Zur aktuellen Lage am Silbermarkt „Ich bin seit über 30 Jahren in diesem Geschäft tätig und habe einen derart schnellen Anstieg des Silberpreises bislang nicht erlebt. Die Auswirkungen zeigen sich bereits deutlich am Markt: Verfügbarkeit und Nachbeschaffung werden spürbar schwieriger, insbesondere bei zusammenpassenden Teilen und gutem Erhaltungszustand.

Für Sammler und Nutzer hochwertiger Tafelkultur bedeutet das: Wer noch ergänzen oder Lücken schließen möchte, sollte dies zeitnah prüfen, da spätere Nachkäufe erfahrungsgemäß mit höherem Aufwand und deutlich steigenden Preisen verbunden sind. Gleichzeitig gewinnt in diesem Zusammenhang der alte dänische Begriff „Erbsilber“ neue Aktualität - als Ausdruck für langlebige, werthaltige Bestände, die nicht nur genutzt, sondern über Generationen weitergegeben werden.“

Hannoveraner Spätbarocke Gewürzschale, Silber 12 Loth

Seltene Hannoveraner Gewürzschale (Salière, Salzfass) aus 12-lötigem Silber (750/1000) mit original erhaltenem Kristalleinsatz, gefertigt von Wilhelm Conrad Josef Lameyer, Hofgoldschmied in Hannover.

Preis auf Anfrage
Art.Nr. 5606
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Hannoveraner spätbarocke Gewürzschale aus Silber mit originalem Kristalleinsatz – Wilhelm Conrad Josef Lameyer, Hannover, um 1838–1845

Seltene Hannoveraner Gewürzschale (Salière, Salzfass) aus 12-lötigem Silber (750/1000) mit original erhaltenem Kristalleinsatz, gefertigt von Wilhelm Conrad Josef Lameyer, Hofgoldschmied in Hannover.

Der ovale Korpus ruht auf vier elegant nach außen gerollten Barockfüßen. Der geschweifte Rand sowie das feuervergoldete Innere verleihen dem Objekt seine außergewöhnlich repräsentative Wirkung. Von besonderer Seltenheit ist der originale Kristalleinsatz, der bei vergleichbaren Gewürzschalen meist verloren gegangen oder später ersetzt worden ist.

Die Form orientiert sich unmittelbar an den berühmten Celler Silberarbeiten des Spätbarock und dokumentiert eindrucksvoll die Fortführung norddeutscher Silbertraditionen bis weit in das 19. Jahrhundert. Besonders Hofgoldschmiede in Hannover griffen die eleganten Celler Formen auf und entwickelten sie für das gehobene bürgerliche und höfische Publikum weiter.

Goldschmied:
Wilhelm Conrad Josef Lameyer (1808–nach 1866) gehört zu den bedeutenden Goldschmieden Hannovers des 19. Jahrhunderts. Nach seiner Ausbildung in Bremen bei Georg Wilhelm Aldefeld arbeitete er als Geselle unter anderem in Hannover, Stuttgart, Paris und Genf, wo er sich unter anderem im Guillochieren spezialisierte. 1837 wurde er Meister, 1847 zum Hofgoldschmied und Juwelier ernannt. Seine Arbeiten zählen heute zu den gesuchten Beispielen hannoverscher Silberkunst.

Daten:
Objekt: Gewürzschale / Salière / Salzfass
Hersteller: Wilhelm Conrad Josef Lameyer, Hannover
Datierung: um 1838–1845
Material: Silber 12 Lot (750/1000), innen feuervergoldet, originaler Kristalleinsatz
Punzen: Meistermarke Lameyer
Maße: Höhe 3,5 cm · Breite 7,2 cm · Tiefe 5,8 cm
Gewicht: 121 g
Zustand: Sehr guter Erhaltungszustand mit originalem Kristalleinsatz.
Kunsthistorische Einordnung:

Die norddeutschen Salièren und Gewürzschalen aus Hannover und Celle zählen zu den qualitätvollsten Silberarbeiten ihrer Zeit. Während zahlreiche Kristalleinsätze im Laufe der vergangenen zwei Jahrhunderte verloren gingen, besitzt dieses Exemplar noch seinen originalen Einsatz und dokumentiert damit den ursprünglichen Charakter höfischer Tafelkultur des frühen 19. Jahrhunderts.

Silberarbeiten des Hofgoldschmieds Wilhelm Conrad Josef Lameyer sind aufgrund ihrer qualitätvollen Verarbeitung, ihrer geringen Produktionszahlen und ihrer engen Verbindung zum Königreich Hannover heute bei Sammlern norddeutschen Silbers besonders gesucht.

Silberfeingehalt:
Bis zur Einführung des metrischen Feingehaltssystems im Jahr 1868 wurde Silber im deutschsprachigen Raum nach dem Lot-System bezeichnet. Im Königreich Hannover betrug der gesetzliche Mindestfeingehalt überwiegend 12 Lot, entsprechend 750/1000 Silber. Hochwertigere Arbeiten für Hof und Adel wurden gelegentlich auch in 13, 14 oder 15 Lot gefertigt. Mit der Einführung der Reichsstempel Halbmond und Krone ab 1888 wurde schließlich ein Mindestfeingehalt von 800/1000 vorgeschrieben.

Seltene Hannoveraner Silber-Salière beziehungsweise Gewürzschale des Hofgoldschmieds Wilhelm Conrad Josef Lameyer aus 12-lötigem Silber (750) mit originalem Kristalleinsatz. Norddeutsche Barockform nach Celler Vorbild, feuervergoldet und außergewöhnlich gut erhalten. Originale Silberarbeiten aus dem Königreich Hannover, insbesondere mit vollständig erhaltenem Kristalleinsatz, zählen zu den gesuchten Raritäten deutscher Silberkunst des frühen 19. Jahrhunderts und sind sowohl bei Sammlern von Barocksilber, Hannoveraner Silber, Celler Silber, deutschem Tafelsilber als auch museal von besonderem Interesse.

Besichtigung nach Vereinbarung:
Das hier angebotene Objekt kann nach vorheriger Terminvereinbarung in meinen Geschäftsräumen persönlich besichtigt werden. Darüber hinaus verfüge ich über einen umfangreichen Bestand an hochwertigem Silber, Keramik und Kunstgewerbe des Jugendstils, des Arts-and-Crafts-Movements sowie des Aesthetic Movement. Hierzu zählen Arbeiten von Tiffany & Co., Gorham, Liberty & Co., Orivit, WMF, Georg Jensen, Zsolnay und weiteren bedeutenden Herstellern dieser Epoche. Ein Teil dieser Objekte wird bereits auf meiner Homepage präsentiert; zahlreiche weitere Stücke sind darüber hinaus verfügbar.

Hannoveraner Spätbarocke Gewürzschale, Silber 12 Loth
Gewürzschale, Silber 12 Loth, teilvergoldet Kristalleinsatz (sehr selten erhalten!) Lameyer, Hannover
Norddeutsche Salière, Salzfaß, Gewürzbehälter, Barockstil nach Celler Vorbild, Lötiges Silber, Meisters Wilhelm Conrad Josef Lameyer, Hannover Anfang 19. Jahrhundert mit originalem Kristalleinsatz

Gewürzschale.
Silber; innen (Feuer)vergoldet. Auf vier nach außen gerollten Füßen ovaler Korpus mit ausgestelltem, geschweiftem Rand; Randvergoldung; originaler Kristalleinsatz (sehr selten erhalten!)

WILHELM CONRAD JOSEF LAMEYER (Nr.162)
Geboren 1808 in Twistringen, Amt Ehrenburg, katholischer Konfession, lernt 1823_ 28 in Bremen bei Georg Wilhelm Aldefeld (s. d. Nr. 161). Ist als Geselle mehrere Jahre in Hannover bei Knauer 1833 (s. o. Nr. 90), in Stuttgart, Paris (bei Richard), in Genf, erwirbt dort Kenntnis im Guillochiren, seit 1834 wieder bei Knauer in Hannover, wird 1837 Meister. Den Bürgereid leistet er am 2. 3. 1838. Seit 1847 Hofgoldschmied und Juwelier. Gestorben nach 1866. Laut Adreßbuch 1839 bis Ostern 1844 Associé der Firma G. Knauer und W. Lameyer, seit dieser Zeit unter alleiniger Firma.
Formvergleich:
WOLFGANG SCHEFFLER, CELLER SILBER. Formenfibel einer niedersächsischen Residenzstadt, Seiten 338-339
Herausgegeben vom Bomann-Museum, Celle 1988.

Weiterführende Literatur:
Literatur: Rosenberg, Marc: Der Goldschmiede Merkzeichen. Band I-IV, Frankfurt am Main 1922.
Literatur: Karl Hernmarck: Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450-1830, München 1978.
Literatur: Ernst-Ludwig Richter : Altes Silber imitiert kopiert gefälscht. München 1983.
Literatur: Tardy: International hallmarks on silver. Paris 1985.
Literatur: Schliemann, Erich: DIE GOLDSCHMIEDE HAMBURGS. Band I, II und III., Verlag: Verlag Schliemann & Cie, Erscheinungsdatum: 1985
Literatur: Manfred Meinz: Schönes altes Silber. Keysers Handbuch für Sammler u. Liebhaber. 2. Auflage. Gütersloh 1987.
Literatur: SILBER AUF REISEN; Ausstellungskatalog 1991-1992 der Hessischen Hausstiftung Museum Schloß Fasanerie in Eichenzell bei Fulda
Literatur: Bemmann, Hildegund: Rheinisches Tafelsilber: Silbernes Prunk- und Tafelgerät des nördlichen Rheinlandes von 1550 bis 1800 Nr.245, 246. CMZ-Verl., 1992. ISBN 3-87062-009-9
Literatur: Arnold: Dresdner Hofsilber des 18. Jh., Publikation der Kulturstiftung der Länder und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Berlin/Dresden 1994.
Literatur: Baumstark, Reinhold, Helmut Seling und Lorenz Seelig: Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas. Hirmer Verlag, München 1994.
Literatur: Reiner Neuhaus und Ekkehard Schmidberger: Kasseler Silber aus Barock, Empire und Gründerzeit. 1998
Literatur: Helmut Seling: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529 – 1868. Meister Marken Werke, München 2007.
Literatur: Germanisches Nationalmuseum (HG.): Nürnberger Goldschmiedekunst 1541-1868. 2 Bände. Nürnberg 2007.

Hannoveraner Spätbarocke Gewürzschale, Silber 12 Loth
Gewürzschale, Silber 12 Loth, teilvergoldet Lameyer, Hannover
Norddeutsche Salière, Salzfaß, Gewürzbehälter, Barockstil nach Celler Vorbild, Lötiges Silber, Meisters Wilhelm Conrad Josef Lameyer, Hannover Anfang 19. Jahrhundert mit originalem Kristalleinsatz

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