Zur aktuellen Lage am Silbermarkt „Ich bin seit über 30 Jahren in diesem Geschäft tätig und habe einen derart schnellen Anstieg des Silberpreises bislang nicht erlebt. Die Auswirkungen zeigen sich bereits deutlich am Markt: Verfügbarkeit und Nachbeschaffung werden spürbar schwieriger, insbesondere bei zusammenpassenden Teilen und gutem Erhaltungszustand.

Für Sammler und Nutzer hochwertiger Tafelkultur bedeutet das: Wer noch ergänzen oder Lücken schließen möchte, sollte dies zeitnah prüfen, da spätere Nachkäufe erfahrungsgemäß mit höherem Aufwand und deutlich steigenden Preisen verbunden sind. Gleichzeitig gewinnt in diesem Zusammenhang der alte dänische Begriff „Erbsilber“ neue Aktualität - als Ausdruck für langlebige, werthaltige Bestände, die nicht nur genutzt, sondern über Generationen weitergegeben werden.“

KNAUER, Leuchterpaar, Silber 750er um 1800

Hannoveraner Spät Rokoko Kerzenleuchter, Kerzenständer, ein Paar, Silber 12 Lot, gemarkt KNAUER. Deutschland 18.-19. Jahrhundert im Rokoko-Stil.

1.580,00
Art.Nr. 0954-2
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KNAUER – Paar Hannoveraner Silberleuchter, Silber 12 Lot, um 1790–1800

Seltenes Paar spätrokoko Silberleuchter aus Göttingen / Hannover

Elegantes Paar Hannoveraner Silberleuchter aus 12-lötigem Silber (750/1000), entstanden um 1790–1800. Die Leuchter stehen stilistisch am Übergang vom ausgehenden Rokoko zum frühen Klassizismus und gehören zu den qualitätvollen Erzeugnissen der niedersächsischen Goldschmiedekunst.

Die balusterförmigen Schäfte erheben sich über einem rund profilierten Standfuß. Charakteristisch sind die fein ausgearbeiteten gedrehten Züge sowie die weich geschwungenen Blattornamente. Die abnehmbaren Tüllen mit eingesteckten Traufschalen vervollständigen die elegante Form. Die Leuchter sind traditionell gefüllt und besitzen dadurch eine hohe Standfestigkeit.

Die Meistermarke KNAUER verweist auf eine der bedeutendsten Goldschmiedefamilien Norddeutschlands.

Goldschmied:
Nach heutigem Forschungsstand kommen zwei Meister in Betracht:
Heinrich Ludwig Zacharias Knauer, Goldschmied in Göttingen, nachweisbar zwischen 1781 und 1801, dessen Arbeiten zu den qualitätvollsten Erzeugnissen Göttingens im ausgehenden 18. Jahrhundert zählen.

oder

Georg Julius Friedrich Knauer (1790–1855), später Hofjuwelier in Hannover. Er führte die Werkstatt der Familie fort und entwickelte sie zu einem der bedeutendsten Gold- und Silbergeschäfte des Königreichs Hannover. Vergleichbare Hannoveraner Silberleuchter von Georg Julius Friedrich Knauer werden auf etwa 1820 datiert.

Die vorliegenden Leuchter stehen stilistisch zwischen beiden Generationen und dokumentieren eindrucksvoll den Übergang vom Spätrokoko zum frühen Klassizismus.

Daten:
Objekt: Paar Kerzenleuchter
Herkunft: Göttingen / Hannover
Datierung: um 1790–1800
Meister: KNAUER
Material: Silber 12 Lot (750/1000)
Ausführung: getrieben und gegossen, gefüllt
Maße: Höhe 26,5 cm
Gewicht: xxx Gramm
Zustand: Sehr guter Originalzustand.

Kunsthistorische Einordnung:
Die Goldschmiedefamilie Knauer zählt zu den bedeutendsten Silberschmieden Niedersachsens des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Arbeiten mit der Meistermarke KNAUER befinden sich heute in öffentlichen und privaten Sammlungen und dokumentieren die hohe Qualität der Silberproduktion im Kurfürstentum beziehungsweise späteren Königreich Hannover.

Durch ihre elegante Form, die sorgfältige handwerkliche Ausführung und ihre harmonischen Proportionen gehören diese Leuchter zu den schönsten Beispielen hannoverscher Silberkunst am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Original erhaltene Paare dieser Qualität erscheinen heute nur selten auf dem internationalen Kunstmarkt.

Silberfeingehalt:
Bis 1868 wurde Silber in Deutschland nach dem Lot-System geprüft. Im Kurfürstentum beziehungsweise Königreich Hannover entsprach 12 Lot einem Feingehalt von 750/1000 Silber und war der übliche gesetzliche Standard. Erst später wurden die metrischen Feingehaltsstempel wie 750 und 800 eingeführt.

Seltenes Paar Hannoveraner Silberleuchter aus 12-lötigem Silber (750/1000) mit der Meistermarke KNAUER, entstanden um 1790–1800. Elegante Spätrokoko-Leuchter am Übergang zum Klassizismus aus der Werkstatt der bedeutenden Goldschmiedefamilie Knauer in Göttingen beziehungsweise Hannover. Originale Silberleuchter dieser Qualität gehören zu den gesuchten Raritäten norddeutscher Goldschmiedekunst und sind bei Sammlern von Barocksilber, Rokokosilber, hannoverschem Silber, Göttinger Silber und deutschem Tafelsilber besonders begehrt.

Literatur: Rohr, Alheidis von (1993): Edles Tafelgerät. Silber aus dem Historischen Museum Hannover. Hannover 1993
Literatur: Scheffler, Wolfgang (1965): Goldschmiede Niedersachsens. Daten, Werke, Zeichen. Band 2: Hameln – Zellerfeld. Berlin, S. 376 Nr.32, S. 747 Nr.90
Literatur: Appel, Thomas (2000) Göttinger Goldschmiede 1600-1900. Wallstein Verlag

Vergleiche, Historisches Museum Hannover, Teeservice aus vergoldetem Silber, Teedose

Weiterführende Literatur:
Literatur: Rosenberg, Marc: Der Goldschmiede Merkzeichen. Band I-IV, Frankfurt am Main 1922.
Literatur: Karl Hernmarck: Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450-1830, München 1978.
Literatur: Ernst-Ludwig Richter : Altes Silber imitiert kopiert gefälscht. München 1983.
Literatur: Tardy: International hallmarks on silver. Paris 1985.
Literatur: Schliemann, Erich: DIE GOLDSCHMIEDE HAMBURGS. Band I, II und III., Verlag: Verlag Schliemann & Cie, Erscheinungsdatum: 1985
Literatur: Manfred Meinz: Schönes altes Silber. Keysers Handbuch für Sammler u. Liebhaber. 2. Auflage. Gütersloh 1987.
Literatur: SILBER AUF REISEN; Ausstellungskatalog 1991-1992 der Hessischen Hausstiftung Museum Schloß Fasanerie in Eichenzell bei Fulda
Literatur: Bemmann, Hildegund: Rheinisches Tafelsilber: Silbernes Prunk- und Tafelgerät des nördlichen Rheinlandes von 1550 bis 1800 Nr.245, 246. CMZ-Verl., 1992. ISBN 3-87062-009-9
Literatur: Arnold: Dresdner Hofsilber des 18. Jh., Publikation der Kulturstiftung der Länder und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Berlin/Dresden 1994.
Literatur: Baumstark, Reinhold, Helmut Seling und Lorenz Seelig: Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas. Hirmer Verlag, München 1994.
Literatur: Reiner Neuhaus und Ekkehard Schmidberger: Kasseler Silber aus Barock, Empire und Gründerzeit. 1998
Literatur: Helmut Seling: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529 – 1868. Meister Marken Werke, München 2007.
Literatur: Germanisches Nationalmuseum (HG.): Nürnberger Goldschmiedekunst 1541-1868. 2 Bände. Nürnberg 2007.

Literatur: Viktor von Reitzner: “Alt Wien”. Lexikon für Österreichische und Süddeutsche Kunst und Kunstgewerbe. Edelmetalle. Wien 1952.
Literatur: Alfred Rohrwasser: Österreichs Punzen. Edelmetall-Punzierung in Österreich von 1524 bis 1987. 2. Auflage. Perchtoldsdorf 1987.

KNAUER, Leuchterpaar, Silber 750er um 1800

Hannoveraner Spät Rokoko Kerzenleuchter, Kerzenständer, ein Paar, Silber 12 Lot, gemarkt KNAUER, Deutschland 18.-19. Jahrhundert im Rokoko-Stil.

Paar Leuchter aus 12 lötigem Silber, gemarkt KNAUER Göttingen 1790-1800

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