Früh-Barocker Silber Löffel Danzig 1718

Baltischer Löffel, Barock, Danzig 1718, Silber, aufwändige Gravuren, Beschauzeichen: Danzig, Meisterzeichen: SÖ für Siegfried Örnster

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Art.Nr. 5570
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Früh-Barocker Silber Löffel Danzig 1718

Preussischer Löffel, Barock, Danzig 1718. (Löffel dieses Typs gibt es schon im 17.Jh.)
Silber, aufwändige Gravuren einer Inschrift von 1718, eines Wappens mit zwei Malteser Kreuzen unter Krone, Wappen von Danzig
(die Krone über den zwei Kreuzen erscheint im Danziger Wappen erstmals nach einer Wappenbesserung am 15. Mai 1457.), sowie einer Schützen, Mann mit Muskete – Jagdszene.
Es handelt sich vermutlich um einen Schützenpreis. Schützensilber. (Shooting Union – Rifle Club – Shooting association.)
Stielende als plastisch ausgeführter Jüngling
Schauseitig Inschrift am Stiel:
“Anno 1718 den 24. October gen (und?) Tag … 1719 Jahr
eines v.voll . Edlen Raths Gabe dieses .. war –

Beschauzeichen / Stadtmarke: Danzig
Meisterzeichen: SÖ für Siegfried Örnster [erwähnt 1709-1735]
Silber 13 Loth
Maße: Länge 21,5 cm — 1 Inch (Zoll) = 2,54 Zentimeter —
Zustand: sehr guter Erhaltungszustand

Stichwort: Schützensilber, Löffel als Schützenpreis

Siegfried Örnster [Halle 1662 – 1735 Danzig], Goldschmied. 1688-1691 Lehre bei Jakob Beckhausen. 1691 Stadtbügerrecht Danzig, Ältermann der Gilde 1709, 1716, 1722 und 1726.

An early 18th century German silver spoon,
by Siefried Ornster, (working 1709-1735), Danzig, circa 1718,
fig-shaped bowl, the front engraved with a crown above two Maltese crosses (Coat of arms of Gdansk), the reverse of
the bowl engraved with a gentleman shooting a gun, tapering handle with a worn inscription,
and dated 1718, and with a figural finial with traces of gilding, length 21.5cm, approx. weight 2oz.

Kurze Geschichte der Region Ostpreußen und Westpreußen:
1, Durch seine Bernsteinfunde war Preußen schon den handeltreibenden Völkern der Antike bekannt.
2, 1466 mußte der Deutsche Orden das Culmer Land und Pomerellen mit den Städten Danzig, Thorn, Elbing, Marienburg (Westpr.) sowie das Bistum Ermland an Polen abtreten, mit dem diese Gebiete bis 1569 nur in Personalunion verbunden waren.
3, Aus dem ehemaligen Herzogtum Preußen (Land des Deutschen Ordens) hervorgegangen, fiel Ostpreußen 1618 durch Nachfolgerecht an Brandenburg; durch Frieden von Oliva wurde es aus der polnischen Lehnshoheit entbunden.
4, Nach ihrer Annexion durch das Königreich Preußen in der l. und 2. Polnischen Teilung 1772/93 wurden sie Westpreußen genannt.
5, 1701 fand in Königsberg die Krönung des Kurfürsten Friedrich III. von Brandenburg (als König Friedrich I. in Preußen) statt, weil Ostpreußen nicht zum Reichsverband gehörte. 1709/10 stark durch die Pest entvölkert, wurde Ostpreußen 1722/40 von Friedrich Wilhelm I. durch Kolonisten aus der Schweiz, der Pfalz, Nassau und Salzburg neu besiedelt..
6, Nach dem Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) nahm die Landwirtschaft in Ostpreußen einen starken Aufschwung (Getreideexporte), die Universität Königsberg (Kant) erlebte ein hohe Blüte. 1812/13 begann in Ostpreußen unter Yorks Führung der Freiheitskampf gegen Napoleon. 1815 entstand die Provinz Ostpreußen, die 1824/78 mit Westpreußen zur Provint Preußen vereinigt wurde.
7, 1815 wurde aus diesen Gebieten (außer dem Ostpreußen eingegliederten Ermland, aber einschl. der Kreise Marienwerder und Rosenberg) die Provinz Westpreußen (mit den Reg.-Bez. Danzig und Marienwerder) gebildet, die 1824/29 mit Ostpreußen zur Provinz Preußen verschmolz, 1878 jedoch wieder selbständig wurde.
Durch den Versailler Vertrag (1919/20) kam der größte Teil von Westpreußen – Pomerellen (ohne die Freie Stadt Danzig) und das Culmer Land -an Polen (T Polnischer Korridor). Die restlichen Teile wurden Ostpreußen (Reg.-Bez. W.), Pommern und der 1922 gebildeten Grenzmark Posen-Westpreußen angegliedert.

Der Silberfeingehalt auf in Deutschland ausgeführten Silberobjekten wurde bis 1868 in Lot(h) angegeben. Üblich waren Arbeiten aus 12 Lot = 750/1000 und 13 Lot = 812,5/1000. Da die Städte den Mindestfeingehalt festlegten, garantierten so die jeweiligen Stadtmarken für den Feingehalt, im Norden überwiegend 12 Lot und im Süden überwiegend 13 Lot. Sehr betuchte Auftraggeber wie Mitglieder des Hofes oder Adels ließen sich hingegen auch Stücke mit einem Feingehalt von 14 Lot = 875/1000 oder gar 15 Lot = 937,4/1000 anfertigen. Ab 1868 werden ebenso die Feingehaltsmarken 750 und 800 eingeführt, ab 1888 gilt ein Mindestfeingehalt von 800/1000 wie auch die Stempelung mit Halbmond und Krone für Silberwaren des deutschen Reiches. Diese Silberstempel gelten bis heute.

Literatur: Löhr, Alfred: Danziger Silber. Die Schätze des Nationalmuseums Gdansk. Ausstellungskatalog, Bremer Landesmuseum, Focke Museum, vom 9. Juni bis 25. August 1991. Seite 87-88 Nr.74 mit vergl. Widmung.
Literatur: Tucholka-Wlodarska, Barbara, Goldschmiedekunst vom 14. bis 20. Jahrhundert in den Sammlungen des Nationalmuseums in Gdansk (Danig)
Literatur: Gdańskie arcydzieła sztuki złotniczej. Ze zbiorów Muzeum na Wawelu. ISBN 978-83-61077-26-8 Wydawca: Muzeum Gdańska. Rok wydania 2018. Seite 47.
Literatur: Frakowska, Anna, Gdańsk Silver Tankards of the 17th and 18th Centuries. Typology. Styles. Iconography
Literatur: Andrzej Fischinger , Dariusz Nowacki, Goldsmith´s work from the former royal and ducal prussias in the collections of the Wawel royal castle – Złotnictwo dawnych Prus Królewskich i Książęcych w zbiorach Zamku Królewskiego na Wawelu. Katalog zbiorów. Seite 193-194.
Literatur: Srebra monetami inkrustowane, Katalog, Malbork 2011
Literatur: Złotnictwo od XVII do XX wieku – Katalog zbiorów Muzeum Gdańska, Gdańsk 2019. Seite 150-151.

Literatur: Marquardt, Klaus: Europäisches Essbesteck aus acht Jahrhunderten. Eine kunstsammlung. Arnoldsche 1997. Vergl. Seite 86. Nr.241, Seite 89. Nr.252
Literatur: SILBER AUF REISEN; Ausstellungskatalog 1991-1992 der Hessischen Hausstiftung Museum Schloß Fasanerie in Eichenzell bei Fulda

Literatur: Clasen, Carl-Wilhelm: Rheinische Silbermarken. Die Marken und Werke der Rheinischen Goldschmiede. CMZ Verlag Rheinbach-Merzbach 1986.
Literatur: Irmscher, Günter: Das Kölner Goldschmiedehandwerk 1550-1800. Eine Sozial- und Werkgeschichte. Regensburg 2005.
Literatur: Bemmann, Hildegund: Rheinisches Tafelsilber. Silbernes Prunk- und Tafelgerät des nördlichen Rheinlandes von 1550-1800. Rheinbach-Merzbach 1992.
Literatur: Meta Patas: 400 Jahre Gold – und Silberschmiedekunst in Düsseldorf Ausstellung vom 8.11 bis 2.12 1977 SW: Goldschmiedekunst Silberschmiedekunst Düsseldorf.

Literatur: Hans Wiswe: Die Branntweinkaltschale. Studien um ein Speisebrauchtum. In: Beiträge zur Deutschen Volks- und Altertumskunde. Nr. 8, 1964. Hamburger Museumsverein, Hamburg, ISSN 0408-8220, S. 61–86.
Literatur: Kunstschätze aus dem St.-Martini-Münster zu Emmerich, bearb. v. Gerard Lemmens/Guido de Werd, Ausstellungskatalog, Emmerich 1977
Literatur: Klevisches Silber. 15.–19. Jahrhundert, bearb. v. Guido de Werd, Ausstellungskatalog Städtisches Museum Haus Koekkoek, Kleve, Kleve 1978
Literatur: Lemmens, Gerard: Die Schatzkammer Emmerich, Kleve 1983
Literatur: Schenkenschanz. „de sleutel van den hollandschen tuin“, red. v. Guido de Werd, Ausstellungskatalog Städtisches Museum Haus Koekkoek, Kleve, Kleve 1986
Literatur: De Werd, Guido: Een kelk uit 1697 door Rabanus Raab de Oudere uit Kalkar, in: Antiek, Jg. 25, Nr. 2, 1990, S. 83–88
Literatur: Rieß, Marina: Das Goldschmiedehandwerk der Frühen Neuzeit am Niederrhein – Liturgische Goldschmiedewerke im konfessionellen Spannungsfeld. (Dissertation 2021)

Weiterführende Literatur:
Literatur: Helmut Seling: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529 – 1868. Meister Marken Werke, München 2007.
Literatur: Baumstark, Reinhold, Helmut Seling und Lorenz Seelig: Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas. Hirmer Verlag, München 1994
Literatur: Rosenberg, Marc: Der Goldschmiede Merkzeichen. Band I-IV, Frankfurt am Main 1922.
Literatur: Tardy: International hallmarks on silver. Paris 1985.
Literatur: Manfred Meinz: Schönes altes Silber. Keysers Handbuch für Sammler u. Liebhaber. 2. Auflage. Gütersloh 1987.
Literatur: Karl Hernmarck: Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450-1830, München 1978.
Literatur: Ernst-Ludwig Richter : Altes Silber imitiert kopiert gefälscht
Literatur: Germanisches Nationalmuseum (HG.): Nürnberger Goldschmiedekunst 1541-1868. 2 Bände. Nürnberg 2007.
Literatur: Reiner Neuhaus und Ekkehard Schmidberger: Kasseler Silber aus Barock, Empire und Gründerzeit.
Literatur: Kirchengold und Tafelsilber. Die Sammlung von Silberarbeiten im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund 2008
Literatur: Schliemann, Erich: DIE GOLDSCHMIEDE HAMBURGS. Band I, II und III., Verlag: Verlag Schliemann und Cie, Erscheinungsdatum: 1985

Bayerisches Nationalmuseum, Archiv zur Augsburger Goldschmiedekunst

Früh-Barocker Silber Löffel Danzig 1718

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