Zur aktuellen Lage am Silbermarkt „Ich bin seit über 30 Jahren in diesem Geschäft tätig und habe einen derart schnellen Anstieg des Silberpreises bislang nicht erlebt. Die Auswirkungen zeigen sich bereits deutlich am Markt: Verfügbarkeit und Nachbeschaffung werden spürbar schwieriger, insbesondere bei zusammenpassenden Teilen und gutem Erhaltungszustand.

Für Sammler und Nutzer hochwertiger Tafelkultur bedeutet das: Wer noch ergänzen oder Lücken schließen möchte, sollte dies zeitnah prüfen, da spätere Nachkäufe erfahrungsgemäß mit höherem Aufwand und deutlich steigenden Preisen verbunden sind. Gleichzeitig gewinnt in diesem Zusammenhang der alte dänische Begriff „Erbsilber“ neue Aktualität - als Ausdruck für langlebige, werthaltige Bestände, die nicht nur genutzt, sondern über Generationen weitergegeben werden.“

Oberharzer Silber Bergkanne, historistisch

Oberharzer Bergkanne, historistisch Silber Humpen, Krug, Bergbau, Silber Thaler, Lösethaler, Hildesheim 1913

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Art.Nr. 1024-1
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Oberharzer Silber Bergkanne, historistisch,

Oberharzer Silber Bergkanne Theodor Blume Hildesheim 1913. Historistische Knappschaftskanne nach dem Vorbild von 1652

Seltene Oberharzer Bergkanne aus Silber, gefertigt 1913 von Theodor Blume in Hildesheim nach dem berühmten Vorbild der Clausthaler Knappschaftskanne von 1652. Die aufwendige Ausführung gehört zu den bedeutendsten historistischen Erinnerungsobjekten der deutschen Bergbaukultur des frühen 20. Jahrhunderts.

Oberharzer Silberkanne von Theodor Blume, Hildesheim 1913, nach der Clausthaler Bergkanne von 1652 gefertigt zur Hochzeit von Herzog Ernst August von Braunschweig und Prinzessin Viktoria Luise von Preußen.

Bedeutendes Sammlungsobjekt der deutschen Bergbau- und Silbergeschichte. Die vorliegende Bergkanne verbindet die Tradition barocker Knappschaftsgefäße mit dem historistischen Kunsthandwerk des frühen 20. Jahrhunderts und erinnert an eines der wichtigsten Ereignisse des deutschen Hochadels vor dem Ersten Weltkrieg.

Objekt: Bergkanne / Knappschaftskanne / Prunkkanne
Entwurf und Ausführung: Theodor Blume, Hildesheim
Datierung: 1913
Anlass: Hochzeit von Herzog Ernst August von Braunschweig-Lüneburg und Prinzessin Viktoria Luise von Preußen
Vorbild: Clausthaler Knappschaftskanne von 1652
Material: Silber 925
Technik: Gegossen, graviert, ziseliert
Marken: Halbmond, Krone, Feingehaltsstempel 925 sowie Werkstattmarken 🔴 XX
Höhe: 33 cm
Gewicht: 4100
Epoche: Historismus / Bergbaukunst
Zustand: Sehr guter Erhaltungszustand mit minimalen Gebrauchsspuren

Die Kanne entstand 1913 anlässlich der Hochzeit von Herzog Ernst August von Braunschweig-Lüneburg mit Prinzessin Viktoria Luise, der einzigen Tochter Kaiser Wilhelms II. Dieses Ereignis galt als eines der bedeutendsten dynastischen Ereignisse des Deutschen Kaiserreiches und wurde in zahlreichen Städten und Regionen mit repräsentativen Erinnerungsobjekten begleitet.

Als Vorbild diente die berühmte Clausthaler Knappschaftskanne von 1652, eines der bedeutendsten bergmännischen Prunkgefäße Norddeutschlands. Mit ihrer Wiederaufnahme knüpfte Theodor Blume bewusst an die große Tradition der barocken Bergkanne an, wie sie seit dem 17. Jahrhundert in den bedeutenden Montanrevieren des Harzes, Sachsens und Oberungarns entstanden.

Die Bergkanne gehört damit zu einer europäischen Tradition repräsentativer Bergbaugefäße, die von den Silberbergwerken des Oberharzes über das Erzgebirge bis zu den Kupferbergwerken von Herrengrund (Úrvölgy, heute Špania Dolina, Slowakei) reicht. Wie die berühmten Herrengrunder Fassbecher, Tummler und Pokale diente auch die Oberharzer Bergkanne nicht allein dem Gebrauch, sondern war Ausdruck bergmännischen Selbstbewusstseins, wirtschaftlicher Bedeutung und regionaler Identität.

Besonders interessant ist die Parallele zu den Herrengrunder Arbeiten des 17. und 18. Jahrhunderts. Während dort Kupfer aus den berühmten oberungarischen Bergwerken verarbeitet wurde, entstanden im Harz vergleichbare Repräsentationsobjekte überwiegend aus Silber. Beide Werkgruppen greifen dieselben barocken Gefäßformen auf und stehen in enger Verbindung zur Kunstkammer- und Montantradition Mitteleuropas.

Historistische Bergbauobjekte dieser Qualität wurden häufig als Ehrengaben, Vereinsgeschenke oder Erinnerungsstücke bedeutender bergmännischer Jubiläen gefertigt. Sie verbinden die hohe handwerkliche Qualität des frühen 20. Jahrhunderts mit der Formensprache des Barock und zählen heute zu den gesuchten Sammelgebieten zwischen Silberkunst, Regionalgeschichte und Montanistik.

Vergleichbare Bergkannen und Knappschaftsgefäße befinden sich heute im Deutschen Bergbau-Museum Bochum, im Braunschweigischen Landesmuseum, im Oberharzer Bergwerksmuseum Clausthal-Zellerfeld, im Museum August Kestner Hannover, in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, im Ungarischen Nationalmuseum Budapest, im Slowakischen Bergbaumuseum Schemnitz (Selmecbánya, heute Banská Štiavnica) sowie im Bergbaumuseum Ödenburg (Sopron).

Die vorliegende Kanne verbindet auf außergewöhnliche Weise deutsche Silberkunst, barocke Bergbautradition und die Geschichte des Hauses Braunschweig. Sie gehört zu den seltenen historistischen Arbeiten, die unmittelbar auf eines der bedeutendsten erhaltenen bergmännischen Prunkgefäße des 17. Jahrhunderts zurückgehen.

Das Objekt kann nach vorheriger Terminvereinbarung in unserem Geschäft besichtigt werden. Weitere Objekte zur europäischen Bergbaugeschichte, Herrengrunder Arbeiten, Knappschaftssilber sowie seltene Silberarbeiten des 17. bis 20. Jahrhunderts befinden sich in unserem Bestand.

Der Silberfeingehalt auf in Deutschland ausgeführten Silberobjekten wurde bis 1868 in Lot(h) angegeben. Üblich waren Arbeiten aus 12 Lot = 750/1000 und 13 Lot = 812,5/1000. Da die Städte den Mindestfeingehalt festlegten, garantierten so die jeweiligen Stadtmarken für den Feingehalt, im Norden überwiegend 12 Lot und im Süden überwiegend 13 Lot. Sehr betuchte Auftraggeber wie Mitglieder des Hofes oder Adels ließen sich hingegen auch Stücke mit einem Feingehalt von 14 Lot = 875/1000 oder gar 15 Lot = 937,4/1000 anfertigen. Ab 1868 werden ebenso die Feingehaltsmarken 750 und 800 eingeführt, ab 1888 gilt ein Mindestfeingehalt von 800/1000 wie auch die Stempelung mit Halbmond und Krone für Silberwaren des deutschen Reiches. Diese Silberstempel gelten bis heute.

Literatur:

Kapossy, János: Magyarországi ötvösök a XVIII–XIX. században / Hungarian Goldsmiths of the XVIIIth and XIXth Centuries, Budapest, 1934
Zoltai, Lajos: Ötvösök és ötvösművek Debrecenben. Adalékok a debreceni ötvösség történetéhez, Debrecen, 1937
Distelberger, Rudolf: Österreichisches Barocksilber 1680–1780, Wien, 1977
Nyulásziné Straub, Éva: Öt évszázad címerei. A Magyar Országos Levéltár címereslevelein, Budapest, 1987
Takács, Béla: Ötvösművek a Debreceni Református Kollégium Múzeumában, Budapest, 1988
Chalupecký, Ivan: Špania Dolina (Úrvölgy). Dejiny baníctva a hutníctva, Banská Bystrica (Besztercebánya), 1988
From the Heart of Europe. Art Treasures of Hungary 896–1896, Ausstellungskatalog, Royal Museum of Scotland, Edinburgh, 1992
Wiswe, Mechthild: „Ein eisern Pfund in Herrengrund wird Kupfer zur Stund“. Der Glaube an die Verwandelbarkeit der Metalle, in: Braunschweigisches Landesmuseum, Informationen und Berichte 1–2/1993, Braunschweig, 1993
Kuhnke, Siegfried: Das rote Gold. Kunstwerke der Kupferschmiede, Braunschweig, 1993
Deutsches Bergbau-Museum Bochum: Herrengrunder Kupferkunst und Montanistische Erinnerungsobjekte, Bochum, 🔴 XX
Rotes Gold. Das Wunder von Herrengrund, Ausstellungskatalog der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Residenzschloss Dresden, 2025
Slowakisches Bergbaumuseum: Montankunst und Bergbaukultur der Slowakei, Banská Štiavnica, 🔴 XX
Bergbaumuseum Sopron: Historische Bergbaukunst in Ungarn und Oberungarn, Sopron, 🔴 XX

Weiterführende Literatur:
Literatur Reiner Neuhaus und Ekkehard Schmidberger: Kasseler Silber aus Barock, Empire und Gründerzeit
Literatur Ernst-Ludwig Richter : Altes Silber imitiert kopiert gefälscht
Literatur Baumstark, Reinhold, Helmut Seling und Lorenz Seelig: Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas. Hirmer Verlag, München 1994
Literatur Manfred Meinz: Schönes altes Silber. Keysers Handbuch für Sammler u. Liebhaber. 2. Auflage. Gütersloh 1987.
Karl Hernmarck: Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450-1830, München 1978.
Literatur Helmut Seling: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529 – 1868. Meister Marken Werke, München 2007.
Literatur: Rosenberg, Marc: Der Goldschmiede Merkzeichen. Band I-IV, Frankfurt am Main 1922.
Literatur: Tardy: International hallmarks on silver. Paris 1985.
Literatur: Viktor von Reitzner: “Alt Wien”. Lexikon für Österreichische und Süddeutsche Kunst und Kunstgewerbe. Edelmetalle. Wien 1952.
Literatur: Alfred Rohrwasser: Österreichs Punzen. Edelmetall-Punzierung in Österreich von 1524 bis 1987. 2. Auflage. Perchtoldsdorf 1987.

Ein Vergleichsstück befindet sich unter anderem in der Sammlung des Herzog Anton Ulrich-Museums, Braunschweig. Oberharzer Bergkanne

Zu den klassischen Herrengrunder Erzeugnissen zählen Weinprobierschalen, Tummler, Faustbecher, Becher, Doppelbecher, Fassbecher, Pokale und andere repräsentative Bergbauobjekte. Viele dieser Gefäße wurden nach denselben Vorbildern gefertigt wie zeitgenössische Silberarbeiten und waren als Erinnerungsstücke, diplomatische Geschenke oder Kunstkammerobjekte bestimmt. Gerade diese Verbindung von Bergbaugeschichte, alchemistischer Symbolik und barocker Gefäßkunst macht Herrengrunder Arbeiten heute zu einem eigenständigen und international gesuchten Sammelgebiet.

Oberharzer Silber Bergkanne, historistisch,

Oberharzer Silber Bergkanne Theodor Blume Hildesheim 1913. Historistische Knappschaftskanne nach dem Vorbild von 1652

Seltene Oberharzer Bergkanne aus Silber, gefertigt 1913 von Theodor Blume in Hildesheim nach dem berühmten Vorbild der Clausthaler Knappschaftskanne von 1652. Die aufwendige Ausführung gehört zu den bedeutendsten historistischen Erinnerungsobjekten der deutschen Bergbaukultur des frühen 20. Jahrhunderts.

Oberharzer Silberkanne von Theodor Blume, Hildesheim 1913, nach der Clausthaler Bergkanne von 1652 gefertigt zur Hochzeit von Herzog Ernst August von Braunschweig und Prinzessin Viktoria Luise von Preußen.

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