Zur aktuellen Lage am Silbermarkt „Ich bin seit über 30 Jahren in diesem Geschäft tätig und habe einen derart schnellen Anstieg des Silberpreises bislang nicht erlebt. Die Auswirkungen zeigen sich bereits deutlich am Markt: Verfügbarkeit und Nachbeschaffung werden spürbar schwieriger, insbesondere bei zusammenpassenden Teilen und gutem Erhaltungszustand.

Für Sammler und Nutzer hochwertiger Tafelkultur bedeutet das: Wer noch ergänzen oder Lücken schließen möchte, sollte dies zeitnah prüfen, da spätere Nachkäufe erfahrungsgemäß mit höherem Aufwand und deutlich steigenden Preisen verbunden sind. Gleichzeitig gewinnt in diesem Zusammenhang der alte dänische Begriff „Erbsilber“ neue Aktualität - als Ausdruck für langlebige, werthaltige Bestände, die nicht nur genutzt, sondern über Generationen weitergegeben werden.“

Loetz Jugendstil Glas Vase Phaenomen Genre 29

Art Nouveau Glas Vase der Firma Loetz Witwe, Klostermuehle Austria, Böhmer Wald 1900-1903, Phaenomen Genre 29

Preis auf Anfrage
Art.Nr. 4619-1
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Loetz Jugendstil Glas Vase Phaenomen Genre 29.,

Loetz Jugendstil Glasvase „Phaenomen Genre 29“, Johann Loetz Witwe, Klostermühle, 1900-1903

Seltene Jugendstil-Glasvase mit irisierendem Dekor „Phaenomen Genre 29“ aus der berühmten Kunstglasmanufaktur Johann Loetz Witwe in Klostermühle, Böhmen, entstanden zwischen 1900 und 1903. Die charakteristische Oberfläche mit ihren fließenden, metallisch schimmernden Strukturen zählt zu den bedeutendsten Innovationen der europäischen Jugendstil-Glaskunst und dokumentiert die künstlerische Hochphase der Loetz-Werkstätten zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Aufgrund ihrer qualitätvollen Ausführung, der originalen Loetz-Signatur und ihres sehr guten Erhaltungszustandes gehört diese Vase zu den gesuchten Arbeiten der klassischen Phaenomen-Serie.

Das Dekor „Phaenomen Genre 29“ gehört zu jener Gruppe experimenteller Irisierungen, mit denen Loetz internationale Anerkennung erlangte. Die Oberfläche entwickelt ein lebendiges Wechselspiel aus metallischen Grün-, Gold-, Blau- und Violettreflexen, die sich je nach Lichteinfall kontinuierlich verändern. Charakteristisch sind die organisch fließenden Dekorstrukturen, die sich harmonisch über den Glaskörper bewegen und eine außergewöhnliche Tiefenwirkung erzeugen. Gerade diese Verbindung von Farbe, Licht und Bewegung zählt zu den herausragenden Merkmalen der Loetz-Gläser der Jahre um 1900.

Die unter dem Boden ausgeführte Signatur „Loetz Austria“ besitzt besondere Bedeutung, da sie nach heutigem Forschungsstand ausschließlich zwischen 1900 und 1903 verwendet wurde. Dadurch lässt sich die Entstehungszeit dieser Vase präzise innerhalb der wichtigsten Produktionsphase der Phaenomen-Gläser einordnen. Die signierten Arbeiten dieser Jahre zählen zu den qualitätvollsten Erzeugnissen der Manufaktur und dokumentieren die technische Perfektion der böhmischen Kunstglasproduktion auf ihrem Höhepunkt.

Um die Jahrhundertwende entwickelte sich Johann Loetz Witwe zu einer der führenden Kunstglasmanufakturen Europas. Unter der Leitung von Max Ritter von Spaun entstanden innovative Glasobjekte, die durch ihre außergewöhnlichen Irisierungen internationale Aufmerksamkeit erregten. Auf den großen Weltausstellungen wurden die Arbeiten mehrfach ausgezeichnet und galten als wegweisende Beiträge zur Entwicklung der modernen Glaskunst. Die berühmten Phaenomen-Dekore zählen heute zu den wichtigsten Leistungen des europäischen Jugendstils.

Die Loetz-Werkstätten arbeiteten eng mit bedeutenden Künstlern der Wiener Secession und der Wiener Moderne zusammen, darunter Koloman Moser, Josef Hoffmann, Otto Prutscher und Franz Hofstötter. Aus dieser Verbindung von innovativer Gestaltung und höchster handwerklicher Qualität entstanden Glasobjekte, die den Übergang vom Historismus zur modernen Formensprache eindrucksvoll dokumentieren. Besonders die Phaenomen-Serie gilt als Höhepunkt dieser Entwicklung und als eines der bedeutendsten Kapitel europäischer Jugendstilkunst.

Arbeiten von Johann Loetz Witwe befinden sich heute in bedeutenden Museums- und Kunstglassammlungen, darunter das MAK Wien, das Leopold Museum Wien, das Museum Kunstpalast Düsseldorf, das Corning Museum of Glass in New York sowie zahlreiche internationale Sammlungen zur Wiener Moderne und zur europäischen Glaskunst um 1900. Die signierten Phaenomen-Vasen zählen zu den ikonischen Werken der Loetz-Produktion und genießen innerhalb der Jugendstilforschung besondere Bedeutung.

Entwurf und Ausführung: Johann Loetz Witwe, Klostermühle, Österreich-Böhmen, 1900–1903
Dekor: Phaenomen Genre 29, irisierend
Material: Irisierendes Kunstglas
Signatur: Loetz Austria unter dem Boden (verwendet 1900–1903)
Höhe: 10,8 cm
Zustand: Sehr guter Originalzustand.

Literatur: Bestandskataloge des Bröhan-Museums Band VII. Glaskunst 1889-1939, Herausgeber: Bröhan, Margit Kanowski, Claudia – Berlin 2010. Joh. Lötz Wwe., Klostermühle, Seite 110 ff., Seite 130. Abbildung 139
Literatur: Ploil, Ernst und Sharp, Tony: Lötz 1900. Die Glasfabrik Lötz auf der Pariser Weltausstellung 1900. Auktionshaus im Kinsky, Wien 2017.
Literatur: Ricke, Vlcek, Adlerová, Ploil (Hrsg.): Lötz. Böhmisches Glas 1880-1940, Band 1, Werkmonographie, München 1989.

Weiterführende Glas-Fachliteratur
Literatur: Yves Delaborde, Le Verre, Art and Design – XIXe – XXIe Siècles
Seite 53. Christian, Désiré
Seite 72. DAUM (verreries de Nancy) (Seite 74. Kürbisvase, Seite 75. Vase mit Wein und Applizierten Schnecken, Seite 76. Pfauenfederlampe)
Seite 86. Décorchemont, Francois 1880-1971
Seite 120. Gallé, Émile (1846-1904)
Seite 210. Meisenthal, Verrerie
Seite 304. Walter, Amalric (1870-1959), Verrier
Le verre à L´Ètranger, Seite 312. Peter Behrens
Seite 316. Lobmeyr, Verrerie
Seite 317. Loetz, Verrerie
Seite 320. Val Saint-Lambert, Verreie
Seite 321. Velde, Henry van de (Belgique, 1863 – Suisse, 1957)
Seite 325. Tiffany, Verreie et éditeur
Seite 326. Zynsky, Toots (*1951), Verrerier

Ein ähnliches Exemplar befindet sich in der Sammlung Museum Kunstpalast, Düsseldorf, Deutschland
Rijksmusem Amsterdam, Niederlande: Vase, Vaas met ingewalste, gekamde draden in zilver, goudkleurige irisering.
Ebenfalls in der Sammlung:
Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique (Bruxelles) – Loetz Witwe, Uitlopende iriserende vaas 1900 – Signatur
Koninklijke Musea voor Schone Kunsten van België,

Glas, Vasen von Johann Lötz Witwe in der Sammlung Museum Kunstpalast, Düsseldorf, Deutschland

Stichwörter: Glasfabrik Johann Lötz Witwe, Johann Lötz Witwe, Lötz, Glasfabrik Joh. Loetz Witwe Klostermühle, Johann Lötz Witwe & Lötz Witwe GmbH, Loetz, Josef Hoffmann, Hofstedter, Spaun, Weltausstellung Paris, Tiffany, Otto Prutscher

Loetz Jugendstil Glas Vase Phaenomen Genre 29.,

Loetz Jugendstil Glasvase „Phaenomen Genre 29“, Johann Loetz Witwe, Klostermühle, 1900-1903

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