Zur aktuellen Lage am Silbermarkt „Ich bin seit über 30 Jahren in diesem Geschäft tätig und habe einen derart schnellen Anstieg des Silberpreises bislang nicht erlebt. Die Auswirkungen zeigen sich bereits deutlich am Markt: Verfügbarkeit und Nachbeschaffung werden spürbar schwieriger, insbesondere bei zusammenpassenden Teilen und gutem Erhaltungszustand.

Für Sammler und Nutzer hochwertiger Tafelkultur bedeutet das: Wer noch ergänzen oder Lücken schließen möchte, sollte dies zeitnah prüfen, da spätere Nachkäufe erfahrungsgemäß mit höherem Aufwand und deutlich steigenden Preisen verbunden sind. Gleichzeitig gewinnt in diesem Zusammenhang der alte dänische Begriff „Erbsilber“ neue Aktualität - als Ausdruck für langlebige, werthaltige Bestände, die nicht nur genutzt, sondern über Generationen weitergegeben werden.“

Peter Behrens Jugendstil Frühstücksteller Wertheim 1902

Frühstücksteller aus einem Speiseservice Form 1900, Entwurf: Peter Behrens 1902, Ausführung: Porzellanfabrik Gebr. Bauscher, Weiden / Oberpfalz ca. 1902, Porzellan mit blauem geometrischen Unterglasur Dekor

Preis auf Anfrage
Art.Nr. 4790-1
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Peter Behrens Jugendstil Frühstücksteller Wertheim 1902

Frühstücksteller aus einem Speiseservice Form 1900
Entwurf: Peter Behrens 1902
Ausführung: Porzellanfabrik Gebr. Bauscher, Weiden / Oberpfalz ca. 1902 Deutschland
Porzellan mit blauem geometrischen Unterglasur Dekor
Ø 20 cm
am Boden gemarkt mit Künstlersignet Peter Behrens PB und Pressmarke 20
Zustand: sehr guter Originalzustand

Peter Behrens beteiligte sich mit diesem Speiseservice an der Ausstellung moderner Wohnräume des Warenhauses A. Wertheim in Berlin 1902. Ein zeitgenössisches Foto finden Sie in der Online Bibliothek der Uni Heidelberg unter diesem Link: Foto 2, Foto 3.

Quelle: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dkd1902_1903/0311 Artikel: Osborn, Max: Die modernen Wohn-Räume im Waren-Haus von A. Wertheim zu Berlin

Peter Behrens Jugendstil Frühstücksteller „Form 1900“ Wertheim Service, 1902

Seltener Jugendstil-Frühstücksteller aus dem berühmten Speiseservice „Form 1900“, entworfen von Peter Behrens im Jahr 1902 und ausgeführt von der Porzellanfabrik Gebrüder Bauscher in Weiden/Oberpfalz. Der Entwurf zählt zu den frühesten und bedeutendsten Beispielen moderner deutscher Designgeschichte und dokumentiert den Übergang vom dekorativen Jugendstil zu einer klaren, funktional orientierten Formensprache. Aufgrund seiner kunsthistorischen Bedeutung, der originalen Künstlersignatur und seines sehr guten Erhaltungszustandes gehört dieses Modell zu den gesuchten Arbeiten des frühen deutschen Jugendstils.

Der Teller besticht durch seine ausgewogenen Proportionen und das fein ausgeführte geometrische Unterglasur-Dekor in Blau. Im Gegensatz zu den stark floralen Tendenzen des internationalen Jugendstils entwickelte Peter Behrens bereits um 1900 eine reduzierte Formensprache, in der klare Linien, geometrische Strukturen und dekorative Disziplin im Vordergrund standen. Das umlaufende Ornament zeigt jene abstrahierte Gestaltung, die später für die Entwicklung des modernen Designs richtungsweisend wurde. Die Ausführung in Unterglasurtechnik verleiht dem Dekor besondere Präzision und Dauerhaftigkeit.

Das Speiseservice „Form 1900“ entstand im Umfeld der Reformbewegungen des deutschen Kunstgewerbes und gehört zu den wichtigsten Entwürfen Peter Behrens’ vor seiner Tätigkeit für die AEG. Ziel war die Entwicklung eines modernen, künstlerisch gestalteten Gebrauchsgegenstandes, der sich bewusst von historistischen Vorbildern löste. Die Verbindung von Funktion, Materialgerechtigkeit und klarer Gestaltung macht dieses Service zu einem Schlüsselwerk des frühen modernen Designs in Deutschland.

Peter Behrens (1868–1940) zählt zu den bedeutendsten Gestaltern des frühen 20. Jahrhunderts. Als Architekt, Designer, Typograf und Künstler prägte er die Entwicklung der Moderne entscheidend. Bereits vor seiner berühmten Tätigkeit als künstlerischer Berater der AEG entwickelte er wegweisende Entwürfe für Möbel, Glas, Keramik und Porzellan. Seine Arbeiten gelten heute als fundamentale Beiträge zur Entstehung des modernen Industriedesigns und beeinflussten eine ganze Generation späterer Architekten und Designer, darunter Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe und Le Corbusier.

Die Porzellanfabrik Gebrüder Bauscher in Weiden gehörte um die Jahrhundertwende zu den innovativen deutschen Herstellern hochwertiger Porzellane. Die Zusammenarbeit mit bedeutenden Künstlern der Reformbewegung ermöglichte die Entstehung moderner Serviceformen, die weit über die traditionelle Porzellangestaltung hinausgingen. Besonders die von Peter Behrens entworfenen Modelle zählen heute zu den wichtigsten Beispielen deutscher Jugendstil-Keramik.

Arbeiten von Peter Behrens befinden sich heute in bedeutenden internationalen Museums- und Designsammlungen, darunter das Museum of Modern Art New York, das Victoria and Albert Museum London, das Bauhaus-Archiv Berlin, das MAK Wien sowie zahlreiche Kunstgewerbe- und Designmuseen Europas. Die frühen Porzellanentwürfe der Jahre um 1900 gelten als Schlüsselwerke der deutschen Reformkunst und der Entwicklung des modernen Produktdesigns.

Entwurf: Peter Behrens, 1902
Ausführung: Porzellanfabrik Gebrüder Bauscher, Weiden/Oberpfalz, Deutschland, um 1902
Modell: Frühstücksteller aus dem Speiseservice „Form 1900“
Material: Porzellan mit blauem geometrischem Unterglasur-Dekor
Signatur: Künstlersignet PB sowie Pressmarke 20 am Boden
Durchmesser: 20 cm
Zustand: Sehr guter Originalzustand

Literatur: Udo Schröder, Trinkgläser vom Jugendstil zum Art Déco, Hamburg 1998. Peter Behrens zählt zu den zentralen Gestaltern der deutschen Reformbewegung und des frühen modernen Designs.

 

Das silberne Essbesteck „Modell Wertheim“
Die Mokkatasse war Teil der Ausstellung im Museum: Ronald S. Lauder | The Neue Galerie | Museum for German . and Astrian Art. | New York USA; German and Austrian Decorative Arts from Jugendstil to the Bauhaus: The Harry C. Sigman Gift February 7, 2013 – April 23, 2013
“ The Neue Galerie presents a major gift of over 100 works of German and Austrian decorative arts from Los Angeles-based attorney and collector Harry C. Sigman.
Diverse examples of graphic design, ceramics, metalwork, and glass from Jugendstil to the Bauhaus contribute to a more complete representation of these periods in the Neue Galerie’s collection. These pieces serve as an eloquent new tribute to the great flowering of the applied arts in Germany and Austria during the early twentieth century. The donation represents important works by a wide range of German pioneers, including Peter Behrens, Marianne Brandt, Hans Christiansen, Otto Eckmann, Rudolf Hentschel, Richard Riemerschmid, Henry van de Velde and Heinrich Vogeler, as well as major Austrian figures such as Josef Hoffmann, Koloman Moser, Joseph Maria Olbrich, and Jutta Sika.“

In der Sammlung: Museum für Gestaltung Zürich, Archiv Zürcher Hochschule der Künste – Teller verschiede Größen, Schale

Peter Behrens [Hamburg 1868 – 1940 Berlin] dt. Maler u. Grafiker, Architekt, Entwerfer für Möbel, Kunsthandwerk, Schrift. Studium der Malerei in Karlsruhe und Düsseldorf. 1892 Mitbegründer der Münchner Sezession, 1897 Mitbegründer der Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk gemeinsam mit Richard Riemerschmid, Bruno Paul u. anderen. 1903-07 Leiter der Kunstgewerbeschule Düsseldorf, seit 1907 Künstlerischer Beirat der AEG Berlin. Bis hierhin entwarf er zahlreiche Kunstgewerbe Stücke, Bestecke, Möbel, Industrie- sowie Repräsentationsgebäude. Im Jahre 1909 erhielten Fritz Schumacher, Peter Behrens, Fritz Erler und Georg Wrba den Auftrag, die vom Architekten Ludwig Bopp aus Köln erbaute Villa für den Industriebesitzer Max Meirowsky in Köln-Lindenthal auszustatten. 1914 Teilnahme an der Ausstellung: „Die Deutsche Werkbund-Ausstellung Cöln 1914“, u.a. mit Möbeln.
1922 wird er nach Wien berufen als Professor der Meisterschule für Architektur an der Akademie der Bildenden Künste, es folgen 1929/35 städtbauliche Entwürfe für Berliner Großbauten, bevor er 1936 ein Meisteratelier der Baukunst an der Akademie der Künste in Berlin übernimmt. Behrens Entwürfe sind in zahlreichen Museen vertreten, u.a. im MAKK Köln, in der Sammlung Mathildenhöhe, im Metropolina Museum of Modern Art New York etc.

Fritz Erler, Sammlung Lehnbachhaus, München

Villa Meirowski, Köln; Weitere herausragende Werke Weltweit

Behrens, Peter [Hrsg.], Haus Peter Behrens: Katalog, Darmstadt, 1901, Provisorische Ausgabe vom 15. Mai 1901
Das Haus Peter Behrens“>Das Haus Peter Behrens, Speisezimmer, Silber, Gläser und Porzellan, Schreibtischgarnitur

Literatur: Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904 / hrsg. von H. Frauberger

Literatur:
Literatur: KERSSENBROCK-KROSIGK, Dedo von: Metallkunst der Moderne. Bröhan-Museum. Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus (1889-1939).
Literatur: Spurensuche: Friedrich Adler zwischen Jugendstil und Art Deco, Stuttgart 1994
Literatur: Erlesenes aus Jugendstil und Art Déco, Die Sammlung Giorgio Silzer, Ausstellungskatalog Grassi Museum, Museum für Kunsthandwerk 1997
Literatur: ORIVIT Zinn des Jugendstils aus Köln ; die Bestände der Sammlung Gertrud Funke-Kaiser,
des Kreismuseums Zons, des Rheinischen Freilichtmuseums und Landesmuseums für Volkskunde, Kommern,
des Kölnischen Stadtmuseums und der Sammlung H. G. Klein, 1992

weiterführende
Literatur: Peter Behrens und Nuernberg – Geschmackswandel in Deutschland… S.158
Literatur: Museum Künstlerkolonie Darmstadt. Katalog. Hrsg.: Institut Mathildenhöhe Darmstadt, Darmstadt 1990, Seite 3 ff.
Literatur: GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig (Hrsg.) (2012): Ständige Ausstellung. Jugendstil bis Gegenwart. Leipzig, S. 48. Garnitur – Teile einer Toilettengarnitur

Zeitgenössische Literatur, Innendekoration XIV. Jahrgang Darmstadt 1903, „Vereinte Kunstgewerbler Darmstadt“ Die beteiligten Künstler sind sämtlich frühere Schüler von Prof. Behrens…

„Behrens‘ Speisezimmer für Wertheim
Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts glaubte man noch, das deutsche Publikum sei durch Möbelausstellungen zu besserem Geschmack und Stil zu erziehen. Rührend naiv, aber immerhin nicht ganz aussichtslos. Denn einige haben die Ideen von Werkbund und Jugendstil, Lebensreform und Bauhaus doch erreicht. Auch dank der Berliner „Ausstellung Moderner Wohnungs-Kunst“ von 1902, die die Brüder Wertheim in ihrem Kaufhaus zeigten. Ausgestellt und zum Verkauf angeboten wurden elf komplett eingerichtete Zimmer, die jedes einzeln von Künstlern entworfen waren. Ein Erfolg – zumindest mit Blick auf die Zukunft. Ikea wäre ohne seine Schau-Wohnungen nicht Ikea. Damals allerdings wurden nicht allzu viele Einrichtungsvorschläge befolgt.
Die Überlieferung spricht für das Speisezimmer von Peter Behrens von fünf Bestellungen, wahrscheinlich waren aber nur die Möbel gemeint. Offenbar war das neue Wohnen nicht nur zu neu, sondern auch zu teuer. Bei den Kritikern kam Behrens‘ Speisezimmer aber gut an: ein Gesamtkunstwerk, in dem sich die Wandbemalung auf die Form der Stühle, das Dekor der Teller, die Beschläge der Schränke und die Form der Lampen bezieht. Kein Zufall. Nirgends.
Als das Zimmer einige Jahre später noch einmal gezeigt wurde, fehlte bereits der Wandschmuck, und auch der strenge Lüster war gegen eine belanglose Lampe ausgetauscht worden. Ein Korbsessel sollte wohl Gemütlichkeit signalisieren, wo einst perfekte Harmonie beabsichtigt war.
Jetzt ist das Peter Behrens‘ Speisezimmer wieder zu sehen. Das Museum Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt hat es rekonstruiert Allerdings nicht auf eigene Initiative. Die Idee hatte das County Museum of Art in Los Angeles, das 2005 eine Ausstellung zur „Arts and Craft“-Bewegung in Amerika und Europa zeigte. Die originalen Einrichtungsstücke des Wertheim-Zimmers lieh sich das amerikanische Museum in Darmstadt, das sie in verschiedenen Abteilungen zeigte. Fehlende Einzelteile wurden nachgebaut. Nach Ausstellungsende bekam Darmstadt die Repliken geschenkt und richtete das Gesamtkunstwerk-Zimmer im Gesamtkunstwerk-Museum ein.“
(Quelle: https://www.welt.de/welt_print/article2193167/Behrens-Speisezimmer-fuer-Wertheim.html)

Weitere Kunstgewerbliche-Arbeiten von Prof. Petr Behrens in der/n Sammlung(en):
The Britisch Museum Online Collection
The Museum of Fine Arts, Houston , Werke von „Margo Grant Walsh Collection of Architect-Designed Metalwork
The Wolfsonian—Florida International University
Museum für Gestaltung Zürich, Archiv Zürcher Hochschule der Künste – Teller verschiede Größen, Schale
The Met Fifth Avenue – Museum of Modern Art New York etc. ( Behrens, Peter)

Peter Behrens Jugendstil Frühstücksteller Wertheim 1902

Peter Behrens Jugendstil Frühstücksteller „Form 1900“ Wertheim Service, 1902

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