Zur aktuellen Lage am Silbermarkt „Ich bin seit über 30 Jahren in diesem Geschäft tätig und habe einen derart schnellen Anstieg des Silberpreises bislang nicht erlebt. Die Auswirkungen zeigen sich bereits deutlich am Markt: Verfügbarkeit und Nachbeschaffung werden spürbar schwieriger, insbesondere bei zusammenpassenden Teilen und gutem Erhaltungszustand.

Für Sammler und Nutzer hochwertiger Tafelkultur bedeutet das: Wer noch ergänzen oder Lücken schließen möchte, sollte dies zeitnah prüfen, da spätere Nachkäufe erfahrungsgemäß mit höherem Aufwand und deutlich steigenden Preisen verbunden sind. Gleichzeitig gewinnt in diesem Zusammenhang der alte dänische Begriff „Erbsilber“ neue Aktualität - als Ausdruck für langlebige, werthaltige Bestände, die nicht nur genutzt, sondern über Generationen weitergegeben werden.“

Königsberger Münzbecher Andreas Junge I, Silber 1740

Dieser seltene Königsberger Münzbecher aus dem Jahr 1740 gehört zu den charakteristischen Goldschmiedearbeiten des baltischen Raums des 18. Jahrhunderts. Gefertigt vom Königsberger Meister Andreas Junge I, verbindet das Gefäß hochwertige Silberschmiedekunst mit einem außergewöhnlichen Ensemble historischer Silbermünzen aus dem Hanse- und Ostseeraum. Vergleichbare Münzbecher befinden sich heute überwiegend in Museen oder bedeutenden Privatsammlungen und erscheinen nur selten auf dem internationalen Kunstmarkt.

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Königsberger Münzbecher Andreas Junge I, Silber 1740

Königsberger Münzbecher von Andreas Junge I, datiert 1740, Silber, innen vergoldet. Historischer Münzbesatz des Hanse- und Ostseeraums

Münzbecher, Silber, innen vergoldet, Andreas Junge I, Königsberg 1740. Baltikum

Dieser seltene Königsberger Münzbecher aus dem Jahr 1740 gehört zu den charakteristischen Goldschmiedearbeiten des baltischen Raums des 18. Jahrhunderts. Gefertigt vom Königsberger Meister Andreas Junge I, verbindet das Gefäß hochwertige Silberschmiedekunst mit einem außergewöhnlichen Ensemble historischer Silbermünzen aus dem Hanse- und Ostseeraum. Vergleichbare Münzbecher befinden sich heute überwiegend in Museen oder bedeutenden Privatsammlungen und erscheinen nur selten auf dem internationalen Kunstmarkt.

Münzbecher:
BZ.: Königsberg (Ostpreußen), 1740
Silber, innen vergoldet
Meister: Andreas Junge I (Meister ab 1710, † 1757)
Höhe: 10,4 cm
Gewicht: 248 Gramm

Zustand: Sehr guter altersgemäßer Erhaltungszustand. Die Innenvergoldung, sämtliche Marken sowie der originale Münzbesatz sind erhalten. Normale Gebrauchs- und Altersspuren entsprechend dem Alter.

Marken:
Stadtmarke Königsberg
Jahresbuchstabe D = 1740
Meistermarke Andreas Junge I

Zylindrischer Münzbecher mit eingezogenem Standring und leicht ausgestelltem Lippenrand. Die Innenfläche ist vollständig vergoldet.
Der Korpus ist mit zwölf historischen Silbermünzen besetzt; im Boden befindet sich zusätzlich ein großformatiger Taler. Sämtliche Münzen sind original in die Silbermontierungen eingefasst.

Münzbecher dieser Art entstanden vor allem im Baltikum und zählen zu den repräsentativsten Erzeugnissen der Königsberger Goldschmiedekunst des 17. und 18. Jahrhunderts. Sie verbinden Goldschmiedearbeit, Numismatik und Repräsentation und spiegeln zugleich die weitreichenden Handelsbeziehungen des Hanse- und Ostseeraums wider.

Münzbesatz:
Nach bisheriger Bestimmung umfasst der Münzbesatz unter anderem:

  • Taler Herzog Friedrich III. von Holstein-Gottorf (Bodenmedaillon)
  • Zwei Taler Sigismund III. Wasa, König von Polen und Großfürst von Litauen
  • Zwei Münzen Friedrich I., König in Preußen
  • VI Mariengroschen 1714 (Braunschweig-Lüneburg)
  • VI Mariengroschen 1688 (Braunschweig-Lüneburg)
  • VI Mariengroschen 1682 (Braunschweig-Lüneburg)
  • Münze Herzog Rudolf August von Braunschweig-Wolfenbüttel
  • Münze mit Umschrift „Fredericus Rex“, datiert 1701
  • Zwei weitere historische Silbermünzen des 17. bzw. frühen 18. Jahrhunderts

Die jüngste bislang identifizierte Münze datiert auf 1714 und bildet den terminus post quem für die Zusammenstellung des Münzbesatzes.

Kunsthistorische Einordnung:
Münzbecher und Münzhumpen gehörten zu den bedeutendsten Sonderformen der Goldschmiedekunst im Ostseeraum. Besonders Königsberg entwickelte sich im 17. und 18. Jahrhundert zu einem Zentrum dieser repräsentativen Gefäßgattung. Die Kombination aus hochwertiger Silberschmiedearbeit und sorgfältig ausgewählten Silbermünzen machte diese Objekte zu beliebten Sammler- und Schaustücken wohlhabender Bürger, Kaufleute und Angehöriger des Adels.
Arbeiten von Andreas Junge I sind heute selten. Vergleichbare Münzbecher und Münzhumpen wurden in den vergangenen Jahren unter anderem bei Lempertz, Van Ham und Bukowskis angeboten.

Literatur:

Wolfgang Scheffler, Goldschmiede Ostpreußens. Daten – Werke – Zeichen.
Emil Czihak, Die Edelschmiedekunst früherer Zeiten in Preußen.
Wilhelm Neumann, Verzeichnis baltischer Goldschmiede, ihrer Merkzeichen und Werke.

Literatur: Marquardt, Klaus: Europäisches Essbesteck aus acht Jahrhunderten. Eine kunstsammlung. Arnoldsche 1997. Vergl. Seite 86. Nr.241, Seite 89. Nr.252
Literatur: SILBER AUF REISEN; Ausstellungskatalog 1991-1992 der Hessischen Hausstiftung Museum Schloß Fasanerie in Eichenzell bei Fulda

Literatur: Clasen, Carl-Wilhelm: Rheinische Silbermarken. Die Marken und Werke der Rheinischen Goldschmiede. CMZ Verlag Rheinbach-Merzbach 1986.
Literatur: Irmscher, Günter: Das Kölner Goldschmiedehandwerk 1550-1800. Eine Sozial- und Werkgeschichte. Regensburg 2005.
Literatur: Bemmann, Hildegund: Rheinisches Tafelsilber. Silbernes Prunk- und Tafelgerät des nördlichen Rheinlandes von 1550-1800. Rheinbach-Merzbach 1992.
Literatur: Meta Patas: 400 Jahre Gold – und Silberschmiedekunst in Düsseldorf Ausstellung vom 8.11 bis 2.12 1977 SW: Goldschmiedekunst Silberschmiedekunst Düsseldorf.

Literatur: Hans Wiswe: Die Branntweinkaltschale. Studien um ein Speisebrauchtum. In: Beiträge zur Deutschen Volks- und Altertumskunde. Nr. 8, 1964. Hamburger Museumsverein, Hamburg, ISSN 0408-8220, S. 61–86.
Literatur: Kunstschätze aus dem St.-Martini-Münster zu Emmerich, bearb. v. Gerard Lemmens/Guido de Werd, Ausstellungskatalog, Emmerich 1977
Literatur: Klevisches Silber. 15.–19. Jahrhundert, bearb. v. Guido de Werd, Ausstellungskatalog Städtisches Museum Haus Koekkoek, Kleve, Kleve 1978
Literatur: Lemmens, Gerard: Die Schatzkammer Emmerich, Kleve 1983
Literatur: Schenkenschanz. „de sleutel van den hollandschen tuin“, red. v. Guido de Werd, Ausstellungskatalog Städtisches Museum Haus Koekkoek, Kleve, Kleve 1986
Literatur: De Werd, Guido: Een kelk uit 1697 door Rabanus Raab de Oudere uit Kalkar, in: Antiek, Jg. 25, Nr. 2, 1990, S. 83–88
Literatur: Rieß, Marina: Das Goldschmiedehandwerk der Frühen Neuzeit am Niederrhein – Liturgische Goldschmiedewerke im konfessionellen Spannungsfeld. (Dissertation 2021)

Weiterführende Literatur:
Literatur: Helmut Seling: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529 – 1868. Meister Marken Werke, München 2007.
Literatur: Baumstark, Reinhold, Helmut Seling und Lorenz Seelig: Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas. Hirmer Verlag, München 1994
Literatur: Rosenberg, Marc: Der Goldschmiede Merkzeichen. Band I-IV, Frankfurt am Main 1922.
Literatur: Tardy: International hallmarks on silver. Paris 1985.
Literatur: Manfred Meinz: Schönes altes Silber. Keysers Handbuch für Sammler u. Liebhaber. 2. Auflage. Gütersloh 1987.
Literatur: Karl Hernmarck: Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450-1830, München 1978.
Literatur: Ernst-Ludwig Richter : Altes Silber imitiert kopiert gefälscht
Literatur: Germanisches Nationalmuseum (HG.): Nürnberger Goldschmiedekunst 1541-1868. 2 Bände. Nürnberg 2007.
Literatur: Reiner Neuhaus und Ekkehard Schmidberger: Kasseler Silber aus Barock, Empire und Gründerzeit.
Literatur: Kirchengold und Tafelsilber. Die Sammlung von Silberarbeiten im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund 2008
Literatur: Schliemann, Erich: DIE GOLDSCHMIEDE HAMBURGS. Band I, II und III., Verlag: Verlag Schliemann und Cie, Erscheinungsdatum: 1985

Bayerisches Nationalmuseum, Archiv zur Augsburger Goldschmiedekunst

Zylindrischer Münzbecher mit eingezogenem Standring und leicht ausgestelltem Lippenrand. Die Innenfläche ist vollständig vergoldet.
Der Korpus ist mit zwölf historischen Silbermünzen besetzt; im Boden befindet sich zusätzlich ein großformatiger Taler. Sämtliche Münzen sind original in die Silbermontierungen eingefasst.

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Königsberger Münzbecher von Andreas Junge I, datiert 1740, Silber, innen vergoldet. Historischer Münzbesatz des Hanse- und Ostseeraums

Seltener Königsberger Münzbecher aus Silber von Andreas Junge I, datiert 1740, mit originalem historischem Münzbesatz aus dem Hanse- und Ostseeraum.

Musealer Münzbecher aus Ostpreußen mit Stadtmarke Königsberg, Meistermarke Andreas Junge I und zwölf original eingefassten Silbermünzen des 17. und frühen 18. Jahrhunderts.

Ein bedeutendes Zeugnis der Königsberger Goldschmiedekunst des 18. Jahrhunderts und ein außergewöhnliches Sammlerstück für Silber, Numismatik und baltische Kunstgeschichte.

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