Zur aktuellen Lage am Silbermarkt „Ich bin seit über 30 Jahren in diesem Geschäft tätig und habe einen derart schnellen Anstieg des Silberpreises bislang nicht erlebt. Die Auswirkungen zeigen sich bereits deutlich am Markt: Verfügbarkeit und Nachbeschaffung werden spürbar schwieriger, insbesondere bei zusammenpassenden Teilen und gutem Erhaltungszustand.

Für Sammler und Nutzer hochwertiger Tafelkultur bedeutet das: Wer noch ergänzen oder Lücken schließen möchte, sollte dies zeitnah prüfen, da spätere Nachkäufe erfahrungsgemäß mit höherem Aufwand und deutlich steigenden Preisen verbunden sind. Gleichzeitig gewinnt in diesem Zusammenhang der alte dänische Begriff „Erbsilber“ neue Aktualität - als Ausdruck für langlebige, werthaltige Bestände, die nicht nur genutzt, sondern über Generationen weitergegeben werden.“

Baroque silver mustard pot Beckum 1770-80. Germany

Baroque silver mustard pot with rococo style thumb rest in the shape of a leaf
Marking: town mark Beckum, Westphalia (former Hanseatic city), silver 13 Loth – the only preserved baroque corpus ware! The only known piece apart from cutlery.
Maker’s mark: ? FN for Friederich Christian Joseph Nettesheim I. ?
Height 19 cm, weight 180 g. – 1 inch = 2.54 cm –

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Item No. 5558
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Baroque silver mustard pot Beckum 1770-80 Germany

Baroque silver mustard pot with rococo style thumb rest in the shape of a leaf
Marking: town mark Beckum, Westphalia (former Hanseatic city), silver 13 Loth – the only preserved baroque corpus ware! The only known piece apart from cutlery.
Maker’s mark: ? FN for Friederich Christian Joseph Nettesheim I. ?
Height 19 cm, weight 180 g. – 1 inch = 2.54 cm –


Barock Silber Senfkanne Beckum 1770-80

Barock Silber Senfkanne mit rokokohafter Daumenrast in Form eines Blattes
Beschau: Beckum, Westfalen (ehemalige Hansestadt), Silber 13 Loth – Einzig erhaltene Barock Korpusware !
Meisterzeichen: ? FN für Friederich Christian Joseph Nettesheim I. ?
Höhe 19 cm, Gewicht 180 g. – 1 Inch = 2,54 cm –
Zustand: altersgemäß sehr gut, zwischen unterem ersten und zweiten Drittel nicht sichtbare, aber dennoch vorhandene Reparaturstellen
Literatur: Scheffler, Wolfgang: Goldschmiede Rheinland-Westfalens, 1. Halbband: Aachen – Köln. De Gruyter 1973, S. 67 ff.

Der Silberfeingehalt auf in Deutschland ausgeführten Silberobjekten wurde bis 1868 in Lot(h) angegeben. Üblich waren Arbeiten aus 12 Lot = 750/1000 und 13 Lot = 812,5/1000. Da die Städte den Mindestfeingehalt festlegten, garantierten so die jeweiligen Stadtmarken für den Feingehalt, im Norden überwiegend 12 Lot und im Süden überwiegend 13 Lot. Sehr betuchte Auftraggeber wie Mitglieder des Hofes oder Adels ließen sich hingegen auch Stücke mit einem Feingehalt von 14 Lot = 875/1000 oder gar 15 Lot = 937,4/1000 anfertigen. Ab 1868 werden ebenso die Feingehaltsmarken 750 und 800 eingeführt, ab 1888 gilt ein Mindestfeingehalt von 800/1000 wie auch die Stempelung mit Halbmond und Krone für Silberwaren des deutschen Reiches. Diese Silberstempel gelten bis heute.

Literatur: Stierling; Hubert: Goldschmiedezeichen von Altona bis Tondern. Herausgeber: Wolfgang Scheffler, Neumünster 1955.
Literatur: Rosenberg, Marc: Der Goldschmiede Merkzeichen. Band I-IV, Frankfurt am Main 1922.
Literatur: Tardy: International hallmarks on silver. Paris 1985.

Weiterführende Literratur:
Literatur Reiner Neuhaus und Ekkehard Schmidberger: Kasseler Silber aus Barock, Empire und Gründerzeit
Literatur Ernst-Ludwig Richter : Altes Silber imitiert kopiert gefälscht
Literatur Baumstark, Reinhold, Helmut Seling und Lorenz Seelig: Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas. Hirmer Verlag, München 1994
Literatur Manfred Meinz: Schönes altes Silber. Keysers Handbuch für Sammler u. Liebhaber. 2. Auflage. Gütersloh 1987.
Karl Hernmarck: Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450-1830, München 1978.
Literatur Helmut Seling: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529 – 1868. Meister Marken Werke, München 2007.

Literatur: Irmscher, Günter: Das Kölner Goldschmiedehandwerk 1550-1800. Eine Sozial- und Werkgeschichte. Regensburg 2005.
Literatur: Bemmann, Hildegund: Rheinisches Tafelsilber. Silbernes Prunk- und Tafelgerät des nördlichen Rheinlandes von 1550-1800. Rheinbach-Merzbach 1992.
Literatur: Meta Patas: 400 Jahre Gold – und Silberschmiedekunst in Düsseldorf Ausstellung vom 8.11 bis 2.12 1977 SW: Goldschmiedekunst Silberschmiedekunst Düsseldorf

Barock Silber Senfkanne Beckum 1770-80

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