Barock Silber Leuchter Rinteln um 1740
Barock Silberleuchter Rinteln, Johann Carl Sebastian, um 1730–1750
Seltener Barock-Tafelleuchter aus Rinteln (Grafschaft Schaumburg-Lippe), gefertigt aus 12-lötigem Silber (750/1000) in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Der Leuchter besitzt einen elegant profilierten Standfuß und einen balusterförmigen Schaft, wie er für die norddeutsche Barocksilberkunst charakteristisch ist. Die qualitätvolle Ausführung in gegossenem und getriebenem Silber sowie die ausgewogenen Proportionen verleihen dem Objekt eine repräsentative Wirkung.
Besonders bemerkenswert ist die seltene Herkunft aus Rinteln, einer kleinen, aber traditionsreichen Goldschmiedestadt der ehemaligen Grafschaft Schaumburg-Lippe. Silberarbeiten aus Rinteln erscheinen nur äußerst selten auf dem internationalen Kunstmarkt.
Goldschmied:
Die Meistermarke ICS (verschlagen) wird Johann Carl Sebastian zugeordnet.
Johann Carl Sebastian wurde 1678 getauft, heiratete 1705 als Goldschmied, schloss 1739 eine zweite Ehe und verstarb 1756. Seine Arbeiten gehören zu den seltenen Zeugnissen der Goldschmiedekunst aus Rinteln.
Daten:
Objekt: Barock-Tafelleuchter
Herkunft: Rinteln, Grafschaft Schaumburg-Lippe
Datierung: um 1730–1750
Goldschmied: Johann Carl Sebastian (ICS)
Material: Silber 12 Lot (750/1000)
Beschau: Stadtmarke Rinteln (Nesselblatt)
Maße: Höhe 18,7 cm
Gewicht: ca. 336 Gramm
Zustand: Sehr guter Originalzustand mit leichten Altersspuren.
Kunsthistorische Einordnung:
Silberarbeiten aus Rinteln zählen zu den großen Seltenheiten norddeutscher Goldschmiedekunst. Die kleine Universitäts- und Residenzstadt verfügte nur über wenige Goldschmiede, weshalb erhaltene Arbeiten heute ausgesprochen selten sind. Der vorliegende Leuchter dokumentiert eindrucksvoll die hohe handwerkliche Qualität der regionalen Barocksilberschmiedekunst und besitzt aufgrund seiner eindeutigen Stadt- und Meistermarken einen besonderen sammlerischen und kunsthistorischen Wert.
Silberfeingehalt:
Bis zur Einführung des metrischen Feingehaltssystems im Jahr 1868 wurde Silber in Deutschland nach dem Lot-System geprüft. In Norddeutschland entsprach 12 Lot einem Feingehalt von 750/1000 Silber und war der übliche gesetzliche Standard. Die jeweilige Stadtmarke garantierte den vorgeschriebenen Feingehalt und gehört heute zu den wichtigsten Echtheitsmerkmalen historischer Silberarbeiten.
Seltener Barock Silberleuchter aus Rinteln, gefertigt aus 12-lötigem Silber (750/1000) mit der seltenen Stadtmarke Rinteln (Nesselblatt) und der Meistermarke Johann Carl Sebastian (ICS). Originale Silberarbeiten aus der Grafschaft Schaumburg-Lippe gehören zu den seltensten Erzeugnissen norddeutscher Goldschmiedekunst des 18. Jahrhunderts und sind bei Sammlern von Barocksilber, deutschem Silber, norddeutscher Goldschmiedekunst und musealen Sammlungen besonders gesucht.
Hinweis: Eine Besichtigung ist nach Terminvereinbarung jederzeit in unserem Geschäft möglich. Darüber hinaus verfügen wir über einen umfangreichen weiteren Bestand an historischem Silber, von dem sich ein Teil auch auf unserer Internetseite befindet.
Darüber hinaus verfüge ich über einen umfangreichen Bestand an hochwertigem Silber, Goldschmiedearbeiten, Keramik und Kunstgewerbe vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Hierzu zählen Arbeiten bedeutender englischer, französischer, deutscher und skandinavischer Goldschmiede ebenso wie Objekte von Tiffany & Co., Gorham, Liberty & Co., Orivit, WMF, Georg Jensen und Zsolnay. Ein Teil dieser Stücke wird bereits auf meiner Homepage präsentiert; zahlreiche weitere Objekte befinden sich in meinem Lagerbestand und können nach Vereinbarung besichtigt werden.
Barock Silber Leuchter
Beschaumarke: Stadtmarke, Nesselblatt für Rinteln (Schaumburg-Lippe), ehemalige Hauptstadt des Kreises Graftschaft Schaumburg
MZ: ICS (verschlagen) für Johann Carl Sebastian [Taufe 1678, Hochzeit als Goldschmied 1705, zweite Hochzeit 1739, gestorben 1756]
Literatur: Wolfang Scheffler: Goldschmiede Niedersachsens: Daten – Werke – Zeichen. 1. Halbband Aerzen – Hamburg, De Gruyter 1965, S. 1060-1061.
Silber 12 Lot
Maße: Höhe 18,7 cm,
Gewicht ca. 336 Gramm
— 1 Inch (Zoll) = 2,54 Zentimeter —
Zustand: sehr gut, leichte Altersspuren
Literatur: Scheffler, Wolfgang: Goldschmiede Niedersachsens: Daten, Werke, Zeichen (in 2 Bänden: Erster Halbband: Aerzen – Hamburg | Zweiter Halbband: Hameln – Zellerfeld), De Gruyter 1965.
Der Silberfeingehalt auf in Deutschland ausgeführten Silberobjekten wurde bis 1868 in Lot(h) angegeben. Üblich waren Arbeiten aus 12 Lot = 750/1000 und 13 Lot = 812,5/1000. Da die Städte den Mindestfeingehalt festlegten, garantierten so die jeweiligen Stadtmarken für den Feingehalt, im Norden überwiegend 12 Lot und im Süden überwiegend 13 Lot. Sehr betuchte Auftraggeber wie Mitglieder des Hofes oder Adels ließen sich hingegen auch Stücke mit einem Feingehalt von 14 Lot = 875/1000 oder gar 15 Lot = 937,4/1000 anfertigen. Ab 1868 werden ebenso die Feingehaltsmarken 750 und 800 eingeführt, ab 1888 gilt ein Mindestfeingehalt von 800/1000 wie auch die Stempelung mit Halbmond und Krone für Silberwaren des deutschen Reiches. Diese Silberstempel gelten bis heute.
Weiterführende Literatur:
Literatur: Reiner Neuhaus und Ekkehard Schmidberger: Kasseler Silber aus Barock, Empire und Gründerzeit
Literatur: Ernst-Ludwig Richter : Altes Silber imitiert kopiert gefälscht
Literatur: Baumstark, Reinhold, Helmut Seling und Lorenz Seelig: Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas. Hirmer Verlag, München 1994
Literatur: Manfred Meinz: Schönes altes Silber. Keysers Handbuch für Sammler u. Liebhaber. 2. Auflage. Gütersloh 1987.
Literatur: Karl Hernmarck: Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450-1830, München 1978.
Literatur: Helmut Seling: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529 – 1868. Meister Marken Werke, München 2007.
Literatur: Germanisches Nationalmuseum (HG.): Nürnberger Goldschmiedekunst 1541-1868. 2 Bände. Nürnberg 2007.
Literatur: Schliemann, Erich: DIE GOLDSCHMIEDE HAMBURGS. Band I, II und III., Verlag: Verlag Schliemann & Cie, Erscheinungsdatum: 1985
Literatur: SILBER AUF REISEN; Ausstellungskatalog 1991-1992 der Hessischen Hausstiftung Museum Schloß Fasanerie in Eichenzell bei Fulda
Literatur: Schliemann, Erich: DIE GOLDSCHMIEDE HAMBURGS. Band I, II und III., Verlag: Verlag Schliemann & Cie, Erscheinungsdatum: 1985; Seite 398
Literatur: Helmut Seling: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529 – 1868. Meister Marken Werke, München 2007. Bd. III
Literatur: Rosenberg, Marc: Der Goldschmiede Merkzeichen. Band I-IV, Frankfurt am Main 1922.
Literatur: Tardy: International hallmarks on silver. Paris 1985.
Bayerisches Nationalmuseum, Archiv zur Augsburger Goldschmiedekunst
Barock Silber Leuchter Rinteln um 1740.
Barock Silberleuchter Rinteln, Johann Carl Sebastian, um 1730–1750
Seltener Barock-Tafelleuchter aus Rinteln (Grafschaft Schaumburg-Lippe), gefertigt aus 12-lötigem Silber (750/1000) in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Gerne kümmern wir uns um Ihre Wünsche, klicken Sie bitte weiter oben rechts auf SIE HABEN FRAGEN? oder ganz oben rechts auf KONTAKT. Oder besuchen Sie unsere Geschäftsräume während der Öffnungszeiten.
Finden Sie weitere Objekte auf unserer Produktseite!









Sie haben Fragen?