Zur aktuellen Lage am Silbermarkt „Ich bin seit über 30 Jahren in diesem Geschäft tätig und habe einen derart schnellen Anstieg des Silberpreises bislang nicht erlebt. Die Auswirkungen zeigen sich bereits deutlich am Markt: Verfügbarkeit und Nachbeschaffung werden spürbar schwieriger, insbesondere bei zusammenpassenden Teilen und gutem Erhaltungszustand.

Für Sammler und Nutzer hochwertiger Tafelkultur bedeutet das: Wer noch ergänzen oder Lücken schließen möchte, sollte dies zeitnah prüfen, da spätere Nachkäufe erfahrungsgemäß mit höherem Aufwand und deutlich steigenden Preisen verbunden sind. Gleichzeitig gewinnt in diesem Zusammenhang der alte dänische Begriff „Erbsilber“ neue Aktualität - als Ausdruck für langlebige, werthaltige Bestände, die nicht nur genutzt, sondern über Generationen weitergegeben werden.“

Fassbecher Herrengrund Bergbau Kupfer vergoldet 18. Jh.

Seltener Herrengrunder Doppelbecher des 18. Jahrhunderts in Form eines Fasses. Diese außergewöhnlichen Gefäße zählen zu den bedeutenden Erinnerungs- und Repräsentationsobjekten des europäischen Kupferbergbaus und verbinden montanistische Symbolik mit der Formensprache barocker Silberkunst.

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Art.Nr. 0859
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Fassbecher Herrengrund Bergbau Kupfer vergoldet 18. Jh.

Herrengrunder Doppelbecher Bergbau Fassbecher Kupfer feuervergoldet um 1720-40.

Seltener Herrengrunder Doppelbecher des 18. Jahrhunderts in Form eines Fasses. Diese außergewöhnlichen Gefäße zählen zu den bedeutenden Erinnerungs- und Repräsentationsobjekten des europäischen Kupferbergbaus und verbinden montanistische Symbolik mit der Formensprache barocker Silberkunst.

Herrengrunder Fassbecher aus vergoldetem Kupfer, Oberungarn 18. Jahrhundert, Zeugnis des berühmten „Wunders von Herrengrund“ und der europäischen Bergbaukultur.

Museal bedeutendes Sammlungsobjekt der Montangeschichte. Herrengrunder Doppelbecher gehören zu den seltensten erhaltenen Kunst- und Erinnerungsstücken aus den berühmten Kupferbergwerken von Herrengrund (heute Špania Dolina, Slowakei) und wurden bereits im 18. Jahrhundert als repräsentative Geschenke, Kunstkammerobjekte und Zeichen bergmännischen Stolzes geschätzt.

Objekt: Doppelbecher / Fassbecher / Bergbaubecher
Herkunft: Herrengrund, Úrvölgy, Komitat Zólyom, (Špania Dolina), Oberungarn, heute Slowakei
Datierung: 18. Jahrhundert
Material: Kupfer, getrieben, punziert, Schlangenhaut
Oberfläche: Innen vergoldet, außen teilvergoldet
Technik: Getrieben, graviert, punziert
Dekor: Schlangenhautpunzierung, gerillte Fassreifen, Sinnsprüche
Form: Zwei konische Becher zu einem Fass zusammensteckbar
Höhe geschlossen: ca. 10,5 cm
Höhe je Becher: ca. 5,5 cm
Durchmesser: ca. 7,5 cm
Gewicht: 🔴 XX
Epoche: Barock
Zustand: Altersgemäß sehr guter Zustand, Vergoldung berieben

Der vorliegende Doppelbecher stammt aus Herrengrund, einem der bedeutendsten Kupferbergbaureviere Europas. Die dortigen Gruben lieferten über Jahrhunderte Kupfer von außergewöhnlicher Qualität und machten die Region weit über die Grenzen des Königreichs Ungarn hinaus bekannt.

Seine besondere kulturhistorische Bedeutung verdankt Herrengrund einer naturwissenschaftlichen Erscheinung, die in der Frühen Neuzeit als Wunder galt. In den Grubenwässern lagerte sich Kupfer auf eingelegten Eisenflächen ab. Dieser elektrochemische Vorgang wurde als tatsächliche Verwandlung von Eisen in Kupfer interpretiert und als Beweis alchemistischer Transmutation angesehen. Das dabei gewonnene sogenannte Zementkupfer wurde verarbeitet und europaweit gehandelt.

Die aus Herrengrunder Kupferblechen gefertigten Schalen, Tummler, Fassbecher und Pokale galten als sichtbare Zeugnisse dieses „Wunders von Herrengrund“. Sie wurden als Erinnerungsstücke für Reisende, diplomatische Geschenke, Kunstkammerobjekte und repräsentative Schaustücke geschätzt. Die auf dem vorliegenden Doppelbecher eingravierten Verse beziehen sich unmittelbar auf diese Vorstellung der geheimnisvollen Materialverwandlung und machen das Objekt zu einem authentischen Zeugnis frühneuzeitlicher Bergbaukultur.

Charakteristisch für Herrengrunder Arbeiten ist ihre enge formale Verwandtschaft mit zeitgenössischen Silbergefäßen. Zahlreiche Becher, Pokale und Prunkgefäße wurden in denselben Formen gefertigt, wie sie gleichzeitig von Gold- und Silberschmieden des habsburgischen Raumes hergestellt wurden. Herrengrunder Kupfer war dabei kein Ersatzmaterial, sondern ein bewusst gewählter Werkstoff, dessen Herkunft aus den berühmten Kupfergruben den besonderen Rang der Objekte begründete. Gerade diese Verbindung von barocker Silberform und montanistischer Symbolik macht Herrengrunder Gefäße heute für Sammler von Silber, Kunstkammerobjekten und Bergbaukunst gleichermaßen attraktiv.

Die Bedeutung der Herrengrunder Arbeiten wurde zuletzt durch die große Ausstellung „Rotes Gold. Das Wunder von Herrengrund“ im Residenzschloss Dresden (29. August 2025 bis 4. Januar 2026) eindrucksvoll gewürdigt. Die Ausstellung zeigte die zentrale Rolle des Herrengrunder Kupfers für Kunstkammern, Schatzkammern und für die europäische Vorstellung von Alchemie, Naturwissenschaft und Bergbau.

Vergleichbare Herrengrunder Arbeiten befinden sich heute im Braunschweigischen Landesmuseum, im Ungarischen Nationalmuseum Budapest, im Bergbaumuseum Sopron (Ödenburg), im Heute Slowakischen Bergbaumuseum Banská Štiavnica, Selmecbánya (Schemnitz), im Mittelslowakischen Museum Banská Bystrica, Besztercebánya (Neusohl) sowie in den Sammlungen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Ein seltenes und authentisches Zeugnis europäischer Bergbau- und Kulturgeschichte mit unmittelbarem Bezug zu einem der faszinierendsten Kapitel frühneuzeitlicher Montankunst.

Das Objekt kann nach vorheriger Terminvereinbarung in unserem Geschäft besichtigt werden. Weitere Herrengrunder Arbeiten, Montanistika, Kunstkammerobjekte sowie seltene Silber-, Kupfer- und Bergbauobjekte des 16. bis 19. Jahrhunderts befinden sich in unserem Bestand.

Literatur:

Kapossy, János: Magyarországi ötvösök a XVIII–XIX. században / Hungarian Goldsmiths of the XVIIIth and XIXth Centuries, Budapest, 1934
Zoltai, Lajos: Ötvösök és ötvösművek Debrecenben. Adalékok a debreceni ötvösség történetéhez, Debrecen, 1937
Distelberger, Rudolf: Österreichisches Barocksilber 1680–1780, Wien, 1977
Nyulásziné Straub, Éva: Öt évszázad címerei. A Magyar Országos Levéltár címereslevelein, Budapest, 1987
Takács, Béla: Ötvösművek a Debreceni Református Kollégium Múzeumában, Budapest, 1988
Chalupecký, Ivan: Špania Dolina (Úrvölgy). Dejiny baníctva a hutníctva, Banská Bystrica (Besztercebánya), 1988
From the Heart of Europe. Art Treasures of Hungary 896–1896, Ausstellungskatalog, Royal Museum of Scotland, Edinburgh, 1992
Wiswe, Mechthild: „Ein eisern Pfund in Herrengrund wird Kupfer zur Stund“. Der Glaube an die Verwandelbarkeit der Metalle, in: Braunschweigisches Landesmuseum, Informationen und Berichte 1–2/1993, Braunschweig, 1993
Kuhnke, Siegfried: Das rote Gold. Kunstwerke der Kupferschmiede, Braunschweig, 1993
Deutsches Bergbau-Museum Bochum: Herrengrunder Kupferkunst und Montanistische Erinnerungsobjekte, Bochum, 🔴 XX
Rotes Gold. Das Wunder von Herrengrund, Ausstellungskatalog der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Residenzschloss Dresden, 2025
Slowakisches Bergbaumuseum: Montankunst und Bergbaukultur der Slowakei, Banská Štiavnica, 🔴 XX
Bergbaumuseum Sopron: Historische Bergbaukunst in Ungarn und Oberungarn, Sopron, 🔴 XX

Zu den klassischen Herrengrunder Erzeugnissen zählen Weinprobierschalen, Tummler, Faustbecher, Becher, Doppelbecher, Fassbecher, Pokale und andere repräsentative Bergbauobjekte. Viele dieser Gefäße wurden nach denselben Vorbildern gefertigt wie zeitgenössische Silberarbeiten und waren als Erinnerungsstücke, diplomatische Geschenke oder Kunstkammerobjekte bestimmt. Gerade diese Verbindung von Bergbaugeschichte, alchemistischer Symbolik und barocker Gefäßkunst macht Herrengrunder Arbeiten heute zu einem eigenständigen und international gesuchten Sammelgebiet.

Fassbecher Herrengrund Bergbau Kupfer vergoldet 18. Jh.

Herrengrunder Doppelbecher Bergbau Fassbecher Kupfer feuervergoldet um 1720-40.

Seltener Herrengrunder Doppelbecher des 18. Jahrhunderts in Form eines Fasses. Diese außergewöhnlichen Gefäße zählen zu den bedeutendsten Erinnerungs- und Repräsentationsobjekten des europäischen Kupferbergbaus und verbinden montanistische Symbolik mit der Formensprache barocker Silberkunst.

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