Leipziger Schlangenhautbecher Silber 1662
Barocker Schlangenhaut Silberbecher 13 Loth, Leipzig um 1662-1664
Leipziger Schlangenhautbecher 17 Jahrhundert 13 Lot Silber Meister August Richter
Barocker teilvergoldeter Silberbecher mit Schlangenhautdekor Leipziger Stadtmarke L im Kreis Mz. August Richter und Jahresbuchstabe N für 1662-1664
Beschreibung
Qualitätvoller barocker Schlangenhaut Silberbecher aus Leipzig in gestreckter leicht konischer Form. Typische Schlangenhautstruktur mit lebendiger Oberfläche und fein differenzierter Lichtwirkung. Drei ovale Medaillons mit Blütengravur in norddeutscher Manier gliedern die Wandung. Innen vollständig feuervergoldet ebenso der Lippenrand zart vergoldet.
Ausführung und Punzen
Meisterzeichen AR für August Richter [1608-1667]
Stadtmarke L im Kreis Leipzig
Jahresbuchstabe N um 1662 1664
Feingehalt 12 Lot entspricht etwa 750/1000, Feingehalt 13 Lot entspricht etwa 812,5/ 1000
Maße und Gewicht
Höhe 9,0 cm
Gewicht 110 g
Inhalt ca. 0,3 Liter
Zustand
Sehr gut erhalten mit leichten altersbedingten Gebrauchsspuren nach über 360 Jahren. Innenvergoldung weitgehend erhalten. Angenehme Haptik durch die charakteristische Schlangenhautstruktur.
Historischer Kontext
Leipzig war seit dem späten 15 Jahrhundert eine bedeutende Reichsmessestadt von europäischem Rang. Trotz der Einschnitte des Dreißigjährigen Krieges blieb die Stadt ein Zentrum des Handels und Kunsthandwerks. Die Stadtmarke garantierte zugleich den festgelegten Silberfeingehalt.
Silberfeingehalt historisch
12 Lot entspricht 750 1000
13 Lot entspricht 812,5 1000
Im Norden überwiegend 12 Lot im Süden überwiegend 13 Lot. Höhere Legierungen waren Sonderanfertigungen für wohlhabende Auftraggeber.
Vergleich und Marktstellung
Schlangenhautbecher zählen zu den charakteristischen Gefäßformen des 17 Jahrhunderts und wurden sowohl in norddeutschen als auch mitteldeutschen Werkstätten gefertigt. Norddeutsche Beispiele zeichnen sich häufig durch eine gröbere, plastisch hervortretende Struktur mit starkem Reliefcharakter aus, während mitteldeutsche Arbeiten wie aus Leipzig in der Regel eine feinere, dichter gearbeitete und gleichmäßigere Schlangenhautstruktur zeigen. Die Leipziger Stücke wirken dadurch oft eleganter und kontrollierter in der Oberflächenwirkung.
Im kunsthistorischen Kontext nehmen Leipziger Schlangenhautbecher eine vermittelnde Stellung zwischen den expressiveren norddeutschen und den strengeren süddeutschen Formen ein. Aufgrund der Bedeutung Leipzigs als Messestadt und Handelszentrum waren diese Arbeiten zudem überregional verbreitet und geschätzt. Qualitativ hochwertige und gut erhaltene Exemplare mit klar lesbaren Punzen, wie das vorliegende Stück, besitzen eine stabile Marktstellung und sind sowohl für Sammler von barockem Silber als auch für spezialisierte Kollektionen mitteldeutscher Goldschmiedekunst von besonderem Interesse.
Literatur
Literatur: Graul Richard Alte Leipziger Goldschmiedearbeiten und solchen anderen Ursprungs aus Leipziger Besitz Leipzig 1910
Literatur: Deutscher Goldschmiedekalender Diebener Verlag Berlin Ausgaben 1913 1925 1926 1929 1938 1950
Literatur: Rosenberg Marc Der Goldschmiede Merkzeichen Frankfurt am Main 1923
Literatur: Schröder Albert Leipziger Goldschmiede aus fünf Jahrhunderten 1350 bis 1850 Leipzig 1935
Literatur: Hernmarck Karl Die Kunst der europäischen Gold und Silberschmiede von 1450 bis 1830 München 1978
Literatur: Scheffler Wolfgang Goldschmiede Mittel und Nordostdeutschlands Berlin und New York 1980
Literatur: Tardy International Hallmarks on Silver Paris 1985
Literatur: Schliemann Erich Die Goldschmiede Hamburgs Band 1 bis 3 Hamburg 1985
Literatur: Meinz Manfred Schönes altes Silber Keysers Handbuch für Sammler und Liebhaber Gütersloh 1987
Literatur: Rohrwasser Alfred Österreichs Punzen Edelmetall Punzierung in Österreich von 1524 bis 1987 Perchtoldsdorf 1987
Literatur: Ausstellungskatalog Silber auf Reisen Hessische Hausstiftung Museum Schloss Fasanerie Eichenzell bei Fulda 1991 1992
Literatur: Baumstark Reinhold Seling Helmut Seelig Lorenz Silber und Gold Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas München 1994
Literatur: Seling Helmut Die Augsburger Gold und Silberschmiede 1529 bis 1868 Meister Marken Werke München 2007
Literatur: Germanisches Nationalmuseum Herausgeber Nürnberger Goldschmiedekunst 1541 bis 1868 Nürnberg 2007
Archivalische Quellen
Literatur: Stadtarchiv Leipzig Conspectus oder kurtze und deutliche Anzeige des jetzt lebenden und florierenden Leipzig Leipzig 1747
Literatur: Stadtarchiv Leipzig Adressbuch Leipzig 1720
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