Henry van de Velde Teedose zu Teeservice II. 1903
Henry van de Velde
Teedose aus dem Teeservice, 1903
Koch & Bergfeld, Bremen
Diese Teedose gehört zu dem von Henry van de Velde entworfenen Teeservice, das 1903 von Koch & Bergfeld in Bremen ausgeführt und über Theodor Müller vertrieben wurde. Das Service wurde 1904 erstmals publiziert und im selben Jahr im Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld ausgestellt. Es gilt als ein frühes und bedeutendes Beispiel von Van de Veldes Beitrag zur Erneuerung des Tafelsilbers im Jugendstil.
Die Dose zeigt einen bauchigen, klar gegliederten Korpus über rundem Grundriss mit abnehmbarem Deckel. Charakteristisch ist das aufgesetzte Kreuzmotiv, das zu den prägnantesten Gestaltungsmerkmalen des Services zählt. Ein Elfenbeinring am Rand sowie das vergoldete Innere unterstreichen die hochwertige Ausführung. In der Verbindung von konstruktiver Klarheit und organischer Linienführung manifestiert sich Van de Veldes charakteristische Formauffassung, die Funktionalität und künstlerischen Ausdruck miteinander verbindet.
Nach heutigem Forschungsstand ist der Verbleib weiterer Ausführungen nicht bekannt. Eine weiterentwickelte Variante dieses Modells erschien bereits 1904.
Werkverzeichnis: WVZ-Nr. I.2.45
Artikelnummer (Koch & Bergfeld): 43040 – Service II
Material: Silber 925 (innen vergoldet), Elfenbein
Marken: Halbmond, Krone, 925, Signet HvdV
Maße:
Höhe 9 cm
Breite 10 cm
Deckeldurchmesser 6,5 cm
Gewicht: 390 g
Das fünfteilige Teeservice wurde von Koch & Bergfeld, Bremen, hergestellt und über Theodor Müller vertrieben. Anhand der Artikelnummern der Firma Koch & Bergfeld lässt sich die erste Ausführung auf 1903 datieren. Das Service wurde 1904 erstmals publiziert und im selben Jahr im Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld ausgestellt; möglicherweise war es zuvor bereits in Weimar zu sehen.
Charakteristisch sind die aufgenieteten Kreuzmotive auf den Deckeln von Teekanne und Teedose sowie die Ringwulste an den Griffen. Die streng abgeknickten Henkel stehen in bewusstem Kontrast zu den organisch aus den Gefäßkörpern wachsenden Ausgüssen und Handhaben. Der gedrückte Korpus der Teekanne besitzt eine angelötete Ausgusszarge; die Lötnähte wurden geglättet und unter einem galvanischen Silberüberzug nahezu unsichtbar gemacht.
Van de Velde entwickelte diesen Modelltyp mehrfach weiter; bereits 1904 entstand eine purifizierte Variante als „Modell II“, während einzelne Teile des Services noch bis in die 1920er Jahre mit anderen Formen kombiniert wurden.
Zeitgenössisch wurde das Service von Harry Graf Kessler ausführlich gewürdigt, der in den klaren Silhouetten und gespannten Linien einen Ausdruck moderner Eleganz sah. Heute gilt das Teeservice als ein prägnantes Beispiel für Henry van de Veldes Beitrag zur Reform des Tafelsilbers im Jugendstil.
Nach heutigem Kenntnisstand ist nur eine vollständige Ausführung des Services bekannt. Das hier vorgestellte Exemplar stammt aus dem ehemaligen Besitz von Hermann und Elisabeth Harkort.
Historisches Foto, Speisezimmer Harkort, FM; Kessler 1904, S. 459; Ausstellung: Linie und Form, Krefeld 1904 (Kat. 409-412 »Tee-geschirr«); Katalog Thüringen 1906, Nr. 2k
Artikel: DIE WELT SAMSTAG, 11. FEBRUAR 2017, Henry van de Velde Jardiniere Die_Welt_Henry_van_de_Velde_Jardiniere_Szy
Henry van de Velde
Tea Caddy, 1903
Koch & Bergfeld, Bremen
This tea caddy forms part of a tea service designed by Henry van de Velde and executed by Koch & Bergfeld, Bremen, in 1903. The service, distributed through Theodor Müller, was first published in 1904 and exhibited the same year at the Kaiser Wilhelm Museum, Krefeld. It represents one of the earliest and most refined expressions of Van de Velde’s reform of table silver within the Art Nouveau movement.
The caddy has a rounded, swelling body on a circular base with a removable lid. A distinctive applied cross motif crowns the lid, a defining feature of the service. The rim is mounted with ivory, while the interior is gilt. The restrained geometry and carefully balanced proportions demonstrate Van de Velde’s characteristic synthesis of structural clarity and organic line.
According to current research, the whereabouts of other examples remain unknown. A refined variant of the model was introduced as early as 1904.
Catalogue raisonné: WVZ I.2.45
Koch & Bergfeld article no.: 43040 – Service II
Material: Sterling silver (.925), gilt interior, ivory
Marks: Crescent, Crown, 925, HvdV monogram
Dimensions:
Height: 9 cm
Width: 10 cm
Lid diameter: 6.5 cm
Weight: 390 g
Literatur: Pese, Claus: Nürnberger Kunsthandwerk des Jugendstils. München, 1989.
Literatur: Krekel-Aalberse, Annelies: Art Nouveau and Art Deco Silver. New York: Harry N. Abrams, 1989.
Literatur: Bröhan, Karl H. (Hrsg.): Metallkunst. Silber, Kupfer, Messing, Zinn. Vom Jugendstil zur Moderne (1889–1939). Bestandskatalog Sammlung Bröhan, Bd. IV. Berlin: Bröhan-Museum, 1990.
Literatur: Sänger, Reinhard W.: Das Deutsche Silber-Besteck: Biedermeier, Historismus, Jugendstil (1805–1918). Firmen, Techniken, Designer und Dekore. Stuttgart: Arnoldsche Art Publishers, 1991.
Literatur: Institut Mathildenhöhe (Hrsg.): Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt 1899–1914. Darmstadt, 1999 (2. Aufl. 2007). ISBN 3-9804553-6-X.
Literatur: Grotkamp-Schepers, Barbara / Sänger, Reinhard W.: Bestecke des Jugendstils. Bestandskatalog Deutsches Klingenmuseum Solingen. Leipzig: Arnoldsche, 2000.
Literatur: Kerssenbrock-Krosigk, Dedo von / Kanowski, Claudia: Metallkunst der Moderne. Bröhan-Museum. Landesmuseum für Jugendstil, Art Déco und Funktionalismus (1889–1939). Bestandskatalog Bd. VI. Berlin: Bröhan-Museum, 2001.
Literatur: Städtische Museen Heilbronn (Hrsg.): Silber (aus Heilbronn) für die Welt. P. Bruckmann und Söhne 1805–1973. Heilbronn, 2002.
Literatur: Föhl, Thomas / Neumann, Antje (Hrsg.): Henry van de Velde. Raumkunst und Kunsthandwerk / Interior Design and Decorative Arts. Ein Werkverzeichnis in sechs Bänden / A Catalogue Raisonné in Six Volumes. Band I: Metallkunst / Volume I: Metalwork. Leipzig: E. A. Seemann, 2009.
Literatur: Wilkens, Manja: Jugendstil in Silber. Heinrich Vogeler und die Bremer Silberwarenmanufaktur Martin Heinrich Wilkens & Söhne. Bremen, 2010.
Literatur: Koch, Michael / Eikelmann, Renate (Hrsg.): Meisterwerke des Jugendstils im Bayerischen Nationalmuseum München. Stuttgart: Arnoldsche Art Publishers, 2010.
Literatur: Föhl, Thomas / Neumann, Antje (Hrsg.): Henry van de Velde. Raumkunst und Kunsthandwerk / Interior Design and Decorative Arts. Ein Werkverzeichnis in sechs Bänden / A Catalogue Raisonné in Six Volumes. Band III: Keramik / Volume III: Ceramics. Leipzig: E. A. Seemann, 2016.
Literatur: Moeller, Falk: Silberwaren-Fabrik Franz Bahner 1895–1962. „Echt silberne Bestecke nach künstlerischen Entwürfen“. 2021. ISBN 9783753427362.
Literatur: Klassik Stiftung Weimar / Maybach, Bea / Schwarz, Manuel (Bearb.): Henry van de Velde. Werkverzeichnis Online / Catalogue Raisonné Online. www.wvz-henryvandevelde.de, 2022–2025 (laufend).
Literatur: Offizieller Katalog der Dritten Deutschen Kunstgewerbe-Ausstellung, Dresden 1906: [12. Mai – Ende Oktober] — Dresden, 1906
Arbeiten Henry van de Veldes befinden sich in den führenden Design Museen der Welt, Oslo Norwegen; Chicago USA, Britsh Museum, London UK etc.
Art Institute Chicago, Peitschenhieb Teller
Oslo (S): Kunstindustrimuseet i Oslo
Peitschenhiebteller im Museum
Meissen, Design Henry van de Velde
Eßteller, Speiseteller, Dinner Plate, 1903, Detroit Institute of Arts, USA.
Siehe auch in der Sammlung Rijkmuseum, Amsterdam, Niederlande: Portret Henry van de Velde, 1906, Edvard Munch, 1906
Ebenfalls in der Sammlung des Rijksmusem Amsterdam, Niederlande zu finden: Teller –
Bord van porselein, beschilderd met zweepslag-decor in onderglazuurblauw. Het bord is gemerkt.
Stichwörter: Hector Guimard, Louis Majorelle, Victor Horta, Peter Behrens, Richard Riemerschmid, Josef Maria Olbrich, Archibald Knox, Ashbee
Die Zeitschrift, Dekorative Kunst 1897, L’Art décoratif 1899 – Mitbegründer Julius MEIER-GRAEFE ebenfalls Mitbegründer der PAN – Aufsichtsrats Mitglieder u.a. Eberhard von Bodenhausen, Harry Graf Kessler.
Henry van de Velde Teedose zu Teeservice II. 1903
Henry van de Velde
Teedose aus dem Teeservice, 1903
Koch & Bergfeld, Bremen
Diese Teedose gehört zu dem von Henry van de Velde entworfenen Teeservice, das 1903 von Koch & Bergfeld in Bremen ausgeführt und über Theodor Müller vertrieben wurde. Das Service wurde 1904 erstmals publiziert und im selben Jahr im Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld ausgestellt. Es gilt als ein frühes und bedeutendes Beispiel von Van de Veldes Beitrag zur Erneuerung des Tafelsilbers im Jugendstil.
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