Zur aktuellen Lage am Silbermarkt „Ich bin seit über 30 Jahren in diesem Geschäft tätig und habe einen derart schnellen Anstieg des Silberpreises bislang nicht erlebt. Die Auswirkungen zeigen sich bereits deutlich am Markt: Verfügbarkeit und Nachbeschaffung werden spürbar schwieriger, insbesondere bei zusammenpassenden Teilen und gutem Erhaltungszustand.

Für Sammler und Nutzer hochwertiger Tafelkultur bedeutet das: Wer noch ergänzen oder Lücken schließen möchte, sollte dies zeitnah prüfen, da spätere Nachkäufe erfahrungsgemäß mit höherem Aufwand und deutlich steigenden Preisen verbunden sind. Gleichzeitig gewinnt in diesem Zusammenhang der alte dänische Begriff „Erbsilber“ neue Aktualität - als Ausdruck für langlebige, werthaltige Bestände, die nicht nur genutzt, sondern über Generationen weitergegeben werden.“

Hildesheimer Empireleuchter Silber 13 Loth um 1810

Seltenes und außergewöhnlich qualitätvolles Paar Empire-Tafelleuchter aus 13-lötigem Silber (812,5/1000), gefertigt in Hildesheim um 1800–1810 von dem Goldschmied Christian Ernst Jütte.

2.400,00
Art.Nr. 0909-1
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Hildesheimer Empireleuchter Silber 13 Loth um 1810.

Klassizistisches Leuchterpaar Silber 812,5/1000, Meister Christian Ernst Jütte, Hildesheim um 1810.

Hildesheimer Empire-Leuchter aus Silber 13 Lot, Christian Ernst Jütte, um 1800–1810

Seltenes und außergewöhnlich qualitätvolles Paar Empire-Tafelleuchter aus 13-lötigem Silber (812,5/1000), gefertigt in Hildesheim um 1800–1810 von dem Goldschmied Christian Ernst Jütte.

Die Leuchter folgen in ihrer klaren architektonischen Gestaltung dem französischen Empirestil, der nach 1800 in Deutschland zunehmend Einfluss gewann. Der streng gegliederte Schaft erhebt sich über einem fein profilierten Rundfuß und mündet in eine klassisch geformte Vasen-Tülle. Die ausgewogenen Proportionen und die schwere Ausführung verleihen dem Paar eine elegante Monumentalität und spiegeln den hohen Qualitätsanspruch der Hildesheimer Goldschmiedekunst wider.

Besonders bemerkenswert ist die Verwendung von 13-lötigem Silber (812,5/1000). Während in Hildesheim um 1800 überwiegend Arbeiten in 12 Lot gefertigt wurden, handelt es sich bei diesem höheren Feingehalt vermutlich um eine Sonderanfertigung auf ausdrücklichen Wunsch eines wohlhabenden Auftraggebers. Ebenso bemerkenswert ist die bislang kaum dokumentierte Feingehaltsmarke „13“ in gezacktem Blattform, die den Leuchtern zusätzlichen wissenschaftlichen Wert verleiht.

Goldschmied:
Die ausgeschriebene Meistermarke JÜTTE im Viereck gehört Christian Ernst Jütte, der zwischen 1794 und 1820 als Goldschmied in Hildesheim nachweisbar ist.

Jütte zählt zu den bedeutenden Hildesheimer Goldschmieden der frühen Klassik und des Empire. Seine Arbeiten dokumentieren den stilistischen Wandel vom ausgehenden Rokoko zum französisch geprägten Empire und gehören heute zu den seltenen Beispielen niedersächsischer Goldschmiedekunst dieser Epoche.

Daten:
Objekt: Paar Empire-Tafelleuchter
Herkunft: Hildesheim
Datierung: um 1800–1810
Goldschmied: Christian Ernst Jütte
Material: Silber 13 Lot (812,5/1000)
Punzen: Meistermarke JÜTTE im Viereck; Feingehaltsmarke 13 im gezackten Blattform
Maße: Höhe 25 cm
Gewicht: zusammen 665 Gramm
Zustand: Altersgemäß sehr guter Originalzustand. Außergewöhnlich schwere Ausführung.

Kunsthistorische Einordnung:
Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts setzte sich auch in den deutschen Residenzstädten zunehmend der Empirestil durch, dessen Vorbilder aus dem napoleonischen Frankreich stammten. Klare Linien, architektonische Formen und antikisierende Elemente ersetzten die bewegten Formen des Rokoko.

Silberarbeiten aus Hildesheim sind wesentlich seltener als vergleichbare Arbeiten aus Hannover, Braunschweig oder Augsburg. Ein Leuchterpaar dieser Qualität und mit dem ungewöhnlich hohen Feingehalt von 13 Lot stellt innerhalb der niedersächsischen Goldschmiedekunst eine besondere Ausnahme dar. Die ungewöhnliche Feingehaltsmarke besitzt darüber hinaus dokumentarischen Wert für die Erforschung der Hildesheimer Silberpunzen.

Silberfeingehalt:
Bis zur Einführung des metrischen Feingehaltssystems im Jahr 1868 wurde Silber im deutschsprachigen Raum nach dem Lot-System geprüft. 13 Lot entsprechen einem Feingehalt von 812,5/1000 Silber und wurden vor allem in Süddeutschland häufiger verwendet. In Hildesheim hingegen waren Arbeiten in 13 Lot ausgesprochen ungewöhnlich, sodass dieses Leuchterpaar eine bemerkenswerte Ausnahme innerhalb der regionalen Goldschmiedekunst darstellt.

Seltenes Paar Hildesheimer Empire-Leuchter von Christian Ernst Jütte, gefertigt um 1800–1810 aus 13-lötigem Silber (812,5/1000). Klassizistische Silberleuchter im französischen Empirestil mit seltener Hildesheimer Feingehaltsmarke und außergewöhnlich schwerer Ausführung. Originale Empire-Silberarbeiten aus Hildesheim zählen zu den seltensten Beispielen niedersächsischer Goldschmiedekunst und sind bei Sammlern von Empire-Silber, klassizistischen Leuchtern, Hildesheimer Silber, deutscher Goldschmiedekunst und musealen Sammlungen besonders gesucht.

Besichtigung nach Vereinbarung:
Das hier angebotene Objekt kann nach vorheriger Terminvereinbarung in meinen Geschäftsräumen persönlich besichtigt werden.

Darüber hinaus verfüge ich über einen umfangreichen Bestand an hochwertigem Silber, Goldschmiedearbeiten, Keramik und Kunstgewerbe vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Hierzu zählen Arbeiten bedeutender Augsburger, Dresdner, Hamburger, Hildesheimer, Nürnberger, Straßburger und norddeutscher Goldschmiede ebenso wie Objekte von Tiffany & Co., Gorham, Liberty & Co., Orivit, WMF, Georg Jensen und Zsolnay. Ein Teil dieser Stücke wird bereits auf meiner Homepage präsentiert; zahlreiche weitere Objekte befinden sich in meinem Lagerbestand und können nach Vereinbarung besichtigt werden.

167 CHRISTIAN ERNST JÜTTE Bürgerssohn, lernt 1796 -1802 bei Johan Friedrich Meyer (s. o. Nr. 152) und wird Michaelis 1808 angenommen.
3 Meisterstücke: Getriebener Pokal, Fingerring mit Steinen gefaßt, Silbernes Petschaft, worauf das Wappen nach Vorschrift geschnitten.
Im Vierzeitpfennigregister 1806 38.
Gestorben am 26. 11. 1838. Seine Witwe im Adreß-buch 1840.

Oder, aber eher nicht wahrscheinlich:

162 JOHAN FRIEDRICH JÜTTE (SENIOR) Geboren etwa 1774, lernt 1789-94 bei Gottfried August Stalmann (s. o. Nr. 148) u Johanni 1801 angenommen,
er „ macht seine Kunststücke nach den neuen Privilegier.“ Heiratet mit Johanna Christiane Amalia Hollaender. Kind Taufen 1804 u. 1807 (A) Wird Joh. 1812 Altermann und Joh. 1820 Senior. Gestorben am 30. 1. 1840 im 67 Im Vierzeitpfennigregister seit 1802, seine Witwe bis 1841
Werke:
a) Abendmahlskanne, dat. 1839. Lamspringe, ev. Kirche, Kr. Alfeld (Inv. S. 227)
b) Krankenkelch und -Patene, Gr. Solschen, Kr. Peine (Inv. MT 34). Mit „12″.
Literatur: WOLFGANG SCHEFFLER, GOLDSCHMIEDE NIEDERSACHSENS. ZWEITER HALBBAND. DATEN WERKE ZEICHEN (1965)

Weiterführende Literatur:

Literatur: Scheffler, Wolfgang: Goldschmiede Niedersachsens, De Gruyter 1965, 2. Halbband. S. 104 Nr. 441
Literatur: Spies, Gerd: Braunschweiger Goldschmiede: Geschichte – Werke – Meister uns Marken, 3 Bände. Berlin und München 1996. S. 151 ff.
Literatur: Stadt Braunschweig – Städtisches Museum Braunschweig (Hrsg.), 2005, Braunschweiger Rokoko, Wolfratshausen: Edition Minerva
Literatur: Scheffler, W., 1992, Braunschweiger Goldschmiede-Familien aus zwei Jahrhunderten (1650-1850). Genealogische Ergänzungen zum Abschnitt ‚Braunschweig’ des zweibändigen Werkes „Goldschmiede Niedersachsens“, Berlin, 1965, Selbstverlag des Braunschweigischen Geschichtsvereins

Literatur: Reiner Neuhaus und Ekkehard Schmidberger: Kasseler Silber aus Barock, Empire und Gründerzeit
Literatur: Ernst-Ludwig Richter : Altes Silber imitiert kopiert gefälscht
Literatur: Baumstark, Reinhold, Helmut Seling und Lorenz Seelig: Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas. Hirmer Verlag, München 1994
Literatur: Manfred Meinz: Schönes altes Silber. Keysers Handbuch für Sammler u. Liebhaber. 2. Auflage. Gütersloh 1987.
Literatur: Karl Hernmarck: Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450-1830, München 1978.
Literatur: Helmut Seling: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529 – 1868. Meister Marken Werke, München 2007.
Literatur: Germanisches Nationalmuseum (HG.): Nürnberger Goldschmiedekunst 1541-1868. 2 Bände. Nürnberg 2007.
Literatur: Rosenberg, Marc: Der Goldschmiede Merkzeichen. Band I-IV, Frankfurt am Main 1922.
Literatur: Tardy: International hallmarks on silver. Paris 1985.
Literatur: Schliemann, Erich: DIE GOLDSCHMIEDE HAMBURGS. Band I, II und III., Verlag: Verlag Schliemann & Cie, Erscheinungsdatum: 1985
Literatur: SILBER AUF REISEN; Ausstellungskatalog 1991-1992 der Hessischen Hausstiftung Museum Schloß Fasanerie in Eichenzell bei Fulda
Literatur: Viktor von Reitzner: “Alt Wien”. Lexikon für Österreichische und Süddeutsche Kunst und Kunstgewerbe. Edelmetalle. Wien 1952.
Literatur: Alfred Rohrwasser: Österreichs Punzen. Edelmetall-Punzierung in Österreich von 1524 bis 1987. 2. Auflage. Perchtoldsdorf 1987.

Hildesheimer Empireleuchter Silber 13 Loth um 1810.

Paar leuchter. Silber 13 Loth, Hildesheim um 1800-1810.

Klassizistisches Leuchterpaar Silber 812,5/1000, Meister Christian Ernst Jütte, Hildesheim um 1810.

Hildesheimer Empire-Leuchter aus Silber 13 Lot, Christian Ernst Jütte, um 1800–1810

Seltenes und außergewöhnlich qualitätvolles Paar Empire-Tafelleuchter aus 13-lötigem Silber (812,5/1000), gefertigt in Hildesheim um 1800–1810 von dem Goldschmied Christian Ernst Jütte.

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