Peter Behrens, Haus Behrens, Jugendstil Silber Besteck Darmstadt,
Peter Behrens „Haus Behrens“ Jugendstil Silberbesteck – Darmstadt 1901
Außergewöhnliches Jugendstil-Tafelbesteck aus Silber nach einem Entwurf von Peter Behrens, geschaffen für das berühmte Haus Behrens auf der Darmstädter Ausstellung von 1901. Das Modell zählt zu den ikonischen Entwürfen der deutschen Reformkunst und verkörpert die Idee des Gesamtkunstwerks, welche die Darmstädter Künstlerkolonie zu einem der bedeutendsten Zentren der europäischen Moderne machte. Aufgrund seiner herausragenden kunsthistorischen Bedeutung, der seltenen Erhaltung und der unmittelbaren Verbindung zu einem der wichtigsten Wohnkunst-Ensembles des Jugendstils gehört dieses Besteck zu den gesuchten Werken deutscher Designgeschichte.
Das Besteck wurde speziell für das Speisezimmer des Hauses Behrens entworfen und bildet einen integralen Bestandteil jenes umfassenden Gestaltungskonzeptes, mit dem Peter Behrens auf der Ausstellung „Ein Dokument deutscher Kunst“ im Jahr 1901 internationale Aufmerksamkeit erlangte. Anders als die oft floralen und ornamentreichen Entwürfe des französischen oder belgischen Jugendstils zeigt sich hier bereits jene klare und disziplinierte Formensprache, die später für die Entwicklung des modernen Designs richtungsweisend werden sollte. Die ausgewogenen Proportionen, die reduzierte Ornamentik und die konsequente Materialbetonung verleihen dem Besteck eine bemerkenswerte zeitlose Eleganz.
Gefertigt wurde das Service von der renommierten Silberwarenfabrik M. J. Rückert in Mainz in Silber 800, teilweise vergoldet und mit hochwertigen Stahlklingen ausgestattet. Die handwerkliche Qualität entspricht dem außergewöhnlichen Anspruch der Darmstädter Künstlerkolonie, Kunst und Handwerk auf höchstem Niveau miteinander zu verbinden. Das Besteck dokumentiert eindrucksvoll die enge Zusammenarbeit zwischen Künstlern und spezialisierten Manufakturen, die für die Reformbewegung um 1900 charakteristisch war.
Peter Behrens (1868–1940) zählt zu den bedeutendsten Gestaltern der europäischen Moderne. Als Architekt, Designer, Typograf und Kunstgewerbler entwickelte er bereits um 1900 eine Formensprache, die weit über den Jugendstil hinauswies. Seine Arbeiten für die Darmstädter Künstlerkolonie markieren einen entscheidenden Wendepunkt in der Entwicklung des modernen Designs und gelten als frühe Vorläufer des Deutschen Werkbundes und des Bauhauses. Behrens war einer der ersten Gestalter, der Architektur, Innenarchitektur, Möbel, Silber, Glas und Grafik als zusammengehörige Elemente eines umfassenden Gestaltungskonzeptes verstand.
Die Darmstädter Künstlerkolonie wurde 1899 von Großherzog Ernst Ludwig gegründet und vereinte bedeutende Künstler wie Joseph Maria Olbrich, Hans Christiansen und Peter Behrens. Die Ausstellung von 1901 gilt heute als Schlüsselereignis der europäischen Kunst- und Designgeschichte. Das Haus Behrens war dabei eines der radikalsten und modernsten Beispiele für die Idee des Gesamtkunstwerks, bei dem selbst kleinste Gebrauchsgegenstände Teil einer übergeordneten gestalterischen Vision waren.
Arbeiten von Peter Behrens befinden sich heute in bedeutenden internationalen Museums- und Designsammlungen, darunter das Museum Künstlerkolonie Darmstadt, das MAK Wien, das Bröhan-Museum Berlin, das Bauhaus-Archiv Berlin, das Victoria and Albert Museum London sowie das Museum of Modern Art in New York. Die für das Haus Behrens geschaffenen Entwürfe gelten als Meilensteine der europäischen Designgeschichte und als Schlüsselwerke des frühen modernen Kunstgewerbes.
Entwurf: Peter Behrens (1868–1940), um 1900/1901
Modell: Haus Behrens, Darmstadt
Ausführung: Silberwarenfabrik M. J. Rückert, Mainz
Material: Silber 800, teilweise vergoldet, Stahlklingen
Objekt: Tafelbesteck
Provenienz: Entwurf für das Speisezimmer des Hauses Behrens, Darmstädter Ausstellung 1901
Zustand: Sehr guter Originalzustand.
Verschiedene Stücke des Bestecks befinden sich in der Sammlung Deutsches Klingen Museum Solingen. Es lohnt sich zu stoebern!
Auch zur Zeit in der Austellung (2023): STILWENDE 1900. – Schönheiten einer Epoche. – Jugendstil – Secession – Art Nouveau – Stile Liberty. Die SAMMLUNG GEISLER.
JUGENDSTILFORUM BAD NAUHEIM
Literatur: R. Sänger: Das deutsche Silberbesteck, S. 125
Literatur: Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig (Hrsg.) (2012): Ständige Ausstellung. Jugendstil bis Gegenwart. Leipzig, S. 48 Peter Behrens Silber
Literatur: Peter Behrens und Nuernberg. Ausstellungskatalog des Germanischen Nationalsmuseums. Muenchen 1980. S. 156.
Literatur: Museum Künstlerkolonie Darmstadt. Katalog. Hrsg.: Institut Mathildenhöhe Darmstadt, Darmstadt 1990, Seite 3 ff.
Weiterführende Literatur:
Literatur: KERSSENBROCK-KROSIGK, Dedo von: Metallkunst der Moderne. Bröhan-Museum. Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus (1889-1939).
Literatur: Spurensuche: Friedrich Adler zwischen Jugendstil und Art Deco, Stuttgart 1994
Literatur: Erlesenes aus Jugendstil und Art Déco, Die Sammlung Giorgio Silzer, Ausstellungskatalog Grassi Museum, Museum für Kunsthandwerk 1997
Literatur: ORIVIT Zinn des Jugendstils aus Köln ; die Bestände der Sammlung Gertrud Funke-Kaiser,
des Kreismuseums Zons, des Rheinischen Freilichtmuseums und Landesmuseums für Volkskunde, Kommern,
des Kölnischen Stadtmuseums und der Sammlung H. G. Klein, 1992
Literatur: Galerie Historismus n°2 Taschenbuch – 11. September 2008
Literatur: Galerie historismus n°3 : Arts décoratifs européens 19e et début 20e siècle (Französisch) Taschenbuch – 4. März 2009
Peter Behrens [Hamburg 1868 – 1940 Berlin] dt. Maler u. Grafiker, Architekt, Entwerfer für Möbel, Kunsthandwerk, Schrift. Studium der Malerei in Karlsruhe und Düsseldorf. 1892 Mitbegründer der Münchner Sezession, 1897 Mitbegründer der Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk gemeinsam mit Richard Riemerschmid, Bruno Paul u. anderen. 1903-07 Leiter der Kunstgewerbeschule Düsseldorf, seit 1907 Künstlerischer Beirat der AEG Berlin. Bis hierhin entwarf er zahlreiche Kunstgewerbe Stücke, Bestecke, Möbel, Industrie- sowie Repräsentationsgebäude. Im Jahre 1909 erhielten Fritz Schumacher, Peter Behrens, Fritz Erler und Georg Wrba den Auftrag, die vom Architekten Ludwig Bopp aus Köln erbaute Villa für den Industriebesitzer Max Meirowsky in Köln-Lindenthal auszustatten. 1914 Teilnahme an der Ausstellung: „Die Deutsche Werkbund-Ausstellung Cöln 1914“, u.a. mit Möbeln.
1922 wird er nach Wien berufen als Professor der Meisterschule für Architektur an der Akademie der Bildenden Künste, es folgen 1929/35 städtbauliche Entwürfe für Berliner Großbauten, bevor er 1936 ein Meisteratelier der Baukunst an der Akademie der Künste in Berlin übernimmt. Behrens Entwürfe sind in zahlreichen Museen vertreten, u.a. im MAKK Köln, in der Sammlung Mathildenhöhe, im Metropolina Museum of Modern Art New York etc.
Fritz Erler, Sammlung Lehnbachhaus, München
Villa Meirowski, Köln
Behrens, Peter [Hrsg.], Haus Peter Behrens: Katalog, Darmstadt, 1901, Provisorische Ausgabe vom 15. Mai 1901
Das Haus Peter Behrens“>Das Haus Peter Behrens, Speisezimmer, Silber, Gläser und Porzellan, Schreibtischgarnitur
Tintenfass aus einer zehnteiligen Schreibtischgarnitur – auch inder Sammlung der MFA H, The Museum of Fine Arts, Houston, wie auch Besteck Haus Behrens Modell Nr. 4800
Peter Behrens beteiligte sich mit einem Speiseservice an der Ausstellung moderner Wohnräume des Warenhauses A. Wertheim in Berlin 1902. Ein zeitgenössisches Foto finden Sie in der Online Bibliothek der Uni Heidelberg unter diesem Link.
Das silberne Essbesteck „Modell Wertheim“
Peter Behrens beteiligte sich mit einem Speiseservice an der Ausstellung moderner Wohnräume des Warenhauses A. Wertheim in Berlin 1902. „Ausstellung Moderner Wohnungs-Kunst bei A. Wertheim – Berlin. Buffet im Speise-Zimmer von Professor Peter Behrens – Darmstadt. Ein zeitgenössisches Foto finden Sie in der Online Bibliothek der Uni Heidelberg unter diesem Link.
Menügabel aus dem Besteck „Wertheim-Modell“.
In LVR-Industriemuseum: Essbesteck „Modell Wertheim“, Entwurf: Peter Behrens, Silberwarenfabrik M.J. Rückert, Mainz, 1902, Silber, Stahl, 20,8 cm (Messer), 17,8 cm (Gabel), 18,2 cm (Esslöffel), 14,5 cm (Dessertlöffel), 11,5 cm (Eislöffel), 11,3 cm (Mokkalöffel), Inv.-Nr.: rz 97/79
Trinkgläser „Modell Wertheim“, Entwurf: Peter Behrens, Kristallglasfabrik Benedikt von Poschinger, Oberzwieselau, 1902, Glas mit Goldrand, Wasserglas (13,5 x 7 cm Ø), Bierglas (11,5 x 6 cm Ø) und Madeiraglas (13 x 5,8 cm Ø),
Trinkgläser: Satz von fünf Stengelgläsern. Rheinische Glashütten AG, Rheinische Glashütten-Actien-Gesellschaft Köln <Cölln Ehrenfeld> 1872/1922 in Deutschland
Die Mokkatasse „Wertheim“ war Teil der Ausstellung im Museum: Ronald S. Lauder | The Neue Galerie | Museum for German . and Astrian Art. | New York USA; German and Austrian Decorative Arts from Jugendstil to the Bauhaus: The Harry C. Sigman Gift February 7, 2013 – April 23, 2013
” The Neue Galerie presents a major gift of over 100 works of German and Austrian decorative arts from Los Angeles-based attorney and collector Harry C. Sigman.
Diverse examples of graphic design, ceramics, metalwork, and glass from Jugendstil to the Bauhaus contribute to a more complete representation of these periods in the Neue Galerie’s collection. These pieces serve as an eloquent new tribute to the great flowering of the applied arts in Germany and Austria during the early twentieth century. The donation represents important works by a wide range of German pioneers, including Peter Behrens, Marianne Brandt, Hans Christiansen, Otto Eckmann, Rudolf Hentschel, Richard Riemerschmid, Henry van de Velde and Heinrich Vogeler, as well as major Austrian figures such as Josef Hoffmann, Koloman Moser, Joseph Maria Olbrich, and Jutta Sika.”
Weitere Kunstgewerbliche-Arbeiten von Prof. Petr Behrens in der/n Sammlung(en):
The Britisch Museum Online Collection
, Werke von „Margo Grant Walsh Collection of Architect-Designed Metalwork“
The Wolfsonian—Florida International University
Museum für Gestaltung Zürich, Archiv Zürcher Hochschule der Künste – Teller verschiede Größen, Schale
The Met Fifth Avenue – Museum of Modern Art New York etc. ( Behrens, Peter)
Zeitgenössische Literatur, Innendekoration XIV. Jahrgang Darmstadt 1903, „Vereinte Kunstgewerbler Darmstadt“ Die beteiligten Künstler sind sämtlich frühere Schüler von Prof. Behrens…
Peter Behrens, Haus Behrens, Jugendstil Silber Besteck Darmstadt
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Stichwörter: Hector Guimard, Louis Majorelle, Victor Horta, Peter Behrens, Richard Riemerschmid, Josef Maria Olbrich, Archibald Knox, Ashbee, O.E. Voigt
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