Klassizistischer Silberleuchter Augsburg, Philipp Friedrich Bruglocher, 1783–1785
Eleganter klassizistischer Silberleuchter aus der bedeutenden Goldschmiedestadt Augsburg, gefertigt zwischen 1783 und 1785 aus hochwertigem Silber. Mit seiner klaren, architektonischen Formensprache dokumentiert der Leuchter den Übergang vom bewegten Rokoko zum strengen Klassizismus und zählt zu den qualitätvollen Augsburger Silberarbeiten des ausgehenden 18. Jahrhunderts.
Der ausgewogen proportionierte Schaft erhebt sich über einem fein profilierten Rundfuß und folgt den klassischen Idealen von Symmetrie, Eleganz und Zurückhaltung. Die präzise Ausführung sowie die hervorragende handwerkliche Qualität sind charakteristisch für die Augsburger Goldschmiedekunst ihrer Blütezeit.
Goldschmied:
Die Meistermarke PFB im Vierpass gehört Philipp Friedrich Bruglocher, der 1771 Meister wurde und bis 1826 nachweisbar ist. Bruglocher zählt zu den bedeutenden Augsburger Silberarbeitern des ausgehenden 18. Jahrhunderts und war unter anderem an der Herstellung des berühmten Tscharkowschen Silberservices beteiligt (vgl. Seling Nr. 2531).
Daten:
Objekt: Silberleuchter / Kerzenleuchter
Herkunft: Augsburg
Datierung: 1783–1785
Goldschmied: Philipp Friedrich Bruglocher
Material: Silber
Punzen: Stadtmarke Augsburg 1783–1785, Meistermarke PFB im Vierpass
Maße: Höhe: …
Zustand: Altersgemäß sehr guter Originalzustand.
Kunsthistorische Einordnung:
Augsburg war über Jahrhunderte das bedeutendste Zentrum deutscher Goldschmiedekunst. Silberarbeiten aus Augsburg genossen europaweit höchstes Ansehen und wurden an zahlreiche Fürstenhöfe exportiert. Klassizistische Leuchter aus der Zeit um 1785 sind deutlich seltener als Rokokoarbeiten und markieren den stilistischen Wandel hin zu den antiken Vorbildern des späten 18. Jahrhunderts.
Arbeiten von Philipp Friedrich Bruglocher befinden sich heute in bedeutenden Museums- und Privatsammlungen. Aufgrund ihrer hohen Qualität und ihrer gesicherten Zuschreibung gehören sie zu den gesuchten Werken der Augsburger Goldschmiedekunst.
Silberfeingehalt:
Bis zur Einführung des metrischen Feingehaltssystems im Jahr 1868 wurde Silber im deutschsprachigen Raum nach dem Lot-System geprüft. Augsburg gehörte zu den führenden Goldschmiedezentren Europas und unterlag einer besonders strengen Qualitätskontrolle. Die Stadtmarke garantierte den vorgeschriebenen Feingehalt und zählt heute zu den bekanntesten und begehrtesten Silberpunzen Europas.
Originaler klassizistischer Silberleuchter aus Augsburg, gefertigt 1783–1785 von Philipp Friedrich Bruglocher mit Augsburger Stadtmarke und Meistermarke PFB. Hochwertige deutsche Goldschmiedearbeit des späten 18. Jahrhunderts am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Augsburger Silber zählt zu den bedeutendsten Sammelgebieten europäischer Silberkunst und ist bei Sammlern von Augsburger Silber, Klassizismus, Barocksilber, deutscher Goldschmiedekunst und musealen Sammlungen weltweit besonders gesucht.
Hinweis: Eine Besichtigung ist nach Terminvereinbarung jederzeit in unserem Geschäft möglich. Darüber hinaus verfügen wir über einen umfangreichen weiteren Bestand an historischem Silber, von dem sich ein Teil auch auf unserer Internetseite befindet.
Darüber hinaus verfüge ich über einen umfangreichen Bestand an hochwertigem Silber, Goldschmiedearbeiten, Keramik und Kunstgewerbe vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Hierzu zählen Arbeiten bedeutender englischer, französischer, deutscher und skandinavischer Goldschmiede ebenso wie Objekte von Tiffany & Co., Gorham, Liberty & Co., Orivit, WMF, Georg Jensen und Zsolnay. Ein Teil dieser Stücke wird bereits auf meiner Homepage präsentiert; zahlreiche weitere Objekte befinden sich in meinem Lagerbestand und können nach Vereinbarung besichtigt werden.
Literatur: Helmut Seling: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529 – 1868. Meister Marken Werke, München 2007. Bd. III
Literatur: Rosenberg, Marc: Der Goldschmiede Merkzeichen. Band I-IV, Frankfurt am Main 1922.
Literatur: Tardy: International hallmarks on silver. Paris 1985.
Weiterführende Literatur:
Literatur: Reiner Neuhaus und Ekkehard Schmidberger: Kasseler Silber aus Barock, Empire und Gründerzeit
Literatur: Ernst-Ludwig Richter : Altes Silber imitiert kopiert gefälscht
Literatur: Baumstark, Reinhold, Helmut Seling und Lorenz Seelig: Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas. Hirmer Verlag, München 1994
Literatur: Manfred Meinz: Schönes altes Silber. Keysers Handbuch für Sammler u. Liebhaber. 2. Auflage. Gütersloh 1987.
Literatur: Karl Hernmarck: Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450-1830, München 1978.
Literatur: Helmut Seling: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529 – 1868. Meister Marken Werke, München 2007.
Literatur: Germanisches Nationalmuseum (HG.): Nürnberger Goldschmiedekunst 1541-1868. 2 Bände. Nürnberg 2007.
Literatur: Rosenberg, Marc: Der Goldschmiede Merkzeichen. Band I-IV, Frankfurt am Main 1922.
Literatur: Tardy: International hallmarks on silver. Paris 1985.
Literatur: Schliemann, Erich: DIE GOLDSCHMIEDE HAMBURGS. Band I, II und III., Verlag: Verlag Schliemann & Cie, Erscheinungsdatum: 1985
Literatur: SILBER AUF REISEN; Ausstellungskatalog 1991-1992 der Hessischen Hausstiftung Museum Schloß Fasanerie in Eichenzell bei Fulda
Literatur: Viktor von Reitzner: “Alt Wien”. Lexikon für Österreichische und Süddeutsche Kunst und Kunstgewerbe. Edelmetalle. Wien 1952.
Literatur: Alfred Rohrwasser: Österreichs Punzen. Edelmetall-Punzierung in Österreich von 1524 bis 1987. 2. Auflage. Perchtoldsdorf 1987.
Bayerisches Nationalmuseum, Archiv zur Augsburger Goldschmiedekunst
weiterführende Literatur: Bröhan Museum (Hrsg.): Metallkunst der Moderne. Bestandskataloge des Bröhan Museums VI. Berlin 2001
weiterführende Literatur: Ulli Arnold, Dresdner Hofsilber des 18. Jahrhunderts, Dresden, 1994
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Klassizistischer Silber Leuchter, Augsburg 1783-85









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