Zur aktuellen Lage am Silbermarkt „Ich bin seit über 30 Jahren in diesem Geschäft tätig und habe einen derart schnellen Anstieg des Silberpreises bislang nicht erlebt. Die Auswirkungen zeigen sich bereits deutlich am Markt: Verfügbarkeit und Nachbeschaffung werden spürbar schwieriger, insbesondere bei zusammenpassenden Teilen und gutem Erhaltungszustand.

Für Sammler und Nutzer hochwertiger Tafelkultur bedeutet das: Wer noch ergänzen oder Lücken schließen möchte, sollte dies zeitnah prüfen, da spätere Nachkäufe erfahrungsgemäß mit höherem Aufwand und deutlich steigenden Preisen verbunden sind. Gleichzeitig gewinnt in diesem Zusammenhang der alte dänische Begriff „Erbsilber“ neue Aktualität - als Ausdruck für langlebige, werthaltige Bestände, die nicht nur genutzt, sondern über Generationen weitergegeben werden.“

Jugendstil Pfauenvase Orivit Köln Zsolnay Keramik um 1906

Jugendstil Pfauenvase Modell Nr. 272 aus Britanniametall und Zsolnay-Keramik, ORIVIT Köln um 1906, ehemals ORION Nürnberg 1904/05.

Preis auf Anfrage
Art.Nr. 0855
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Jugendstil Pfauenvase Orivit Köln Zsolnay Keramik um 1906

Jugendstil Pfauenvase Orivit Köln Britannia-Metall Zsolnay Keramik um 1906

Jugendstil Pfauenvase Orivit Köln mit Zsolnay Keramik, Modell Nr. 272 um 1906

Seltene Jugendstil-Pfauenvase des berühmten Modells Nr. 272. Der Entwurf entstand ursprünglich für die Kunstgewerbliche Metallwarenfabrik ORION Nürnberg und wurde nach der Fusion mit der Orivit AG Köln weitergeführt. Die Kombination von Britanniametall und Zsolnay-Keramik zählt zu den seltenen und kunsthistorisch wichtigen Varianten dieses Modells.

Jugendstil Pfauenvase Modell Nr. 272 aus Britanniametall und Zsolnay-Keramik, ORIVIT Köln um 1906, ehemals ORION Nürnberg 1904/05.

Seltene Übergangsausführung zwischen ORION Nürnberg und ORIVIT Köln. Das Modell Nr. 272 gehört zu den markantesten Pfauenentwürfen des deutschen Jugendstils und dokumentiert die Zusammenarbeit bedeutender europäischer Kunstgewerbeunternehmen um 1900.

Entwurf / Design: Georg Friedrich Schmitt, ORION Nürnberg, 1904/05
Muster / Modell: Pfauenvase Nr. 272
Ausführung: ORIVIT AG, Köln, um 1906
Vorläufer: Kunstgewerbliche Metallwarenfabrik ORION, Nürnberg, 1904/05
Objekt: Vase / Pfauenvase
Material: Britanniametall, gegossen, Glassteine, Keramik
Keramik: Zsolnay-Manufaktur, Pécs (Fünfkirchen), Ungarn mit Eingestempelt ORIVIT und #272
Glasur: Labrador-Glasur
Marken: ORIVIT, Modellnummer 272
Höhe: 26 cm
Durchmesser: 13,5 cm
Gewicht:
Epoche: Jugendstil / Art Nouveau
Zustand: Sehr guter Originalzustand, sehr selten

Das Modell Nr. 272 gehört zu den interessantesten und seltensten Entwürfen der Nürnberger Kunstgewerblichen Metallwarenfabrik ORION. Heute sind mindestens drei unterschiedliche Ausführungsvarianten nachweisbar, die eindrucksvoll die Materialvielfalt und Experimentierfreude des deutschen Jugendstils dokumentieren.

Die erste bekannte Variante wurde von ORION Nürnberg um 1904/05 gefertigt und kombiniert einen vergoldeten Zinnkörper mit keramischen Einsätzen. Eine zweite Ausführung besitzt einen vollständig martellierten Metallkörper mit Zinnmontierung und verzichtet auf keramische Elemente. Die vorliegende dritte Variante verbindet eine Zinnmontierung der ORIVIT AG Köln mit keramischen Einsätzen der berühmten Zsolnay-Manufaktur in Pécs und nimmt innerhalb der bekannten Ausführungen eine besondere Stellung ein.

Besonders bemerkenswert ist die Verwendung von Keramik der weltberühmten ungarischen Manufaktur Zsolnay. Die Fabrik in Pécs gehörte um 1900 zu den innovativsten Keramikherstellern Europas und wurde durch ihre irisierenden Spezialglasuren international bekannt. Die charakteristische Labrador-Glasur erzeugt ein lebendiges Farbspiel, das hervorragend mit dem Metallkörper und den farbigen Glassteinen harmoniert.

Die Kunstgewerbliche Metallwarenfabrik ORION wurde 1903 in Nürnberg gegründet und entwickelte innerhalb weniger Jahre ein bemerkenswertes Sortiment hochwertiger Jugendstilobjekte. Nach der Fusion mit der Orivit AG Köln im Jahr 1906 wurden ausgewählte Modelle – darunter die Pfauenvase Nr. 272 – weiterhin produziert und unter der Marke ORIVIT vertrieben. Die vorliegende Ausführung gehört zu diesen seltenen Übergangsmodellen zwischen ORION und ORIVIT.

Innerhalb der bekannten Varianten nimmt die Kombination von ORIVIT-Montierung und Zsolnay-Keramik eine Sonderstellung ein, da sie die Zusammenarbeit zweier bedeutender Unternehmen des europäischen Jugendstils dokumentiert: der Kölner Orivit AG und der ungarischen Keramikmanufaktur Zsolnay. Gerade diese Verbindung macht die vorliegende Vase zu einem herausragenden Sammlerstück des internationalen Jugendstils.

Der Pfau gehört zu den bevorzugten Symbolen des europäischen Jugendstils. Seine elegante Erscheinung, das prachtvolle Gefieder und die dekorative Linienführung boten ideale Voraussetzungen für luxuriöse Kunstobjekte. Von Frankreich über Belgien bis Deutschland entstanden zahlreiche Pfauenmotive; figürliche Metallarbeiten dieser Qualität und Seltenheit zählen heute jedoch zu den gesuchtesten Vertretern ihrer Gattung.

Die Orivit AG Köln gehörte neben WMF, Kayserzinn und den Vereinigten Werkstätten zu den bedeutendsten Herstellern deutscher Metallkunst um 1900. Als ab 1905 von der Württembergischen Metallwarenfabrik „unterstütztes“ Unternehmen entwickelte ORIVIT eine eigenständige Formensprache und exportierte seine Erzeugnisse international. Die Pfauenvase Nr. 272 gehört zu den Höhepunkten dieser Produktion.

Vergleichbare Arbeiten von ORIVIT, ORION und Zsolnay befinden sich heute in bedeutenden Sammlungen, darunter das Museum für Angewandte Kunst Köln, das Bröhan-Museum Berlin – Landesmuseum für Jugendstil, Art Déco und Funktionalismus (1889–1939), das Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig, das Bayerische Nationalmuseum München, das MAK Wien, das Musée d’Orsay Paris, das Victoria and Albert Museum London, das Art Institute of Chicago sowie das Museum of Fine Arts Budapest.

Literatur:
Art Nouveau Domestic Metalwork from Württembergische Metallwarenfabrik. The English Catalogue 1906, Antique Collectors‘ Club, 1988
Orivit Zinn des Jugendstils aus Köln. Die Bestände der Sammlung Gertrud Funke-Kaiser, des Kreismuseums Zons, des Rheinischen Freilichtmuseums und Landesmuseums für Volkskunde Kommern, des Kölnischen Stadtmuseums und der Sammlung H. G. Klein, Köln, 1992
Spurensuche. Friedrich Adler zwischen Jugendstil und Art Déco, Stuttgart, 1994
Erlesenes aus Jugendstil und Art Déco. Die Sammlung Giorgio Silzer, Ausstellungskatalog Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig, 1997
Kwint, Jan C. G.: Urania Maastricht 1903–1910. First Dutch Factory of Objects of Art in Metal, Culemborg, 2002
Sehnsucht nach Form. Friedrich Adler, Christian Metzger, Wolfgang von Wersin und ihre Meisterstücke in Zinn, Regensburg, 2003
Pese, Claus: Jugendstil aus Nürnberg. Kunst, Handwerk, Industriekultur, Stuttgart, 2007
(Seite 206, Titelabbildung und Vergleichsobjekte)
Koch, Michael; Eikelmann, Renate (Hrsg.): Meisterwerke des Jugendstils im Bayerischen Nationalmuseum München, Stuttgart, 2010
Dietrich, Gerhard; Wagner, Eckard: KAYSERZINN. Engelbert Kayser. Jugendstil-Zinn aus Köln, Ausstellungskatalog Museum für Angewandte Kunst Köln, 2011
KERSSENBROCK-KROSIGK, Dedo von: Metallkunst der Moderne. Bröhan-Museum. Landesmuseum für Jugendstil, Art Déco und Funktionalismus (1889–1939), Berlin, 2015
Büchner, Dieter, „Alles Schöne, was man so braucht“ Das historische Warenarchiv der WMF in Geislingen an der Steige. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, Heft 1, 2018
Katalog Orivit-Silber-Selten, Ausstellungskatalog Zons, 2026
Literatur / Quelle: Französischer ORIVIT-Katalog M, um 1900

“Das Angebot der Firma Ferdinand Hubert Schmitz in Paris [Pariser Weltausstellung 1900] ist in der zeitgenössischen Berichterstattung am umfangreichsten dokumentiert. Der Messestand fiel auf und wurde allgemein gewürdigt und abgebildet. Dr. Max Osborn hebt die Gestaltung des Standes mit Möbeln der Kölner Firma Heinrich Pallenberg lobend hervor: “Die Austellung von Ferdinand Hubert Schmitz in Cöln zeichnet sich durch den Geschmack aus, mit dem die kostbaren Erzeugnisse dieser Firma aufgestapelt sind. Die Nische ist ein idealer kleiner Juwelierladen. Ihre Holzarchitektur läßt die Fabrikate, die Schalen und Schüsseln und Vasen, die schönen Arbeiten aus Gold und Email, ganz besonders bestechend hervortreten. Der Spiegel, dessen Holzumrahmung einzelne Glieder über die Glasscheibe entsendet, die sich dann in Tischhöhe zu einem Konsolbrett verdichten, die Wanddekoration mit dem prächtigen Zimmerbrunnen, der Tisch und der gut aufgebaute Silberschrank, das alles erscheint wie Theile eines Wohnraumes und bewirkt, dass die ausgestellten Gegenstände ganz anders zur Geltung kommen als in den, solche Gesichtspunkte meist ausser Acht lassenden, landläufigen Laden-Arrangements.”” (>>…Ein idelaer kleiner Juwelierladen<< Die Kölner Firma Orivit auf der Weltausstellung Paris 1900. von Helene Blum-Spicker. Sonderdruck aus dem Wallraf-Richartz-Jahrbuch, Band LXI, Köln 2000, S. 218-219.)

Jugendstil Pfauenvase Orivit Köln Zsolnay Keramik um 1906

Jugendstil Pfauenvase Orivit Köln Britannia-Metall Zsolnay Keramik um 1906

Jugendstil Pfauenvase Orivit Köln mit Zsolnay Keramik, Modell Nr. 272 um 1906

Seltene Jugendstil-Pfauenvase des berühmten Modells Nr. 272. Der Entwurf entstand ursprünglich für die Kunstgewerbliche Metallwarenfabrik ORION Nürnberg und wurde nach der Fusion mit der Orivit AG Köln weitergeführt. Die Kombination von Britanniametall und Zsolnay-Keramik zählt zu den seltenen und kunsthistorisch wichtigen Varianten dieses Modells.

Jugendstil Pfauenvase Modell Nr. 272 aus Britanniametall und Zsolnay-Keramik, ORIVIT Köln um 1906, ehemals ORION Nürnberg 1904/05.

 

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