Zur aktuellen Lage am Silbermarkt „Ich bin seit über 30 Jahren in diesem Geschäft tätig und habe einen derart schnellen Anstieg des Silberpreises bislang nicht erlebt. Die Auswirkungen zeigen sich bereits deutlich am Markt: Verfügbarkeit und Nachbeschaffung werden spürbar schwieriger, insbesondere bei zusammenpassenden Teilen und gutem Erhaltungszustand.

Für Sammler und Nutzer hochwertiger Tafelkultur bedeutet das: Wer noch ergänzen oder Lücken schließen möchte, sollte dies zeitnah prüfen, da spätere Nachkäufe erfahrungsgemäß mit höherem Aufwand und deutlich steigenden Preisen verbunden sind. Gleichzeitig gewinnt in diesem Zusammenhang der alte dänische Begriff „Erbsilber“ neue Aktualität - als Ausdruck für langlebige, werthaltige Bestände, die nicht nur genutzt, sondern über Generationen weitergegeben werden.“

German Art Deco tea service designed by Paula Straus (Bauhaus)

Paula Straus Art Deco Silber Tee- und Kaffeeservice mit Tablett, 835er Silber, 1930er Jahre, FRAUENSILBER

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German Art Deco tea service designed by Paula Straus (Bauhaus)

German Art Deco handcrafted silver 835, five piece tea coffee service with matching tray designed by Paula Straus (Bauhaus), executed by Silversmiths Peter Bruckmann and Sons, Heilbronn 1930s Germany.

The German silversmith Paula Straus (1894-1943) was a pivotal figure in shaping the “Golden Twenties” and the creative decades of the Bauhaus. Even early on, her jewelry objects and handmade items of silverware were reviewed with praise in the specialist press, and national and international exhibitions followed. In joining the design studio of the silverware factory Peter Bruckmann und Soehne, Heilbronn, in 1925, an unparalleled career began as Germany’s first woman industrial designer. The silverware she designed-coffee and tea services-for handcrafted as well as machine production stands as an example of her own original style, which is defined by a purist idiom


Paula Straus Teeservice Silber 1930er Jahre Art Deco

fünfteiliges Tee-/Kaffeeservice mit Tablett
Entwurf: Paula Straus (Stuttgart 1894- 1943 Auschwitz) Deutschland
Ausführung: P. Bruckmann und Söhne, Heilbronn, Deutschland um 1930, Modell Nr. 13420
gemarkt am Boden je mit (Verkäufermarke) Schaerer und 835
Silber 835 gedrückt und gehämmert, Griffe aus Ebenholz.
Maße: Teekanne: Breite 28,5 cm, Ø 16,5 cm, Höhe 12,8 cm,
Kaffeekanne: Breite 26 cm, Ø 13 cm, Höhe 16,4 cm,
Zucker: Ø 12,7 cm, Höhe 6 cm,
Sahnegießer: Breite 14,2 cm, Ø 8 cm, Höhe 8,7 cm,
Tablett: 50 x 39 cm, Höhe 3 cm
— 1 Inch (Zoll) = 2,54 Zentimeter —

Zustand: sehr gut, leichte Gebrauchsspuren

Frauen-Silber: Paula Straus, Emmy Roth & Co. Silberschmiedinnen der Bauhauszeit

Paula Straus entwarf dieses Service um 1929/30 für Die Firma Peter Bruckmann, Heilbronn, für die sie seit 1925 arbeitete. Als eine der ersten ausgebildeten Silberschmiedinnen Deutschlands schuf sie zwischen 1925 und 1933 über 100 Entwürfe für Bruckmann, welche auch teilweise nach 1945 von Bruckmann noch produziert wurden. 1933 wurde Paula Straus entlassen und arbeitete bis 1934 für die Württembergische Metallwaren-Fabrik WMF u.a.
Sie wurde 1943 in Auschwitz ermordet.

EMMY ROTH [Hattingen 1885 – 1942 Tel Aviv]
Emmy Roth ist neben Paula Straus die Silberschmiedin der Bauhauszeit. Ihr Oevre ist breit gefächert: sie arbeitet mit Edel- und Buntmetall, mit verschiedenen Steinen, Schildpatt und Elfenbein, es entstehen Schmuck-, Schnitz- und Treibarbeiten. Ihr Stil entwickelt sich von reich verzierten Kleingeräten über eine expressionistisch geprägte Formensprache hin zu einem schlichten, vom Bauhaus geprägten sachlichen Stil. Leitmotiv bleibt stets eine organische Formbildung. Aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie des Bildungsbürgertums stammend, widmet sich Emmy Roth [geb. Urias] der Gold- und Silberschmiedekunst und lernt in Düsseldorf,
(Sie absolviert Ihre Lehre in der Werkstatt der Gold- und Silberschmiede Conrad Anton Beumers, Düsseldorf – Die Firma ist bekannt für seine hervorrangede Erzeugnisse.),
Berlin und Paris. Die ab ca. 1907 freischaffende Künstlerin gründet im Berlin der 1910er Jahre ihre eigene Werkstatt in Charlottenburg und ist dort bis 1933 tätig, unter anderem fertigt sie Entwürfe für Bruckmann & Söhne, Heilbronn. Sie gehört zu den frühen Mitgliedern der GEDOK, gegründet 1926 von Ida Dehmel, in der sich kunstschaffende Frauen zusammenschließen. Nach ihrem 25jährigen Künstlerjubiläum im Winter 1932/33 sieht sie sich aufgrund der politischen Entwicklung gezwungen, nach Paris zu emigrieren, wo sie ebenfalls eine eigenen Werkstatt unterhält, von dort aber 1935 weiter nach Palästina geht. Während ihres Aufenthalts in den Niederlanden 1937/38 entwirft sie im Bereich Industrie-Design Objekte für die Zilverfabriek Voorschoten. Zurück in Palästina, wo sie sich wohl vor allem mit der Fertigung von Judaica finanziert, wird ihr Krebs diagnostiziert. 1942 wählt sie den Freitod und stirbt in Tel Aviv.

Literatur: Monika Sänger (Hg.) PAULA STRAUS, Vom Kunsthandwerk zum Industriedesign – Ausstellung StadtPalais – Museum für Stuttgart (DE), 3.3.–10.9.2023
Literatur: Badisches Landesmuseum Karlsruhe: Frauensilber. Paula Straus, Emmy Roth und Co. Silberschmiedinnen der Bauhauszeit. Ausstellungskatalog 2011, S. 57 Nr. 10. Karlsruhe 2011.
Literatur: Roberto Papini, Decorative Arts and Architecture of the 1920s. Plate CCI, Fig. 344.
Literatur: Metallkunst, Silber – Kupfer – Messing – Zinn, Vom Jugenstil zur Moderne Kunst vom Jugendstil zur Moderne (1889 – 1939) / Sammlung Karl H. Bröhan, Berlin; Bd. IV., Berlin 1990
Literatur: Bröhan Museum (Hrsg.): Metallkunst der Moderne. Bestandskataloge des Bröhan Museums VI. Berlin 2001
Literatur: Bröhan, Torsten und Berg, Thomas: Avantgarde Design 1880-1930. Köln 1994.
Literatur: Deutsches Silber nach dem Bauhaus. Die Sammlung Vic Janssens. Ausstellungskatalog des Silbermuseums Sterckshof, Antwerpen.
Literatur: Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (Hrsg.): Handwerk und Maschinenkraf. Koch und Bergfeld. Die Silbermanufaktur in Bremen. Ausstellungskatalog, Hamburg 1999.
Literatur: Löhr, Alfred: Bremer Silber. Von den Anfängen bis zum Jugendstil. Focke Museum, Bremen 1982.

Allgemeine Literatur: Rosenberg, Marc: Der Goldschmiede Merkzeichen. Band I-IV, Frankfurt am Main 1922.
Allgemeine Literatur:Tardy: International hallmarks on silver. Paris 1985.

Paula Straus Teeservice Silber 1930er Jahre Art Deco

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