Emile Gallé Art Deco Glas Kugelvase 1920er Jahre
Émile Gallé Art-Déco Glas Kugelvase, Nancy, Frankreich, 1920er Jahre
Seltene französische Art-Déco-Kugelvase aus der berühmten Werkstatt Émile Gallé in Nancy, entstanden in den 1920er Jahren. Die klare kugelförmige Silhouette verbindet die organische Formensprache der École de Nancy mit der reduzierten Eleganz des frühen Art Déco und dokumentiert die stilistische Entwicklung der Gallé-Manufaktur nach der Jahrhundertwende. Aufgrund ihrer harmonischen Proportionen, der seltenen Ausführung und ihres perfekten Erhaltungszustandes zählt diese Vase zu den gesuchten französischen Kunstglasarbeiten der Zwischenkriegszeit.
Die großzügige Kugelform verleiht dem Objekt eine außergewöhnliche Ruhe und skulpturale Präsenz. Im Gegensatz zu den stark floralen und naturinspirierten Arbeiten der frühen Gallé-Periode zeigt sich hier eine deutlich modernisierte Auffassung von Form und Raum. Die geschlossene Volumengestaltung, die ausgewogenen Proportionen und die konzentrierte Wirkung des Glaskörpers spiegeln jene gestalterische Reduktion wider, die für die französische Glaskunst der 1920er Jahre charakteristisch wurde. Das an der Wandung ausgeführte Gallé-Signet verweist auf die traditionsreiche Herkunft aus den Werkstätten von Nancy.
Émile Gallé (1846–1904) gilt als einer der bedeutendsten Künstler des europäischen Jugendstils und als zentrale Persönlichkeit der École de Nancy. Mit seinen innovativen Arbeiten revolutionierte er die französische Glaskunst und entwickelte neue Techniken der Mehrschichtigkeit, Gravur und Oberflächenbearbeitung. Seine Werke verbinden botanische Studien, symbolistische Inhalte und außergewöhnliche technische Perfektion zu einer eigenständigen künstlerischen Sprache, die die internationale Entwicklung des Art Nouveau nachhaltig prägte.
Nach dem Tod Gallés wurde die Produktion in Nancy unter Wahrung seiner künstlerischen Prinzipien fortgeführt. Während die frühen Arbeiten vor allem durch florale und naturalistische Dekore geprägt waren, entwickelte sich die Formensprache in den 1910er- und 1920er-Jahren zunehmend in Richtung klarerer Volumen und reduzierter Linien. Gerade diese Übergangsphase zwischen Jugendstil und Art Déco besitzt heute kunsthistorisch besondere Bedeutung, da sie den Wandel der französischen Designauffassung im frühen 20. Jahrhundert dokumentiert.
Arbeiten von Émile Gallé befinden sich heute in bedeutenden internationalen Museums- und Kunstglassammlungen, darunter das Musée de l’École de Nancy, das Musée d’Orsay in Paris, das Metropolitan Museum of Art in New York sowie zahlreiche europäische Kunstgewerbemuseen. Seine Glasarbeiten gelten als Höhepunkte der französischen Kunst des Fin de Siècle und zählen zu den wichtigsten Schöpfungen der europäischen Glaskunst. (The Metropolitan Museum of Art)
Entwurf und Ausführung: Émile Gallé, Nancy, Frankreich, 1920er Jahre
Epoche: Art Déco / École de Nancy
Material: Kunstglas
Signatur: Gallé-Signet an der Wandung
Höhe: 23,5 cm
Zustand: Perfekter Originalzustand. Oppulentes Stück.
Vergleichsstücke befinden sich in der Kollektion des Museums Museé de l’Ecole de Nancy.
Bitte siehe auch die Stücke in der Sammlung National Gallery of Victoria, Australien. Clematis, vase
GALLÉ, Nancy – weitere Arbeiten
Museum Kunstplast, Glasmuseum, Sammlung Hentrich, Vase, Formgblasen
Vergleichsstück als Vase im eMuseum, Museum für Gestaltung Zürich, Archiv Zürcher Hochschule der Künste
Die Waldreben (Clematis), auch Klematis genannt, sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).
Ecole de Nancy, Maurice Dufrene, Eduard Diot, Georges de Feure, Francois Carabin, Emile Galle, Daum Nancy, Jaucques Gruber,
Gustave Serrurier-Bovy, Louis Gaillard, Paul Follot, Carlo Bugatti, Tony Selmersheim, Verre
École de Nancy bezeichnet den 1901 erfolgten Zusammenschluss führender Vertreter des Art Nouveau in der französischen Stadt Nancy. Sie zeichnet sich vor allem durch die enge Zusammenarbeit von Künstlern, Industriellen und Kaufleuten aus. Bekanntester Vertreter der Stilrichtung war Émile Gallé. Besondere Anregungen fand die École de Nancy stilistisch in den Formen der belebten Natur. Ornamentalische Erkennungszeichen der zugehörigen Künstler waren zum Beispiel die Verwendung der Abbildungen von Disteln, Libellen oder auch des Ginkgo. Bereits zum Zeitpunkt ihrer Gründung war die École de Nancy als Verbindung von Künstlern und Kunstindustrie definiert. Sie sollte es dem Zeitgeist entsprechend den urbanen Zentren außerhalb Paris ermöglichen, eine geistige Umgebung zu schaffen, die der Lehre und Entwicklung von industrieller Kunstfertigung dienlich sei. Sie sollte insbesondere in Lothringen eine Brücke schlagen zwischen der hier stark entwickelten Industriebasis (insbesondere der Metallurgie) und den Kunsthandwerkern (Kunsttischlern, Fayencekünstlern, den Glaskünstlern der Glasbläserei und Kristallverarbeitung sowie anderen kunsthandwerklichen Bereichen). Durch die Verbindung von kunsthandwerklichen Fertigkeiten und kaufmännischem Mäzenatentum sollte die systematische, industrielle Produktion von Kunst möglich werden. Dieser Ansatz schloss sowohl Einzelstücke, limitierte Auflagen als auch Serienproduktion ein. Ein möglichst großes, heterogenes kaufkräftiges Publikum im In- und Ausland sollte so angesprochen werden.
Literatur: Schmoll gen Eisenwert, J.A. und Schmoll gen Eisenwert, Helga: Nancy 1900, Jugendstil in Lothringen. Zwischen Historismus und Art Deco. Mainz am Rhein 1980.
Ausstellung im Münchener Stadtmuseum 1980/81, Verlag Phillip von Zabern
Literatur: H.Hilschenz-Mlynek, H. Ricke, Glas, Historismus, Jugendstil Art Deco, Bd.1 Frankreich, Sammlung Hentrich im Kunstmuseum Düsseldorf, Prestel Verlag München, 1985.
Literatur: Glas des Art Nouveau, Die Sammlung Gerda Koepff, Herausgeber: Ricke, Helmut und Schmitt, Eva, Prestel Verlag München 1998
Literatur: Schroeder, Udo: Trinkgläser vom Jugendstil zum Art Deco. Hamburg 1998.
Literatur: Möller, Renate: Jugendstil. Möbel, Glas, Keramik, Metalle, Leuchten, Schmuck, Uhren. Deutscher Kunstverlag München Berlin 1999,
Weiterführende Literatur:
Literatur: Thièbaut, Ph., Un Ensemble Art Nouveau, La Donation Rispal, Musée d’Orsay 2007.
Literatur: Koch, Michael: Meisterwerke des Jugendstils im bayerischen Nationalmuseum München, Hrsg. Eikelmann, Renate 2010, Arnoldsche
Literatur: Bestandskataloge des Bröhan-Museums Band VII. Glaskunst 1889-1939, Herausgeber: Bröhan, Margit Kanowski, Claudia – Berlin 2010. Daum Frères und Cie., Nancy Seite 346 ff.
Weiterführende Glas-Fachliteratur
Literatur: Yves Delaborde, Le Verre, Art and Design – XIXe – XXIe Siècles
Seite 53. Christian, Désiré
Seite 72. DAUM (verreries de Nancy) (Seite 74. Kürbisvase, Seite 75. Vase mit Wein und Applizierten Schnecken, Seite 76. Pfauenfederlampe)
Seite 86. Décorchemont, Francois 1880-1971
Seite 120. Gallé, Émile (1846-1904)
Seite 210. Meisenthal, Verrerie
Seite 304. Walter, Amalric (1870-1959), Verrier
Le verre à L´Ètranger, Seite 312. Peter Behrens
Seite 316. Lobmeyr, Verrerie
Seite 317. Loetz, Verrerie
Seite 320. Val Saint-Lambert, Verreie
Seite 321. Velde, Henry van de (Belgique, 1863 – Suisse, 1957)
Seite 325. Tiffany, Verreie et éditeur
Seite 326. Zynsky, Toots (*1951), Verrerier
Emile Gallé Art Deco Glas Kugelvase 1920er Jahre
Émile Gallé Art-Déco Glas Kugelvase, Nancy, Frankreich, 1920er Jahre
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