Zur aktuellen Lage am Silbermarkt „Ich bin seit über 30 Jahren in diesem Geschäft tätig und habe einen derart schnellen Anstieg des Silberpreises bislang nicht erlebt. Die Auswirkungen zeigen sich bereits deutlich am Markt: Verfügbarkeit und Nachbeschaffung werden spürbar schwieriger, insbesondere bei zusammenpassenden Teilen und gutem Erhaltungszustand.

Für Sammler und Nutzer hochwertiger Tafelkultur bedeutet das: Wer noch ergänzen oder Lücken schließen möchte, sollte dies zeitnah prüfen, da spätere Nachkäufe erfahrungsgemäß mit höherem Aufwand und deutlich steigenden Preisen verbunden sind. Gleichzeitig gewinnt in diesem Zusammenhang der alte dänische Begriff „Erbsilber“ neue Aktualität - als Ausdruck für langlebige, werthaltige Bestände, die nicht nur genutzt, sondern über Generationen weitergegeben werden.“

Barock Silber Leuchterpaar Wolfenbüttel um 1770-80

Elegantes Paar barocker Silberleuchter aus der ehemaligen Residenzstadt Wolfenbüttel, gefertigt um 1770–1780 aus 12-lötigem Silber (750/1000). Die Leuchter verkörpern in hervorragender Weise die qualitätvolle norddeutsche Goldschmiedekunst des späten Rokoko und zeichnen sich durch ihre harmonischen Proportionen sowie ihre außergewöhnlich schwere Ausführung aus.

Preis auf Anfrage
Art.Nr. 0785
Denes-Szy Logo 1 Artikel vorhanden

Barock Silber Leuchterpaar Wolfenbüttel, um 1770–1780

Seltenes niedersächsisches Rokoko-Leuchterpaar aus Wolfenbüttel in 12-lötigem Silber

Elegantes Paar barocker Silberleuchter aus der ehemaligen Residenzstadt Wolfenbüttel, gefertigt um 1770–1780 aus 12-lötigem Silber (750/1000). Die Leuchter verkörpern in hervorragender Weise die qualitätvolle norddeutsche Goldschmiedekunst des späten Rokoko und zeichnen sich durch ihre harmonischen Proportionen sowie ihre außergewöhnlich schwere Ausführung aus.

Die balusterförmigen Schäfte sind gegossen und aus zwei Teilen zusammengesetzt. Die getriebenen, geschweiften Füße verleihen den Leuchtern eine elegante Leichtigkeit, während die kräftige Materialstärke ihre hochwertige handwerkliche Ausführung unterstreicht. Das Paar befindet sich in bemerkenswert gutem Originalzustand.

Die Wolfenbütteler Beschau mit dem Wappen der Stadt – eine rote Säule mit Krone und springendem silbernen Pferd – bestätigt die Herstellung in einer der bedeutendsten Goldschmiedestädte des Herzogtums Braunschweig-Wolfenbüttel.

Die Meistermarke lässt sich nach heutigem Forschungsstand entweder Heinrich Daniel Weigel († 1773) oder Ewald Barthold Warendorf zuordnen. Beide Goldschmiede zählen zu den bedeutendsten Silbermeistern Wolfenbüttels des 18. Jahrhunderts und sind durch zahlreiche publizierte Museums- und Privatsammlungsstücke dokumentiert.

Goldschmiede:
Heinrich Daniel Weigel (ca. 1711–1773)
Ausgebildet in Braunschweig bei Georg Matthias Eimbke. Seit 1741 Bürger und Silberarbeiter in Wolfenbüttel, später Kirchenprovisor. Seine Arbeiten befinden sich heute in bedeutenden Privat- und Museumssammlungen. Publiziert sind unter anderem Wasserkessel, Tischleuchter und Kaffeekannen.

oder

Ewald Barthold Warendorf (geb. um 1738)

Seit 1765 Gold- und Silberarbeiter in Wolfenbüttel. Seine Arbeiten sind unter anderem durch das monumentale Paar Altarleuchter der Trinitatiskirche Wolfenbüttel von 1774 sowie weitere publizierte Werke dokumentiert.

Daten:
Objekt: Paar Rokoko-Leuchter
Herkunft: Wolfenbüttel, Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel
Datierung: um 1770–1780
Material: Silber 12 Lot (750/1000)
Herstellung: Schaft gegossen und zweiteilig verlötet, Fuß getrieben und montiert
Beschau: Stadtmarke Wolfenbüttel
Meister: Heinrich Daniel Weigel oder Ewald Barthold Warendorf
Maße: Höhe 21,5 cm · Fußdurchmesser 11,5 cm
Gewicht: zusammen 578 Gramm
Zustand: Sehr guter Originalzustand mit leichten altersbedingten Gebrauchsspuren. Außergewöhnlich schwere Qualität.

Kunsthistorische Einordnung
Silberarbeiten aus Wolfenbüttel gehören zu den seltensten und qualitätvollsten Erzeugnissen norddeutscher Goldschmiedekunst des 18. Jahrhunderts. Als Residenz der Herzöge von Braunschweig-Wolfenbüttel entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Zentrum höfischer Silberkunst. Original erhaltene Leuchterpaare mit eindeutiger Wolfenbütteler Beschau erscheinen heute nur selten auf dem internationalen Kunstmarkt und sind sowohl bei Sammlern deutschen Barocksilbers als auch in Museumssammlungen besonders gesucht.

Silberfeingehalt:
Vor der Einführung des metrischen Feingehaltssystems im Jahr 1868 wurde Silber in Deutschland nach dem Lot-System geprüft. Im Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel war 12 Lot – entsprechend 750/1000 Silber – der übliche gesetzliche Feingehalt. Hochwertigere Sonderanfertigungen für Hof und Adel wurden vereinzelt auch in 13, 14 oder 15 Lot hergestellt.

Seltenes Barock Silber Leuchterpaar aus Wolfenbüttel, um 1770–1780, gefertigt aus 12-lötigem Silber (750) mit originaler Wolfenbütteler Stadtbeschau. Hochwertige norddeutsche Rokoko-Leuchter des Herzogtums Braunschweig-Wolfenbüttel, wahrscheinlich von Heinrich Daniel Weigel oder Ewald Barthold Warendorf. Original erhaltene Silberleuchter aus Wolfenbüttel zählen zu den gesuchtesten Objekten deutscher Barocksilberkunst und sind bei Sammlern, Museen und Liebhabern norddeutscher Goldschmiedearbeiten außerordentlich selten.

Besichtigung nach Vereinbarung:
Das hier angebotene Objekt kann nach vorheriger Terminvereinbarung in meinen Geschäftsräumen persönlich besichtigt werden. Darüber hinaus verfüge ich über einen umfangreichen Bestand an hochwertigem Silber, Keramik und Kunstgewerbe des Jugendstils, des Arts-and-Crafts-Movements sowie des Aesthetic Movement. Hierzu zählen Arbeiten von Tiffany & Co., Gorham, Liberty & Co., Orivit, WMF, Georg Jensen, Zsolnay und weiteren bedeutenden Herstellern dieser Epoche. Ein Teil dieser Objekte wird bereits auf meiner Homepage präsentiert; zahlreiche weitere Stücke sind darüber hinaus verfügbar.
Barock Silber Leuchterpaar Wolfenbüttel um 1770-80

Niedersächsisches Rokoko Leuchterpaar Wolfenbüttel um 1770, Silber 12 Lot
Beschaumarke: Stadtmarke Wolfenbüttel um 1770
Wappen: In Blau eine rote Säule, auf der eine von einem silbernen Stern überhöhte Krone ruht; der Säulenschaft ist überlegt mit einem schwarz gesattelten und gezäumten, springenden silbernen Roß (Hupp) Beschauzeichen: = Wappen in verschiedener Schildform, teilweise mit den letzten beiden Ziffern des Jahres

Meistermarke, Meisterzeichen:

entweder
Meiter: HEINRICH DANIEL WEIGEL (Seite 1152.)
Geboren ctwa 1711 als Apothekerssohn in Braunschweig, lernt 1724 31 bei Georg Matthias Eimbke (s. d. Nr. 441), wird als Goldarbeiter am 30. 5. 1741 in Wolfenbüttel Bürger und heiratet als Silberarbeiter allhier am 27. 6. 1741 Frau Johanna Dorothea Henriette Sauer, Witwe des Silberarbeiters Christian Suet-Meyer (s. o. Nr. 64). Gestorben als Kirchenprovisor am 17. 1. 1773
Werke:bei Scheffler u.a.
e) Modell-Wasserkesselchen, H. 12,3 cm. Hannover, Privatbesitz
h) Tischleuchter, H. 21 cm. Gegenstück zu Leuchter des Joh. Ludw. Meyer, Braunschweig (s. d. Nr. 131). Braunschweig, Privatbesitz Dr. B.,
i) Kaffeekanne mit senkrechten Zügen. H. 25 cm. Köln, Kunsthaus Abels (Katalog 1960)
oder
Meiser: EWALD BARTHOLD WARENDORF (Seite 1155.)
Geboren etwa 1738 als Kaufmannssohn in Hannover, wird am 20. 9. 1765 Bürger, heiratet
I. als Bürger, auch Gold- und Silberarbeiter allhier, am 3. 10. 1765 Johanna Christine Henriette Hoffmann, Tochter des Christian Dieterich Hoffmann (s. o. Nr. 73), die am 26. 1. 1767 stirbt. Seine 2. Frau stirbt am 13. 3. 1777. Er heiratet III. am 15. 10. 1778 die Perückierstochter Anna Louise Bösch aus Hamburg und IV. Juli 1790 in Esbeck die Pastorentochter Sophia Maria Stallmann. Lebt noch 1809
Werke:  u.a. 1 Paar Altarleuchter, H. 44 cm, datiert 1774, Wolfenbüttel, Trinitatiskirche (Inv. S. 90; Ausstellung Braunschweig 1906, Nr. 224)

lötiges Silber, Silber 12 Lot
Schaft gegossen und aus zwei Teilen zusammengelötet, Fuß getrieben und montiert
Maße: Höhe 21,5 cm, Breite Fuß 11,5 cm, Gewicht zusammen 578 Gramm.
Zustand: sehr guter Originalzustand mit leichten Gebrauchsspuren, schwere Qualität

Literatur: Scheffler, Wolfgang: Goldschmiede Niedersachsens, Band II. (ZWEITER HALBBAND. HAMELN _ZELLERFELD) Seite 1152, Nr. 72 oder Seite 1155, Nr. 81] 1965

Literatur: Scheffler, Wolfgang: Goldschmiede Niedersachsens. Daten – Werke – Zeichen, 1. Halbband. Berlin 1965, Seite 373 Nr. 15.
Literatur: Waldemar R. Röhrbein: Göttinger Silber aus der Werkstatt Knauer. Eine Ergänzung zu Schefflers „Goldschmiede Niedersachsen“, in: Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte, Bd. 12 (1973), S. 261ff.
Literatur: Appel, Thomas (2000) Göttinger Goldschmiede 1600-1900. Wallstein Verlag, Seite 113.
Literatur: Rosenberg, Marc: Der Goldschmiede Merkzeichen. Band I-IV, Frankfurt am Main 1922.
Literatur: Tardy: International hallmarks on silver. Paris 1985.

Ein ähnliches Dekor weisen drei Sitzmöbel im Museum Haus Uphagen in Danzig auf, die auf das 2. bzw. 3. Viertel des 18. Jahrhunderts datiert werden:

Der Silberfeingehalt auf in Deutschland ausgeführten Silberobjekten wurde bis 1868 in Lot(h) angegeben. Üblich waren Arbeiten aus 12 Lot = 750/1000 und 13 Lot = 812,5/1000. Da die Städte den Mindestfeingehalt festlegten, garantierten so die jeweiligen Stadtmarken für den Feingehalt, im Norden überwiegend 12 Lot und im Süden überwiegend 13 Lot. Sehr betuchte Auftraggeber wie Mitglieder des Hofes oder Adels ließen sich hingegen auch Stücke mit einem Feingehalt von 14 Lot = 875/1000 oder gar 15 Lot = 937,4/1000 anfertigen. Ab 1868 werden ebenso die Feingehaltsmarken 750 und 800 eingeführt, ab 1888 gilt ein Mindestfeingehalt von 800/1000 wie auch die Stempelung mit Halbmond und Krone für Silberwaren des deutschen Reiches. Diese Silberstempel gelten bis heute.

Weiterführende Literatur:
Literatur: Bernt Zeitzschel, Die Gold- und Silberschmiede im oestlichen Schleswig-Holstein
Literatur Reiner Neuhaus und Ekkehard Schmidberger: Kasseler Silber aus Barock, Empire und Gründerzeit
Literatur Ernst-Ludwig Richter : Altes Silber imitiert kopiert gefälscht
Literatur Baumstark, Reinhold, Helmut Seling und Lorenz Seelig: Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas. Hirmer Verlag, München 1994
Literatur Manfred Meinz: Schönes altes Silber. Keysers Handbuch für Sammler u. Liebhaber. 2. Auflage. Gütersloh 1987.
Karl Hernmarck: Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450-1830, München 1978.
Literatur Helmut Seling: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529 – 1868. Meister Marken Werke, München 2007.

Literatur: Irmscher, Günter: Das Kölner Goldschmiedehandwerk 1550-1800. Eine Sozial- und Werkgeschichte. Regensburg 2005.
Literatur: Bemmann, Hildegund: Rheinisches Tafelsilber. Silbernes Prunk- und Tafelgerät des nördlichen Rheinlandes von 1550-1800. Rheinbach-Merzbach 1992.
Literatur: Meta Patas: 400 Jahre Gold – und Silberschmiedekunst in Düsseldorf Ausstellung vom 8.11 bis 2.12 1977 SW: Goldschmiedekunst Silberschmiedekunst Düsseldorf

Barock Silber Leuchterpaar Wolfenbüttel um 1770-80

Niedersächsisches Rokoko Leuchterpaar Wolfenbüttel um 1770, Silber 12 Lot

Gerne kümmern wir uns um Ihre Wünsche, klicken Sie bitte weiter oben rechts auf SIE HABEN FRAGEN? oder ganz oben rechts auf KONTAKT.
Oder besuchen Sie unsere Geschäftsräume während der Öffnungszeiten.

Finden Sie weitere Objekte auf unserer Produktseite!