemerschmid, Rispe
S.245 O.E. Voigt, Saxsonia; Hentschel, Krocus 2 und Paul Richter, Ahorn,
S.246 Heinrich Vogeler, Rosen Garnitur; Theodeor Grust, Misnia
S.247 Hentschel, Arnica; HAPAG Drachenfisch Teller
Ausstellungskatalog: Hetjens Museum Düsseldorf, Deutsches Keramikmuseum 09. Mai bis 08. August 1999;
Um 1909, Porzellan aus Berlin, Meissen und Nymphenburg, Seite 129 Abb. 131
Weiterführende Literatur: Henry van de Velde: Geschichte meines Lebens. Piper Verlag, München 1962. Online zu lesen auf der Internetpräsenz digitale Bibliotheek for de Nederlandse letteren
Artikel über Henry van de Velde anlässlich des 150. Geburtstages: http://www.szecessziosmagazin.com/magazin9/henryvandevelde150.php
Arbeiten Henry van de Veldes befinden sich in den führenden Design Museen der Welt, Oslo Norwegen; Chicago USA, Britsh Museum, London UK etc.
Schlüsselobjekte Neues Museum Weimar, Henry van de Velde, Speiseservice der Königlich-Sächsischen Porzellan-Manufaktur Meissen, ehemals Johanna und Herbert Esche, Chemnitz, 1903/1904,
Spiegel Artikel 2009: Der unbekannte Mr. Bauhaus. „Das Bauhaus prägte Kunst und Architektur des 20. Jahrhunderts. Jetzt wird der 90. Geburtstag von Walter Gropius‘ legendärer Kunstschule groß gefeiert. Dabei begann ihre Geschichte schon 17 Jahre früher – mit einem wenig bekannten Genie aus Belgien. „
Art Institute Chicago, Peitschenhieb Teller
Oslo (S): Kunstindustrimuseet i Oslo
Peitschenhiebteller im Museum
Meissen, Design Henry van de Velde
Eßteller, Speiseteller, Dinner Plate, 1903, Detroit Institute of Arts, USA.
The Minneapolis Institute of Art, Meissen Teller, Schale, Spieltisch (Scheidemantel, Weimar)
Siehe auch in der Sammlung Rijkmuseum, Amsterdam, Niederlande: Portret Henry van de Velde, 1906, Edvard Munch, 1906
Ebenfalls in der Sammlung des Rijksmusem Amsterdam, Niederlande zu finden: Teller –
Bord van porselein, beschilderd met zweepslag-decor in onderglazuurblauw. Het bord is gemerkt.
Ein Zimmer als Gesamtkuntwerk im Nordenfjeldske Kunstindustrimuseum, Norwegen. Das Museum besitzt einen eigenen Raum, der in seiner Gesamtheit vom belgischen Architekten Henry van de Velde im Jahr 1908 entworfen worden ist.
Das Sammeln von Jugendstilkunst hat im Hessischen Landesmuseum Darmstadt eine lange Tradition. Weltruhm besitzen die Möbel Henry van de Veldes. Schreibtisch aus dem Direktionszimmer der »Revue Blanche« Ixelles bei Brüssel, 1899, Nussbaum, Leder, Messing B 257,5 cm
Stichwörter: Hector Guimard, Victor Horta, Josef Maria Olbrich, Archibald Knox, Ashbee, Inneneinrichtung, Möbel, Sitzmöbel, Stuhl, Keramik, Metallarbeiten, Silberschmuck, Porzellanservice, Silberbesteck, Sterling Silber Tafelbesteck, Josef Hoffmann, Umstätter, Koloman Moser, Wiener Werkstätte, Josef Maria Olbrich, Franz Hofstoetter Leotz Vase, Josef Urban, Julius MEIER-GRAEFE, L’Art décoratif, Paris Weltausstelung 1900, Peter Behrens, Julius Rückert Mainz, August Endell, Patriz Huber, Bernhard Pankok, Bruno Paul, Maurice Dufrene, Samuel Siegfried Bing,
Richard Riemerschmid, Heinrich Vogeler, Henry van de Velde, Gustave Serruier-Bovy, Hector Guimard, JacquesGruber, Paul Follot, Carlo Bugatti, Louis Majorelle, Emile Galle, Ecole de Nancy, Tony Selmersheim, Eduard Diot, leon Benouville, Georges de Feure, Eugene Gaillard, Francois Carabin,
Meissen Porzellan Suppenteller Muster Peitschenhieb HvdV,
TIEFER TELLER, SUPPENTELLER,
Die Zeitschrift, Dekorative Kunst 1897, L’Art décoratif 1899 – Mitbegründer Julius MEIER-GRAEFE ebenfalls Mitbegründer der PAN – Aufsichtsrats Mitglieder u.a. Eberhard von Bodenhausen, Harry Graf Kessler.
Das Werksverzeichnis finden Sie unter: www.wvz-henryvandevelde.de
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